Technik

Schnell, stark und raffiniert OnePlus 7 Pro greift nach Smartphone-Krone

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Die Selfie-Kamera fährt beim OnePlus 7 Pro aus dem Rahmen hoch.

(Foto: kwe)

Das OnePlus 7 Po ist nicht nur ein Top-Smartphone, das für rund 700 Euro bietet, was sonst nur Geräte der 1000-Euro-Klasse haben, in einigen Disziplinen zieht es auch an der Nobel-Konkurrenz vorbei. n-tv.de hat ausprobiert, ob der China-Kracher vielleicht sogar die neue Nummer 1 ist.

Vor fünf Jahren stellte OnePlus seinen ersten "Flaggschiff-Killer" vor. Für gerade mal 300 Euro hatte das Gerät eine Hardware-Ausstattung, wie sie sonst nur die Top-Android-Smartphones von Samsung, HTC oder Sony für mehr als doppelt so viel Geld boten. Damals war das OnePlus aber nur schwer zu bekommen und noch keine echte Bedrohung für die etablierten Oberklasse-Hersteller. Das hat sich im Laufe der Jahre geändert und die heutige Smartphone-Elite spürt inzwischen den heißen Atem des Herausforderers im Nacken. Mit dem OnePlus 7 Pro will der einstige Underdog jetzt sogar ganz an die Smartphone-Spitze. n-tv.de hat ausprobiert, ob das Gerät das Zeug dazu hat.

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Porträt-Modus

(Foto: kwe)

Das OnePlus 7 Pro unterscheidet sich vor allem in einer Hinsicht von den Vorgängern: Die Kamera-Ausstattung soll nicht mehr nur fast so gut wie bei der Smartphone-Spitze sein, sondern mindestens auf Augenhöhe mitknipsen. Das hat allerdings seinen Preis und so stößt das OnePlus 7 Pro in Regionen jenseits der 700 Euro vor und ist damit nicht mehr sehr viel günstiger als das Huawei P30 Pro oder das Samsung Galaxy S10. Könnten die Kameras des Herausforderers nicht mithalten, wäre das OnePlus 7 Pro damit schon zum Scheitern verurteilt. Doch das ist nicht der Fall, die Chinesen können liefern.

Die Kamera hält nachts mit

Das Smartphone hat auf der Rückseite eine 48-Megapixel-Hauptkamera, die mit einer lichtstarken Blende f/1.6, einem großen Sensor (0,5 Zoll) und optischem Bildstabilisator ausgestattet ist. Ergänzt wird sie durch ein Tele-Objektiv (f/2.4) mit dreifacher Vergrößerung, das ebenfalls optisch stabilisiert ist, und einer 16-Megapixel-Ultraweitwinkel-Kamera (f/2.2).

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Weitwinkel-Hauptkamera

(Foto: kwe)

Die Bilder der Hauptkamera sind bei normalen Lichtverhältnissen sehr detailreich und glänzen mit knackigen Kontrasten und kräftigen, aber natürlichen Farben. Das darf man heutzutage auch von der Mittelklasse erwarten. Das OnePlus 7 Pro reiht sich aber auch in die wenigen Smartphones ein, die nicht nur in der Dämmerung, sondern auch nachts noch erstaunlich gute Ergebnisse liefern. Vielleicht sind die Fotos im Detail etwas schwächer als beim Huawei P30 Pro oder den aktuellen Pixel-Geräten. Aber große Qualitätsunterschiede sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Respekt.

Bei Porträts gelingen mit dem OnePlus 7 Pro ebenfalls hübsche Aufnahmen mit einem gelungenen künstlichen Bokeh. Bei feinen Übergängen und in den Abstufungen hat das P30 Pro mit seinem TOF-Sensor hier aber leicht die Nase vorne.

4K-Videos mit 60 fps

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Ultraweitwinkel.

(Foto: kwe)

Eine ähnlich wirksame intelligente Szenenerkennung wie bei Huawei bietet das 7 Pro nicht; wird ein Gesicht fotografiert, schaltet die Kamera beispielsweise nicht in den Porträtmodus. Das integrierte Google Lens erkennt aber unter anderem Namen oder Adressen auf Visitenkarten und kann QR-Codes auslesen.

Die Bilder der Ultraweitwinkel-Kamera sehen gut aus, zeigen allerdings an den Rändern ein paar Pixel-Schwächen. Eine Makro-Funktion wie beim P30 Pro fehlt leider und auch beim Tele-Objektiv muss sich OnePlus mit einer dreifachen Vergrößerung dem Fünffach-Zoom des P30 Pro geschlagen geben.

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Selfie.

(Foto: kwe)

Insgesamt ist die Triple-Kamera aber auf sehr hohem Niveau und landete nicht umsonst bei den Spezialisten von DxOMark mit dem Top-Ergebnis von 111 Punkten knapp hinter Huaweis Nummer 1 und der 5G-Versinon des Galaxy S10 auf dem dritten Platz. Dabei musste es sich dem P30 Pro in der Foto-Wertung mit einem Punkt Rückstand knapp geschlagen geben, bei den Videos erhielt es einen Punkt mehr.

Pop-up-Kamera im Rahmen

Normalerweise ist die Selfie-Kamera eher eine Nebensache. Beim OnePlus 7 Pro ist sie aber ein echter Hingucker, obwohl man sie eigentlich gar nicht sieht. Sie fährt nämlich nur bei Bedarf aus und versteckt sich ansonsten im Rahmen. Das funktioniert gut und die kleine Knipse wirkt recht solide. Ihr Mechanismus wurde laut OnePlus über 300.000 Mal getestet und wenn man sie 150 Mal am Tag einsetzt, soll sie fünf Jahre garantiert durchhalten. Weil sie ausgefahren aber ziemlich verletzlich ist, hat sie einen Schutzmechanismus. Das Gerät erkennt einen Sturz über seine Sensoren und fährt die Kamera im Falle eines Falles automatisch ein.

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Nachtaufnahme.

(Foto: kwe)

Staub soll ihr ebenfalls nichts anhaben können. Das gilt auch für das gesamte Gerät, wo bei die Betonung auf "soll" liegt. OnePlus sagt und demonstriert zwar, dass das 7 Pro gegen das Eindringen von Wasser und Staub geschützt ist, eine Zertifizierung und damit einen Anspruch auf Gewährleistung gibt es aber nicht.

Prächtiges Display

Durch die Pop-up-Kamera benötigt das Gerät weder eine Aussparung noch eine Bohrung im Display, wodurch der prächtige rund 6,7 Zoll große AMOLED-Bildschirm bis auf einen sehr schmalen Rand fast die gesamte Front einnimmt. Das von Samsung gefertigte Panel unterstützt HDR10+ und glänzt mit starken Kontrasten, natürlichen Farben und einer für seine Technik beachtlichen Leuchtkraft. Mit einer Pixeldichte von 516 ppi ist das Display knackig scharf und eine Bildwiederholfrequenz von 90 Hertz lässt alle Bewegungen herrlich flüssig aussehen.

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Wenn man die On-Screen-Navigation durch Wischgesten ersetzt, kommt das fast rahmenlose Display besonders gut zur Geltung.

(Foto: kwe)

Doch das OnePlus 7 Pro wirkt nicht nur zackig, das Gerät ist tatsächlich pfeilschnell. Stärker ist derzeit kein anderes Android-Smartphone ausgestattet. Angetrieben wird es von Qualcomms neuem Top-Prozessor Snapdragon 855, der auf 6, 8 oder sogar 12 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher (RAM) zugreifen kann. Außerdem ist das 7 Pro das erste Smartphone, das intern mit UFS-3.0-Speicher (ROM) ausgestattet ist, der höhere Schreibgeschwindigkeiten erlaubt als der in anderen Top-Smartphones genutzte Speicher.

Auch der Fingerabdrucksensor ist schnell

Technische Daten

  • System: Android 9
  • Display: 6,67 Zoll, AMOLED, QHD+ (3120 x 1440 Pixel), 516 ppi
  • Prozessor: Snapdragon 855
  • Arbeitsspeicher: 6/8/12 GB
  • Interner Speicher: 128/256 GB
  • Kamera: 48 MP, f/1.8 + 8 MP + 2 MP (f/2.4 + f/2.2)
  • Frontkamera: 16 MP, f2.0
  • WLAN ac, Bluetooth 5.0, NFC
  • USB-C, USB 3.1 (1. Gen.)
  • Akku: 4000 mAh
  • Abmessungen: 162,6 x 75,9 x 8,8 mm
  • Gewicht: 206 g

Passend befindet sich auch hinter dem USB-C-Anschluss eine Schnittstelle mit USB 3.1 (1. Generation). Und der neue Fingerabdrucksensor unterm Display arbeitet zwar wie beim Vorgänger 6T noch optisch, reagiert jetzt aber quasi ohne Verzögerung.

Auch der Akku passt. Er fasst 4000 Milliamperestunden und hält das Gerät bei normaler Nutzung gut eineinhalb Tage oder noch länger am Laufen. Selbst bei stärkerer Beanspruchung muss man sich normalerweise keine Sorgen machen, dass dem 7 Pro abends die Puste ausgeht. Notfalls ist eine leere Batterie via "Warp Charge 30" in nicht mal 30 Minuten wieder voll, wobei bei der OnePlus-Technik das Ladegerät und nicht das Smartphone warm wird. Dazu hat das Smartphone eine Flüssigkühlung an Bord, um auch bei sehr anspruchsvollen Spielen eine Überhitzung zu verhindern.

Kopf-an-Kopf-Rennen mit P30 Pro

Weil es sich auch sonst von der Telefonie über die schön schlichte Benutzeroberfläche bis hin zur Konnektivität keine Schwächen erlaubt, ist das OnePlus 7 Pro definitiv aktuell eines der besten Smartphones, das man kaufen kann. Ob es auch das P30 Pro hinter sich lassen kann, hängt von persönlichen Vorlieben ab. Huaweis Flaggschiff bietet bei der Kamera das etwas bessere Gesamtpaket, das OnePlus Pro 7 hat in Sachen Leistung die Nase vorne. Obwohl die Unterschiede im Online-Handel nicht mehr allzu groß sind, bietet der Herausforderer auch noch den besseren Preis. In der Grundausstattung mit 6 GB RAM und 128 GB ROM kostet das OnePlus 7 Pro rund 710 Euro, mit 8 und 265 GB 760 Euro und in der Variante mit 12/256 GB 830 Euro.

Quelle: n-tv.de

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