Technik

Irgendwie genial, aber ... AirPods sind typisch Apple

Apple AirPods im Test.jpg

Die Transport- und Ladebox der AirPods ist klasse.

(Foto: kwe)

Die AirPods sind sehr eigenwillige Bluetooth-Ohrstöpsel. Irgendwie sind sie schon genial und klingen viel besser als erwartet. Perfekt sind sie aber nur für eingefleischte Apple-Nutzer, die das auch gerne zeigen. Irgendwie typisch, oder?

Gerade noch rechtzeitig vor Weihnachten hat es Apple doch noch geschafft, die AirPods auf den Markt zu bringen. Irgendwie jedenfalls. Denn online bestellte Geräte werden derzeit erst in sechs Wochen geliefert. Ab dem 19. Dezember sind die kabellosen In-Ear-Kopfhörer laut "MacRumors" vielleicht auch in Apple Stores vorrätig. Die Testgeräte sind aber schon angekommen, und n-tv.de hat die AirPods bereits ausprobieren können.

Der erste Eindruck ist ausgesprochen positiv. Um die Ohrhörer mit einem iPhone zu koppeln, genügt es, das Smartphone zu entsperren und die kleine Transportbox der AirPods zu öffnen. Sofort poppt dann ein Fenster auf, in dem man nur noch auf Verbindung tippen muss. Das war's, danach koppeln sich die Kopfhörer immer automatisch, sobald sie aus der Box geholt werden. Und: Über iCloud synchronisiert, klappt das auch mit jedem anderen Apple-Gerät, das dieselbe ID benutzt. Perfekt.

Apple AirPods Transportbox.jpg

In der Box sind die AirPods schnell wieder geladen.

(Foto: kwe)

Die AirPods selbst sehen aus wie klassische EarPods mit abgeschnittenen Strohhalmen statt Kabel. Das sieht am Ohr schon etwas seltsam aus, aber das ist wohl Geschmackssache. Wichtiger ist, dass die Dinger funktionieren. Und das tun sie besser als andere kabellose In-Ears. Zunächst mal sitzen sie sehr sicher im Ohr. Selbst wenn man auf einem Bein hüpfend den Kopf zu Seite neigt, fallen sie nicht heraus.

Klang nicht überragend, aber gut

Die Kopfhörer schließen den Hörgang nicht ab und sind daher sehr bequem längere Zeit zu tragen. Erstaunlicherweise drücken die AirPods trotz des luftigen Sitzes noch relativ viel Bass ins Ohr. Die Tiefen klingen zwar nicht annähernd so satt wie beispielsweise bei den Teufel Move BT, aber sie sind deutlich präsent und runden das insgesamt gute Klangbild ab. Die AirPods liefern keinen Sound-Matsch, sondern klar definierte Bässe, Mitten und Höhen, auch wenn es sehr laut wird - und sie können sehr laut sein. Es gibt sicher In-Ear-Kopfhörer, die besseren Sound liefern, aber die AirPods klingen überraschend gut.

Die Bedienung hat im Test einen gemischten Eindruck hinterlassen. Klasse ist, dass Kopfhörer so schnell einsatzbereit sind und die Musik aussetzt, sobald man einen Stöpsel herauszieht. Steckt man ihn zurück, startet die Musik wieder. Nimmt man beide AirPods heraus, wird die Wiedergabe beendet und muss manuell neu gestartet werden. Wer möchte, kann auch nur über einen AirPod Musik hören oder Telefonieren. Die AirPods koppeln sich auch mit Android-Geräten, dann sind sie aber reine Lautsprecher.

Siri als Lautstärkeregler

Möchte man einen Song nach vorne oder hinten springen oder die Lautstärke verändern, muss man Siri starten, indem man einen Pod zweimal antippt. Das ist eine feine Sache, wenn man alleine ist, aber in der Öffentlichkeit will kaum jemand an sein Ohr klopfen und "Hey Siri, lauter" oder "nächster Song" sagen. Echt nicht. Außerdem benötigt Siri eine Internetverbindung. Alternativ bleibt nur, das iPhone zur Hand zu nehmen.

Hat man eine Apple Watch, sollte man die Wiedergabe eigentlich auch damit steuern können. Im Test ließ sich aber nur die Lautstärke ändern - da wird wohl noch ein Update benötigt. Statt Siri zu aktivieren, kann man auch Start/Stopp als Reaktion auf Doppel-Tipper wählen, das war's. Ein kurzer Tipper, zwei kurze Tipper, ein langer Tipper - schon hätte man zur Steuerung drei Möglichkeiten. Vielleicht liefert Apple das noch per Update nach, es sollte nicht allzu schwierig sein. Lässt man sich auf Siri ein, klappen alle Sprachbefehle vorzüglich. Die eingebauten Mikrofone sind prima und bei Anrufen mehr als eine Notlösung.

Pfiffige Box

Richtig cool ist die Transportbox. Sie übernimmt nicht nur das schnelle Koppeln mit dem iPhone, sondern lädt über einen integrierten Akku die Pods auch auf, wenn sie eingesteckt werden. Alleine halten die Kopfhörer mindestens fünf Stunden durch, die Box verlängert die Spielzeit auf mehr als 15 Stunden. Nach 10 Minuten in ihren Steckplätzen sind die AirPods fast zur Hälfte geladen. Um herauszufinden, wie der Ladestand der Kopfhörer oder der Box ist, klappt man sie in der Nähe des iPhones einfach auf. Die AirPods alleine kann man auch über das Batterie-Widget checken.

Unterm Strich sind die AirPods richtig gute kabellose In-Ear-Kopfhörer, die mehr als vernünftig klingen, angenehm, aber sicher sitzen und mit einer genialen Lade-und Transportbox kommen. Die nicht vorhandene Steuerung verdirbt den Spaß aber ein wenig, Siri ist kein wirklich guter Ersatz.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema