Technik
Die Jabra Elite 65t sind leichte, kabellose Bluetooth-Ohrhörer.
Die Jabra Elite 65t sind leichte, kabellose Bluetooth-Ohrhörer.(Foto: kwe)
Mittwoch, 14. Februar 2018

Starke kabellose Ohrhörer: Jabra Elite 65t können mehr als Airpods

Von Klaus Wedekind

Die Jabra Elite 65t sind kabellose Ohrhörer für iPhones und Android-Geräte, die mit Siri, Alexa oder dem Google Assistant arbeiten. Im Test überzeugen sie aber nicht nur durch ihre hohe Bereitschaft zur Kooperation.

Kabellose Bluetooth-Stöpsel können für den Träger die ganz große Klang-Freiheit bedeuten, wenn sie gut gemacht sind. Leicht ist das nicht, denn in den Ohrhörern müssen neben den Lautsprechern, Akkus und Funk-Einheit untergebracht werden und der Ton muss auch ohne Verbindungskabel synchron bleiben. Die bekanntesten Geräte dieser Klasse sind die Airpods, mit denen Apple mal wieder starke Pionierarbeit geleistet hat. Doch inzwischen gibt es einige Alternativen, die nicht nur für iPhone-Nutzer attraktiv sind, sondern auch Android-Nutzern die echte kabellose Freiheit bringen. Ganz neu sind die Elite 65t, die Jabra im Januar bei der CES in Las Vegas vorstellte. n-tv.de hat sie ausprobiert - und das hat großen Spaß gemacht.

Sportlich und weniger sportlich

Jabra ist nicht ganz neu im Geschäft mit Bluetooth-Kopfhörern ohne Verbindungsstrippe. Die Elite Sport sind bereits seit etwas mehr als einem Jahr auf dem Markt und haben nicht nur unter Sportlern schon einige Käufer finden können. In Las Vegas hat Jabra auch einen Nachfolger vorgestellt, den Elite Active 56t mit Bewegungssensor und Feuchtigkeitsschutz nach IP56. n-tv.de hat zum Testen aber die Version für den Alltag ausprobiert, die nur nach IP55 geschützt ist und nicht als Schrittzähler taugt, dafür mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 170 Euro aber 20 Euro günstiger ist.

Nach 15 Minute in der Box können die Ohrhörer wieder rund 1,5 Stunden lang Musik abspielen.
Nach 15 Minute in der Box können die Ohrhörer wieder rund 1,5 Stunden lang Musik abspielen.(Foto: kwe)

Die Elite 65t haben keine speziellen Halterungen. Man setzt sie einfach ins Ohr und dreht den kurzen Mikrofon-Steg in Richtung Mund. Dabei "schrauben" sich die Stöpsel automatisch fest. Das klingt etwas wackelig, funktioniert tatsächlich aber prima. Man muss nur vorher etwas mit den verschiedenen Aufsätzen experimentieren, bis man die passenden ausgewählt hat. Dann sitzen die leichten Stöpsel nicht nur erstaunlich sicher und bequem im Ohr, sondern halten auch effektiv Außengeräusche ab. Und zwar so gut, dass Jabra eine Funktion integriert hat, bei der man die die vier integrierten Mikrofone nutzen kann, um zu hören, was um einen herum passiert.

Guter Klang, stabile Verbindung

Der Klang ist für In-Ears ziemlich gut. Die Stöpsel liefern einen kräftigen Bass, haben aber auch wohldosierte Mitten und Höhen. Der Sound ist klar und auch bei hohen Lautstärken gibt's keine Verzerrungen. Wenn man mit der Mischung nicht ganz zufrieden ist, ist das kein Problem. Denn Jabra bietet eine gelungene App an, in der Nutzer unter anderem einen wirksamen Equalizer finden, mit dem sie den Klang nach ihrem Geschmack verändern können.

Die Stöpsel treffen auch den richtigen Ton bei Telefonaten und beide Gesprächspartner hören sich laut und deutlich. Zur Verständlichkeit trägt dabei auch eine wirksame Unterdrückung von Windgeräuschen bei. AAC oder aptX zur Übertragung in CD-Qualität ist nicht an Bord, was bei In-Ears aber vertretbar ist.

Erwähnenswert ist auch, dass die Bluetooth-5.0-Verbindung sehr stabil ist und es bei keinem der verbundenen Smartphones zu Unterbrechungen kam. 20 Meter konnten die Jabras im Test problemlos überbrücken. Selbst wenn eine Mauer im Weg ist, bleibt die Reichweite beachtlich. Beim Koppeln mit Smartphones haben die Elite 65t kein einziges Mal gezickt und kommen auch sehr gut mit Gerätewechseln klar. Praktisch: Sie können gleichzeitig mit zwei Smartphones gekoppelt sein.

Alexa kommt noch

Bedient werden die Ohrstöpsel mechanisch. Rechts bildet die Außenfläche eine Multifunktionstaste, über die man unter anderem die Wiedergabe pausiert oder Anrufe entgegennimmt. Links gibt's zwei Druckpunkte an den Rändern, leicht ertastbar durch kleine Erhebungen. Mit ihnen regelt man die Lautstärke oder springt einen Song nach vorne oder zurück. Das ist unkompliziert und erfüllt seinen Zweck. Zu oft sollte man allerdings nicht drücken, da dies auf Dauer etwas wehtut. Nimmt man einen Stöpsel aus dem Ohr, wird die Wiedergabe unterbrochen, steckt man die Jabras in die Station schalten sie sich ab. Der rechte Ohrhörer arbeitet auch alleine.

Der Einsatz von digitalen Assistenten ist ebenso unkompliziert. Nach einem langen Druck auf den rechten Höher stehen Siri oder der Google Assistant bereit. Derzeit kann man mit Alexa noch nicht reden. In der App hat sie aber schon einen Platz reserviert und soll bald als dritte Alternative zur Verfügung stehen.

Mit 4 bis 5 Stunden ist die Ausdauer des Ohrhörer-Duos ziemlich gut. Bei Pausen laden sie sich über den Akku in der Station auf. Das klappt rund zwei Mal, wodurch man insgesamt bis zu 15 Stunden ohne Steckdose auskommt. Hat man's eilig, genügt auch eine knappe Viertelstunde, um rund 1,5 Stunden Musik hören zu können. Jabra übertreibt nicht, die Angaben haben sich weitgehend bestätigt.

Starkes Gesamtpaket

Die Elite 65t haben im Test keine einzige echte Schwäche gezeigt und vom Klang über die Bedienung bis hin zur Ausdauer überzeugt. Das Gesamtpaket passt und auch iPhone-Nutzer sollten einen Blick auf die Ohrhörer werfen, bevor sie zu Airpods greifen. Voraussetzung ist aber, dass die Jabras richtig sitzen, was nicht bei allen Ohren der Fall sein dürfte. Falls möglich, sollte man sie vor dem Kauf also besser ausprobieren.

 

Jabra Elite 65t Bluetooth Kopfhörer (True Wireless, 5 Std., mit Mikrofon, geeignet für Handy, Smartphone, Tablet und PC) schwarz
EUR 169,99
EUR 169,99

 

Quelle: n-tv.de