Technik

"Ist eine kritische Lebensader" Milliarden Menschen fehlt Internet-Zugang

Für einen großen Teil der Menschheit ist die Internetnutzung noch immer ein Privileg.

(Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild)

Web-Erfinder Tim Berners-Lee schlägt Alarm: Fast die Hälfte der Weltbevölkerung hat noch immer keinen Zugang zum Internet. Das treffe nicht nur auf ärmere, sondern auch auf europäische Länder zu. Trotzdem werden entsprechende Ziele der Vereinten Nationen bislang nicht erfüllt.

Fast die Hälfte aller Menschen hat nach Angaben der von Web-Erfinder Tim Berners-Lee gegründeten Web Foundation keinen Zugang zum Internet. "Das Internet ist eine kritische Lebensader. Und noch immer sind Milliarden Menschen nicht verbunden", sagte Web-Foundation-Präsident Adrian Lovett laut einer Mitteilung.

Die Vereinten Nationen haben sich zum Ziel gesetzt, dass 75 Prozent der Menschen weltweit bis 2025 und 35 Prozent der Menschen in am wenigsten entwickelten Ländern Zugang zu einem Breitbandanschluss haben sollen. Diese Werte werden nach einer Schätzung der Web Foundation aber nicht erfüllt. Bis 2025 haben demnach nur 70 Prozent der Menschen irgendeine Form von Internetzugang. In den am wenigsten entwickelten Ländern seien es voraussichtlich 31 Prozent.

Die meisten Menschen ohne Internetanschluss leben laut der Organisation in ärmeren Ländern. In Afrika seien nur 28 Prozent der Menschen online. Probleme gebe es aber auch in Europa oder den USA. "In New York City haben fast ein Drittel der Haushalte keinen Breitbandanschluss und in Spanien haben 19 Prozent keinen Computer", hieß es in der Mitteilung. Wenn nicht sofort entschieden gehandelt werde, werde es noch Jahrzehnte dauern, bis alle Menschen online sein könnten.

Die 2009 gegründete Organisation mit Sitz in Genf engagiert sich unter anderem dafür, Umgangsformen im Web durchzusetzen und dafür zu sorgen, dass Menschen in aller Welt gleiche Chancen haben. Gründer Tim Berners-Lee hatte am 12. März 1989 seinen Vorschlag für ein System für Informationsmanagement vorgelegt, aus dem das World Wide Web hervorging.

Quelle: ntv.de, lri/dpa