Technik

In-Ears mit ANC und Hörtest Nuraloop klingt immer einzigartig

Der Nuraloop ist ein In-Ear mit einzigartigem Klang.

Der Nuraloop ist ein In-Ear mit einzigartigem Klang.

(Foto: jwa)

Die In-Ear-Kopfhörer Nuraloop sind etwas Besonderes, denn sie klingen für jeden Hörer anders. Sie messen das Gehör aus und erstellen ein individuelles Soundprofil - das Ergebnis klingt klasse. Auch sonst haben sie viel auf dem Kasten.

Um als relativ unbekannter Kopfhörer-Hersteller aufzufallen, muss man sich heute schon etwas einfallen lassen. Nura ist genau das gelungen - mit dem Nuraphone debütierte der australische Hersteller vor zwei Jahren mit einem wirklich einzigartigen Kopfhörer. Der Clou: eine Kombination aus Over-Ear- und In-Ear-Bauweise und ein speziell ans individuelle Hörvermögen angepasstes Soundprofil.

Jetzt ist der Nachfolger da. Der Nuraloop ist so etwas wie der kleine Bruder des großen Over-Ear-Modells. Statt wie dieses durch seine schiere Größe aufzufallen, setzt er auf Understatement, teilt sich mit seinem Vorgänger aber die smarte Technik mit otoakustischer Gehörmessung. Dazu kommt eine zeitgemäße aktive Geräuschreduzierung (Active Noise Cancelling, ANC), die Umgebungsgeräusche effektiv filtert oder sie im Social Mode auf Wunsch zum Hörer durchlässt.

Guter Halt ist wichtig

Zuerst muss der Nuraloop aber anprobiert werden. Es lohnt sich noch viel mehr als bei anderen In-Ear-Kopfhörern, die Silikonstöpsel in verschiedenen Größen durchzuprobieren, bis man den perfekten Sitz im Ohr gefunden hat. Die Ohrhörer haben zwar auch Bügel für besseren Halt, aber nur in Verbindung mit den passenden Stöpseln sitzen sie wirklich fest. Weil das Verbindungskabel zwischen beiden Ohrhörern recht kurz ist, rutschen sie durch häufige Kopfbewegungen sonst schnell mal aus dem Hörkanal - vor allem, wenn ein Schal oder ein hochgeschlossener Jackenkragen dem Nackenband in die Quere kommen.

Guten Klang gibt's nur mit gutem Sitz.

Guten Klang gibts nur mit gutem Sitz.

(Foto: jwa)

Sitzen die Nuraloops einmal richtig im Ohr, können sie ihre Sound-Stärke voll ausspielen. Wie beim Vorgänger lässt sich der Klang individuell anpassen, indem mithilfe von sensiblen Mikrofonen der Gehörgang ausgemessen wird. Über die App können Nutzer ein perfekt angepasstes Soundprofil erstellen, für ein Gerät lassen sich insgesamt drei Profile speichern. Ist das einmal geschehen, klingt der Nuraloop für jeden Nutzer anders, aber immer stark, detailliert und räumlich breit aufgestellt in jedem Frequenzbereich, mit ausgewogenen Mitten, klaren Höhen und kräftigen Bässen, die im "Immersionsmodus" noch zusätzlich verstärkt werden können.

Sensible Touch-Flächen

Gesteuert wird der Nuraloop mittels Touchflächen an beiden Ohrhörern. Die erkennen Kreisbewegungen, Einmal- und Doppeltipps. Welche Funktionen man wie steuert, darf jeder Nutzer selbst entscheiden, die App bietet hier viele Anpassungsmöglichkeiten. Weil die Touchsensoren aber recht empfindlich sind, wurde im Test der Einmal-Tipp schnell ganz deaktiviert - zu schnell löst sonst eine Mütze über den Ohren, eine Kapuze oder eine unbedachte Berührung der sensiblen Flächen eine ungewollte Aktion aus.

Für unterwegs gibt's eine praktische Transporttasche.

Für unterwegs gibts eine praktische Transporttasche.

(Foto: jwa)

Mehr Spaß macht es, die Lautstärke oder die Mischung aus Musik und Umgebungsgeräuschen (Social Mode) per Kreis-Wischer stufenlos einzustellen. Das ist vor allem dann praktisch, wenn man im Stadtverkehr unterwegs ist. Hier findet jeder Nutzer die richtige Balance zwischen Musikgenuss und Verkehrsgeräuschen, so dass der Nuraloop auch beim Radfahren drinbleiben kann. Die Geräuschreduzierung bietet keine Abstufung, sie ist angenehm und alltagstauglich, ausreichend stark, aber nicht ganz so effektiv wie bei manchen Konkurrenzmodellen.

Meister mit kleinen Macken

Vor allem bei Langstreckenhörern punktet der Nuraloop nicht nur durch seinen Sound, sondern auch durch seine Akkulaufzeit von bis zu 16 Stunden, ein realistischer Wert. Schnell laden lässt er sich auch - jedoch nur über den magnetischen Anschluss am Nackenband, an den die mitgelieferten Lade- und Audiokabel andocken. Das ist zwar elegant, aber unpraktisch, denn wer die Kabel vergisst oder verliert, ist aufgeschmissen. Das Ladekabel ist zudem viel zu kurz geraten.

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Damit ist auch schon einer der größten Schwachpunkte des Nuraloop genannt - ein USB-C-Anschluss wäre deutlich nutzerfreundlicher. Auch etwas weniger sensible Touch-Flächen oder gleich "echte" Tasten würden die Bedienung in vielen Fällen erleichtern. Dann könnte man auch die Einzel-Tipp-Funktion sinnvoll nutzen, ohne ständig aus Versehen Aktionen auszulösen.

Das wars aber auch schon mit der Kritik - ansonsten ist der Nuraloop ein hervorragender Klangmeister, der mit seinem dynamischen und ausgewogenen Klang in der oberen In-Ear-Liga mitspielt und mit einem Preis von rund 230 Euro nicht überteuert ist. Mit seiner Technik zur Gehörmessung hat der Nuraloop zudem einen starken Trumpf auf der Hand. Viel besser als andere Kopfhörer der gleichen Preisklasse klingt der Nuraloop trotz seiner Technik zwar nicht, er kann es aber mit jedem Konkurrenten locker aufnehmen.

Quelle: ntv.de