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Teure In-App-Käufe Regulierer kassieren Gratis-Freemium-Apps

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In Gamelofts "Ice Age Adventures" kann ein In-App-Kauf bis zu 89,99 Euro kosten.

(Foto: n-tv.de)

Google, Amazon und Apple gehen vor italienischen Kartellwächtern in die Knie und bezeichnen Apps mit In-App-Käufen nicht mehr als gratis. Die Regelung gilt für die gesamte EU.

Wer jetzt in einem europäischen App-Store bei einer Anwendung "Gratis" liest, darf sicher sein, dass er auch nach dem kostenlosen Download nicht zur Kasse gebeten wird. Google, Amazon und Apple haben sich in einem im Mai begonnenen Verfahren der italienischen Autoritá Garante della Concorrenza e del Mercato (AGCM) bereit erklärt, die irreführende Bezeichnung bei sogenannten Freemium-Apps zu entfernen, berichtet das "Wall Street Journal". Außerdem verpflichten sich die Unternehmen, in den Apps deutlicher auf mögliche Folgekosten hinzuweisen. Sie entgehen durch den Kompromiss möglichen Strafzahlungen in Höhe von jeweils 5 Millionen Euro.

Die italienischen Wettbewerbshüter führten die Untersuchung gemeinsam mit der EU-Kommission durch. Man habe drei Internet-Giganten dazu zwingen können, ihr Verhalten zu ändern", freut sich Marco Pierani von der Verbraucherschutzorganisation Altroconsumo, die das Verfahren in Gang gebracht hatte. "Nicht nur in Italien, sondern in ganz Europa. Das passiert nicht jeden Tag."

Die Unternehmen haben zwei Monate Zeit, die Änderungen umzusetzen. Apple hat bereits im November das "Gratis"-Feld im App Store durch "Laden" ersetzt, führt Anwendungen mit In-App-Käufen aber immer noch in den Top-Charts unter dieser Bezeichnung. Google verzichtet grundsätzlich auf "Gratis", unterscheidet in den Übersichten aber nicht zwischen tatsächlich kostenlosen Anwendungen und Programmen mit In-App-Käufen. Amazon nennt Apps noch "Kostenfrei", selbst wenn sie ohne Zukäufe kaum nutzbar sind, die Kategorie heißt "Kostenlos".

Zusammen mit Apple, Google und Amazon ermittelten die Wettbewerbshüter auch gegen den französischen Spieleentwickler Gameloft, der besonders viele Freemium-Apps mit teils sehr kostspieligen In-App-Käufen anbietet. Im Spiel "Ice Age Adventures" können Nutzer für Extras beispielsweise zwischen 1,79 und 89,99 Euro ausgeben.

Quelle: ntv.de, kwe