Technik

Epos um einarmigen Ninja In "Sekiro" wird der Tod zur Gewohnheit

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Mit Schwert und Prothese - Shinobi "Wolf" begibt sich in "Sekiro" auf einen Rachefeldzug.

(Foto: From Software)

Nichts für Anfänger und nichts für Möchtegern-Könner: Das Spiel "Sekiro: Shadows Die Twice" ist nicht nur herausfordernd, es kostet auch Nerven. Dafür belohnt es die Geduldigen mit tollem Gameplay, beeindruckenden Bildern und spektakulären Boss-Kämpfen.

Für Fans von "Dark Souls" und "Bloodborne" gibt es neues Futter: Mit "Sekiro: Shadows Die Twice" liefert Entwickler From Software wieder ein knüppelhartes Action-Rollenspiel - dieses Mal im Japan des 16. Jahrhunderts. Nicht nur das historisch angehauchte Setting in einer halboffenen Welt ist neu, sondern auch am Kampfsystem wurde ordentlich getüftelt.

Der Spieler schlüpft in die Rolle des Shinobi "Wolf" - ein Ninja -, der als Leibwächter einem Jungen von besonderer Blutlinie dient. Als sein Herr entführt wird, verliert er neben seiner Ehre im Kampf auch noch seinen linken Arm. Ein alter kränkelnder Mann verpasst ihm eine Multifunktionsprothese, die mit einem Enterhaken ausgestattet ist und mit Ninjasternen, einer Axt oder anderen Gimmicks erweitert werden kann. Der Shinobi macht sich anschließend auf den Weg, seinen Herrn zu befreien und Rache zu nehmen.

Akrobatische Hinrichtung und Blutfontäne

Einfache Soldaten, Generäle und mystische Tierwesen müssen bezwungen werden und fordern dem Spieler durch das ausgefeilte Kampfsystem alles ab. Aus dem Hinterhalt agieren und Gegner dezimieren ist ein probates Mittel, der offene Schwertkampf lässt sich aber nicht vermeiden - und ist spieltechnisch das anspruchsvollste Element in "Sekiro".

Das Kampfsystem mit dem Katana-Schwert setzt auf eine Mischung aus Blocks, Gegenangriffen und Todesstößen. Der Spieler muss in Duellen stets neben seiner Lebens- auch auf seine Haltungsleiste achten. Ist diese gebrochen, lassen sich Angriffe des Gegners nicht mehr parieren. Ebenso ist es das Ziel, den Gegner aus dem Gleichgewicht zu bringen, um tödliche Treffer zu landen. Der Todesstoß wird dann stets spektakulär in Szene gesetzt. Teilweise akrobatische Hinrichtungen enden dann mit einer übertrieben großen Blutfontäne.

Rückkehr von den Toten

So tränkt das Blut dann auch irgendwann die malerischen Umgebungen. Ob in Tempeln, auf Schlachtfeldern oder auf Klippen - optisch können die bildgewaltigen Landschaften, durch die sich der Shinobi kämpfen muss, mit jedem Eastern-Blockbuster-Spektakel mithalten.

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End- und Zwischenbosse in "Sekiro" haben unterschiedliche Kampfstile. Der Spieler muss sich entsprechend anpassen.

(Foto: Activision)

So schön und atmosphärisch "Sekiro" auch ist, so schwer ist das neueste Werk aus dem Hause From Software. Das Spiel verzeiht keine Fehler. Eine Unachtsamkeit, ein falsch getimter Block oder eine zu heftig ausgeführte Angriffsserie können schon das Ende für den Shinobi einleiten. Durch eine Widerauferstehungsfunktion - daher auch "Die Twice" - kann der Spieler einmal in den Kampf zurückkehren, hat jedoch deutlich weniger Lebensenergie. Hat der Shinobi dann doch einmal das Zeitliche gesegnet, geht es für den Spieler am letzten Speicherpunkt von vorne los. "Und täglich grüßt Sekiro" - sozusagen. Damit das nicht passiert, müssen Kampftechniken fleißig gelernt und verinnerlicht werden.

Knifflige Gegner gehören zum guten Ton

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Selbst bei Souls- und Bloodborne-Spielern erfordert "Sekiro" ein Umdenken im Kampf. Schwere Gegner, Zwischen- und Endbosse gehören ja bereits zum guten Ton bei den japanischen Entwicklern, durch den Enterhaken und die Schleichen-Funktion bekommt das Spiel aber neue Ebenen. Auch die Charakterentwicklung ist deutlich variabler als in anderen Titel des Entwicklerstudios. Durch die halboffene Welt wird dem Spieler kein klarer Weg vorgeschrieben. So lassen sich bestimmte Gegenstände auch zu unterschiedlichen Zeiten finden. Die braucht der Spieler, um Fähigkeiten zu erlernen und Kampftechniken zu verbessern.

Die negativen Aspekte des Action-Epos sind überschaubar, aber nicht von der Hand zu weisen. Bei Einsteigern kann das Spiel schnell einen erhöhten Frustfaktor erwirken. Wer abschalten und entspannt zocken möchte, dem wird das Dauersterben keine Freude bereiten. Die tolle Abstimmung von Story, Grafik und Gameplay erschließt sich nur denen, die sich geduldig zeigen. Dann belohnt "Sekiro" seine Spieler so richtig mit Glücks- und Adrenalinschüben. Wer sich auf "Sekiro: Shadows Die Twice" einlässt, wird am wohl forderndsten und besten Action-Rollenspiel des Jahres seine wahre Freude haben.

"Sekiro: Shadows Die Twice" ist ab sofort für Playstation 4, Xbox One und PC im Handel erhältlich.

Quelle: n-tv.de

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