Technik

"Beeindruckend" im Test Schlägt Firefox Quantum Chrome und Safari?

Mozilla Firefox Quantum

Mozillas Firefox Quantum kann im Test überzeugen - jedoch nicht in allen Kategorien.

(Foto: Mozilla)

Was hat Quantum drauf, ist er schneller als Googles Chrome und Apples Safari? Tester fühlen dem neuen Firefox auf den Zahn. Dabei ist er nicht immer spitze, in einer wichtigen Kategorie kann er aber überzeugen.

Firefox, der einst so beliebte Browser, musste in den vergangenen Jahren stetig Marktanteile einbüßen, viele Nutzer kehrten dem Mozilla-Surfdienst den Rücken und liefen zur Konkurrenz über. Vor allem Googles Chrome konnte stark dazugewinnen, inzwischen ist der Browser weltweit der beliebteste. Auch im Firefox-treuen Deutschland hat Chrome längst mehr Anteile als Mozillas Browser. Mit Quantum soll sich das ändern, doch ist der neue Firefox wirklich besser als die Konkurrenz? Ausgerechnet bei der Geschwindigkeit scheint das nicht unbedingt der Fall zu sein - das zeigte auch schon der Vorab-Test von n-tv.de.

Geschwindigkeit ist wichtig

Die Geschwindigkeit ist zwar nur eine von vielen möglichen Kategorien und clevere Funktionen sind für Intensiv-Nutzer vielleicht sogar wichtiger als ein leichter Vorteil beim Surf-Speed. Doch die Zeit, die ein Browser braucht, um Aufgaben zu erledigen, ist immer noch einer der wichtigsten und einer der am leichtesten messbaren Faktoren bei der Bewertung. In einem Direktvergleich hat jetzt das Tech-Portal "Mashable" Googles Chrome und Mozillas Firefox 57 ("Quantum") gegeneinander antreten lassen.

Das Ergebnis dürfte den Quantum-Machern nicht gefallen: In dem mehrstufigen Test hat Firefox in den meisten Kategorien das Nachsehen. Die Tester ließen beide Browser auf einem Desktop-PC mit Intel-Core-i5-2500k-Prozessor und acht Gigabyte Arbeitsspeicher gegeneinander antreten, ohne Add-Ons, Ad-Blocker und sonstige Zusatzfunktionen. Jeder Test wurde dreimal wiederholt, die Ergebnisse geben den Durchschnitt wieder.

Chrome ist meist schneller

Im "Ares-6"-Test geht es um die schnelle Ausführung von Javascript- und mathematischen Funktionen. Je besser ein Browser, desto niedriger die Wertung. Hier hatte Chrome im Test deutlich die Nase vorn und erzielte mit rund 37 Punkten einen mehr als doppelt so guten Wert wie Quantum mit rund 89 Punkten. Beim Test "JetStream" muss ein Browser komplexe Web-Anwendungen ausführen - je höher die Wertung, desto besser das Ergebnis. Hier geht es um mathematische Berechnungen, die Darstellung von 3D-Objekten und sogenanntes Parsen, also die Analyse von Datenströmen und deren Weiterverarbeitung. Hier hat Quantum leicht die Nase vorn, der Browser bringt es auf knapp 158 Punkte, Chrome liegt mit 144 Punkten knapp dahinter.  

Das "Speedometer" simuliert Nutzeraktionen in Web-Anwendungen. Konkret bearbeitet die Anwendung To-do-Listen und prüft, wie lange die Browser für diese Aufgaben brauchen. Auch hier gilt: Je höher die Wertung, desto besser. Chrome bringt es in diesem Test auf rund 101 Punkte, Quantum liegt mit 76 Punkten dahinter. Zuletzt unterzogen die Tester beide Browser einem Echtzeit-Geschwindigkeitstest, denn "worum es den Leuten wirklich geht, ist, wie schnell ihre Tabs laden", begründet "Mashable" den Showdown. Beim Test mit den Websites von Mashable, National Geographic und CNN war Chrome schneller, bei Amazon und der New York Times war Quantum schneller. 

Quantum ist sparsamer

Im Direktvergleich von "Mashable" muss sich Quantum also geschlagen geben. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch die Website "Appleinsider", wo man Quantum gegen Chrome und gegen Apples Safari auf einem mit Top-Technik ausgestatteten iMac antreten ließ. Im Antutu-HTML5-Benchmark lag Firefox leicht hinter den anderen beiden, beanspruchte aber am wenigsten Rechenleistung. Im Jetstream-Test liegt auch bei "Appleinsider" Quantum leicht vor Chrome, Safari schlägt aber beide.

Im Octane-Benchmark lag Firefox wieder leicht hinter Google, beide mussten sich Apple geschlagen geben. Auch hier war Quantum aber der effizienteste Browser. Beim Speedometer-Test hatte Firefox dieses Mal die Nase vorn und verbrauchte zudem laut "Appleinsider" viel weniger Energie. Im Ares-6 und im Motionmark-Test konnte Quantum aber nicht mit den beiden anderen mithalten.

Bemerkenswert sind die guten Ergebnisse für Quantums Energiehunger: Im Vergleich mit den anderen beiden Browsern verbraucht Firefox weniger Energie und beansprucht die CPU auch unter Höchstlast deutlich weniger.

Sparsamkeit ist seine Stärke

Im Echtzeit-Test maß "Appleinsider" zuerst in drei Durchläufen die Ladezeiten von neun Websites. Chrome schnitt am besten ab, Quantum lag hinter Safari in der Mitte. Beim Schließen von Tabs war Chrome aber am langsamsten und Safari am schnellsten. Anschließend ließen die Tester fünf Youtube-Videos gleichzeitig laufen. Chrome kam mit dieser Aufgabe nicht gut zurecht, die CPU wurde sehr warm, der Lüfter lief auf Hochtouren. Firefox beanspruchte im Gegensatz nur zehn Prozent der Prozessor-Power, Safari war mit fünf bis zehn Prozent noch genügsamer.  

Also, ist Firefox Quantum nun der beste Browser aller Zeiten? Die Testergebnisse vermitteln dieses Bild nicht unbedingt. Im Geschwindigkeitstest muss sich Mozillas Neuer Chrome und Safari geschlagen geben, aber er zeichnet sich dafür durch geringen Energieverbrauch aus – das ist neben der Geschwindigkeit eines der wichtigsten Marketingargumente für den neuen Browser. "Appleinsider" war von der Sparsamkeit von Quantum "extrem beeindruckt". Und darüber hinaus kommt es eben nicht nur auf die Geschwindigkeit an, sondern auch auf Design, Features und gute Bedienbarkeit.

Quelle: n-tv.de, jwa

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