Technik
Windows 10 kann sich inzwischen auch selbst sehr gut schützen.
Windows 10 kann sich inzwischen auch selbst sehr gut schützen.(Foto: dpa/kwe)
Dienstag, 31. Juli 2018

Windows-10-Schutz im Test: Microsofts Virenwächter ist jetzt top

Der jüngste Test von Antivirus-Software für Windows 10 zeigt, dass Nutzer auch kostenlos sehr gut geschützt werden. Denn Microsofts Bordmittel gehört jetzt zu den Top-Programmen und ist vielleicht sogar die beste Lösung.

AV-Test hat im Mai und Juni 18 Antivirus-Programme für Windows 10 getestet. Überprüft wurde, wie gut eine Software den Computer vor Bedrohungen schützt, wie stark sie das System ausbremst und ob sie Fehlalarme produziert.

Den Testsieg holten drei Programme, die in allen drei Kategorien die volle Punktzahl erhielten: Kaspersky Lab Internet Security, McAfee Internet Security und Avira Antivirus Pro. Interessant ist aber vor allem, dass Microsofts Windows Defender, der bereits in Windows 10 integriert ist, praktisch genauso gut abgeschnitten hat wie die Software, für die Nutzer bezahlen müssen. Das Trio liegt nur deshalb vorne, weil das Bordmittel bei der Geschwindigkeit lediglich 5,5 statt 6 Punkte erhielt.

Nicht wirklich langsamer

Betrachtet man die Ergebnisse allerdings im Detail, bremst der Defender ein System nicht wirklich aus. Denn die einzige Schwäche, die er im Test zeigte, waren Tempoeinbußen bei der Installation von 20 häufig genutzten Programmen. Für den Alltag dürfte das für die wenigsten Nutzer eine Rolle spielen. Wichtiger ist, dass der Defender in den anderen Unterkategorien auf Augenhöhe mit den Testsiegern ist. Das gilt für das Öffnen von populären Webseiten, das Kopieren von Daten, bei Downloads oder der Ausführung von Standard-Software.

Und: Bei der Schutzwirkung erlaubte sich der Windows Defender keinen Ausrutscher. Nicht eine einzige Malware, die von AV-Test eingesetzt wurde, konnte sich an Microsofts Türsteher vorbeischummeln. Das gelang auch im Spitzen-Trio nur Kaspersky und McAfee. Außerdem löste das Windows-10-Bordmittel keinen einzigen Fehlalarm aus.

Software aus einer Hand

Eigentlich gibt es somit keinen guten Grund, warum Nutzer Geld für ein Antivirus-Programm ausgeben sollten. Experten wie Ex-Mozilla-Entwickler Robert O'Callahan raten sogar davon ab, sich für den Schutz des Computers Software von Drittanbietern zu installieren. Denn um ein System wirksam schützen zu können, müssen die Antivirus-Programme so weitgehende Berechtigungen haben, dass sie bei Fehlern selbst zum Einfallstor für Malware werden können. Das kann zwar auch beim Defender passieren.

Aber weil Betriebssystem und Virenschutz aus einer Hand stammen, sind die Chancen gut, dass dies seltener vorkommt, wenn sich Microsoft bemüht. Und das scheint der Fall zu sein, wie der aktuelle Test zeigt.

Quelle: n-tv.de