Technik

Kunden bekommen kein Essen Hacker erpressen Lieferando

Lieferando Hacker

Wegen der Corona-Gefahr stellen Lieferando-Boten das Essen mittlerweile vor der Tür ab und entfernen sich zwei Meter davon, bevor der Empfänger öffnet.

(Foto: imago images/Seeliger)

Was für eine miese Tour: Mitten in der Corona-Krise greifen Erpresser den Lieferservice Lieferando an und legen ihn stundenlang lahm. Viele Kunden warten deshalb vergeblich auf ihr bestelltes Essen. Geld sehen die geschmacklosen Gangster aber nicht.

Die Restaurants machen dicht, vor allem ältere Menschen trauen sich nicht mehr in die Supermärkte, andere bleiben aus Solidarität zu Hause: Lieferdienste, die Essen bis an die Wohnungstür bringen, haben in der Corona-Krise Hochkonjunktur und sind für einige Menschen die einzige Möglichkeit, warme Mahlzeiten zu bekommen. Umso fieser ist es, dass Hacker ausgerechnet jetzt Lieferando lahmgelegt haben, um den Lieferdienst, zu dem auch Pizza.de, Lieferheld und Foodora gehören, zu erpressen.

Die Hacker griffen das Unternehmen mit einer sogenannten DDoS-Attacke an. Dabei werden Server eines Internet-Dienstes durch eine Unmenge von gleichzeitigen Anfragen in die Knie gezwungen. Für solche Angriffe nutzen Gangster oft eigene oder im Darknet gemietete Botnetze, zu denen Tausende infizierte Computer gehören. So konnten einige Kunden eventuell gar nicht bestellen, viele andere kamen durch, erhielten aber nie ihre Lieferung.

Keine Kundendaten erbeutet

Kundendaten konnten die Hacker mit ihrer DDoS-Attacke nicht erbeuten, sie wollten ganz einfach Geld erpressen. Das zeigt ein Tweet von Jitse Groen, dem Gründer der niederländischen Muttergesellschaft Takeaway.com. Darin teilt er die E-Mail der Gangster, in der sie zwei Bitcoins (aktuell rund 12.000 Euro) als Lösegeld verlangen, um die Angriffe zu stoppen. In ihrer Nachricht bieten die geschmacklosen Erpresser auch noch an, andere Lieferdienste anzugreifen.

Wenig später informierte Lieferando via Twitter seine Kunden über die Attacke. Die Server müssten wegen des Angriffs gewartet werden, was zu Verzögerungen bei der Auftragsabwicklung führen könnte, schrieb der Dienst. Nutzer, die ihre bezahlte Bestellung nicht erhalten haben, sollen eine E-Mail an info@lieferando.de schicken, um sich ihr Geld zurückerstatten zu lassen.

Ihr Ziel haben die fiesen Erpresser wohl nicht erreicht, Lieferando ist es offenbar ohne Lösegeldzahlung gelungen, Webseite und App wieder unter Kontrolle zu bringen, wie der Dienst "Der Westen" mitteilte.

Quelle: ntv.de, kwe