Technik

Hauptsache Erster Samsung faltet sich die Zukunft zurecht

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Samsung ist angeblich noch unsicher, ob das faltbare Smartphone "Winner" horizontal oder vertikal geklappt werden soll.

(Foto: USPTO)

Vielleicht schon bei seiner Entwicklerkonferenz im November stellt Samsung ein faltbares Smartphone vor. Was man damit anfangen kann spielt für die Südkoreaner dabei offenbar eine untergeordnete Rolle, Hauptsache man ist Erster.

Schon seit Jahren wird darüber spekuliert, dass Samsung ein faltbares Smartphone entwickelt. Ende 2017 tauchten Patentzeichnungen auf, Anfang 2018 hieß es, dass Samsung das "Galaxy X" auf dem Mobile World Congress bereits unter der Hand zeigen würde. Ende Juli präsentierte Samsung dann ein biegsames, nahezu unzerstörbares OLED-Display. Zuletzt nannte "PhoneArena" sogar einen genauen Termin, Samsung-Mobile-Chef DJ Koh soll angedeutet haben, das Gerät bei der Entwicklerkonferenz seines Unternehmens zu präsentieren, die am 7. und 8. November in San Francisco über die Bühne geht. Viel mehr wusste man bisher über das geheimnisvolle Falt-Smartphone nicht. Wie sich Samsung das Gerät ursprünglich vielleicht vorstellte, zeigt ein Patentantrag aus dem Oktober 2015.

Vertikal oder horizontal?

Rund zwei Wochen vor der Konferenz nennt "Bloomberg" jetzt Details, die es aus nicht näher benannten Quellen erhalten hat. So soll Samsung das Gerät tatsächlich schon seit Jahren unter dem Codenamen "Winner" entwickeln. Bei den Prototypen seien noch zwei Versionen im Gespräch, eine mit horizontal, die andere mit vertikal faltbarem Display. Aktuell favorisierten die Designer das Gerät, das im Hochformat geklappt wird, weil man es besser mit einer Hand halten könne, obwohl dann möglicherweise das aufgeklappte Display schmaler wirke.

Der Bildschirm soll sich ähnlich, aber geschmeidiger öffnen wie bei früher populären Klapp-Handys, beispielsweise dem Motorola Razr, schreibt "Bloomberg". Etwas Sorge bereite den Entwicklern die Display-Beschichtung, die sich eher wie die Oberfläche von Fotoabzügen anfühle als Glas.

Der Prototyp wiegt den Informationen nach mehr als 200 Gramm, weil er größere Bildschirme als irgendein Smartphone auf dem Markt habe. Samsung müsse daher eventuell den Akku verkleinern, um das Gewicht zu reduzieren.

Noch lange nicht massentauglich

Wie zu erwarten, ist das Gelenk das kritischste Bauteil des faltbaren Smartphones. Es habe zwar in Tests mehr als 200.000 Klapp-Bewegungen heil überstanden. Doch man wisse nicht, ob in der Massenproduktion die Ausschussrate im erträglichen Ausmaß bleiben kann, da hier noch ganz andere Probleme als bei einem Prototypen auftreten könnten.

Auch beim Betriebssystem sind noch viele Fragen offen. Samsung arbeite zusammen mit Google an einer angepassten Android-Version für das Gerät. Doch viel hänge davon ab, ob man sich letztendlich für die vertikal oder horizontal geklappte Variante entscheidet.

Es sieht also ganz und gar nicht danach aus, als könne Samsung bei seiner Entwicklungskonferenz ein fertiges Produkt vorweisen. "Bloombergs" Quellen zufolge, kann Samsung vielleicht nicht vor dem zweiten Quartal 2019 ein massentaugliches Gerät veröffentlichen.

Samsung muss punkten

Darum geht es bei dem November-Termin vermutlich auch gar nicht. Samsung müsse nach den doch eher bescheiden erfolgreichen Galaxy-S9- und Galaxy-Note-9-Smartphones mal wieder Aufsehen erregen, sagte ein Analyst dem Finanznachrichtendienst. Ein faltbares Smartphone wäre wohl erstmal kein Verkaufsschlager, doch Samsung könne damit ein Zeichen setzen.

Beeilen müssen sich die Südkoreaner auch deshalb, weil große Konkurrenten ebenfalls an faltbaren Smartphones arbeiten. Unter anderem haben Erzrivale LG und Huawei für kommendes Jahr solche Geräte angekündigt. Und eine Patentanmeldung deutet darauf hin, dass auch Apple ein Klapp-iPhone entwickelt.

Quelle: n-tv.de

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