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Mozilla-Mann packt aus Hat Google Firefox sabotiert?

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Je kleiner Firefox wurde, desto größer wurde Chrome.

(Foto: Mozilla/Google/kwe)

Ein ehemaliger führender Mozilla-Mitarbeiter wirft Google vor, den Firefox-Browser über Jahre hinweg sabotiert zu haben. Ziel sei die Vormachtstellung von Chrome gewesen.

"Don't be evil" ("Sei nicht böse") hieß es früher bei Google, erst im Frühjahr 2018 verabschiedete sich der Internet-Gigant offiziell von dem Motto. Doch möglicherweise hat sich der Konzern schon viel früher nicht mehr an diesen Leitsatz gehalten. Denn ein früherer hoher Mozilla-Mitarbeiter behauptet jetzt auf Twitter, Google habe den Firefox-Browser über Jahre hinweg sabotiert, um den Aufstieg von Chrome zu forcieren.

Als er 2007 bei Mozilla angefangen habe, habe es keinen Chrome-Browser gegeben und die meisten Leute bei Google seien Firefox-Fans gewesen, zitiert "ZDNet" den ehemaligen Vize-Präsidenten der Firefox-Gruppe, Jonathan Nightingale. Auch als Google dann seinen eigenen Browser ins Rennen schickte, habe es zunächst keine Probleme gegeben, schreibt er. Die Kooperation sei offiziell intakt geblieben. Bei Google hieß es, man verfolge die gleichen Ziele wie Mozilla, "wir sind auf der gleichen Seite". Er glaube, dass die befreundeten Google-Mitarbeiter dies ehrlich gemeint hätten, so Nightingale, aber das Unternehmen Google sei etwas anderes als einzelne Googler.

Plötzlich sei Werbung für Chrome in Firefox-Suchen erschienen und Gmail oder Google-Docs hatten im Mozilla-Browser Performance-Probleme, schreibt Nightingale. Wenn er nachfragte, was da los sei, habe man immer gesagt, das sei aus Versehen passiert und man bringe das schnell in Ordnung. Doch es habe immer mehr "Versehen" gegeben, "Dutzende, vielleicht Hunderte".

System statt Inkompetenz

Man könne die Vorfälle mit Inkompetenz erklären, so der ehemalige Firefox-Manager, aber er glaube nicht, dass Google so inkompetent sein kann. Jedes Mal habe der Mozilla-Browser Nutzer zugunsten von Chrome verloren. Statt das eigene Produkt weiterentwickeln zu können, habe man immer wieder darauf gewartet, dass Google ein "Versehen" wieder in Ordnung brachte. Bis man begriffen habe, was vor sich geht, war eine Menge Schaden angerichtet.

Laut Statcounter hat der Chrome-Browser weltweit über alle Plattformen hinweg aktuell einen Marktanteil von rund 63 Prozent. Schärfster Konkurrent ist Apples Safari, aber auch nur, weil er auf iPhones und iPads häufig genutzt wird. An dritter Stelle kommt Firefox, der nicht mal mehr 5 Prozent erreicht. Betrachtet man alleine die Desktop-Anwendungen, sieht es für den Mozilla-Browser etwas freundlicher aus, hier belegt er mit fast 10 Prozent den zweiten Platz. Chrome kommt in dieser Statistik auf knapp 70 Prozent.

Quelle: n-tv.de, kwe

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