Technik

Leistungsfähiger und günstigerSo gut ist der Apple Airtag 2

02.02.2026, 18:44 Uhr Icke-im-WaldVon Klaus Wedekind
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Apple Airtag 2 Test (1 von 1)
Der neue (l.) sieht aus wie der alte Airtag. (Foto: kwe)

Der neue Apple Airtag sieht unverändert aus und funktioniert auch exakt so wie die erste Generation. Der Praxistest zeigt aber, dass zwei Veränderungen einen großen Unterschied ausmachen können, wenn man den Tracker unter schwierigeren Bedingungen sucht.

Rund fünf Jahre sind eine lange Zeit, in der Apple den Airtag unverändert gelassen hat. Vermutlich sollte die zweite Generation schon früher auf den Markt gebracht werden, doch dann wurde das Update des praktischen kleinen Trackers aus verschiedenen Gründen verschoben. Unter anderem hieß es 2024, Apple habe für die Computerbrille Vision Pro die Weiterentwicklung anderer Geräte auf Eis gelegt.

Insofern könnte man enttäuscht sein, dass der Airtag 2 haargenau wie der Vorgänger aussieht und grundsätzlich keine neuen Funktionen bietet. Das hat aber für Nutzerinnen und Nutzer auch handfeste Vorteile: Man kann die alten Anhänger-Hüllen weiternutzen, und mit 35 Euro für einen Tracker und 119 Euro für das Vierer-Pack sind die Startpreise sogar etwas günstiger als vor fünf Jahren.

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Links die erste Anzeige mit Entfernungsanzeige des alten Airtag, rechts die des Nachfolgers. (Foto: kwe)

Im Praxistest hat sich außerdem gezeigt, dass die zwei technischen Änderungen im Inneren unter Umständen einen größeren Unterschied machen können. Zum einen hat der Airtag 2 einen neuen Ultrabreitband-Chip, der unter anderem auch in den iPhone-17-Geräten und der Apple Watch 11 steckt.

Er soll laut Apple die Reichweite des Trackers um bis zu 50 Prozent erhöhen. Das heißt, wenn man sich ihm nähert, erhält man früher haptisches und visuelles Feedback auf einem iPhone.

Neuer Airtag erscheint einige Meter früher

Um das zu überprüfen, hat ntv.de mit einem iPhone 17 Pro Max einen alten und einen neuen Airtag geortet. Beide wurden jeweils an gleicher Stelle in einer unübersichtlichen Umgebung mit vielen Objekten platziert. Bei der zweiten Generation war die erste angezeigte Entfernung 16 Meter, beim älteren Tracker waren es elf Meter.

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In beiden Fällen fand ein erster Kontakt einige Meter vorher statt, allerdings noch ohne Entfernungsangabe. Dabei fiel auch auf, dass die Animation beim neuen Airtag etwas anders aussieht als beim Vorgänger.

Beim Abstand, in dem auf dem iPhone erstmals die Richtung zum Tracker angezeigt wurde, war der Unterschied ähnlich. Beim älteren Tracker tauchte der weiße Pfeil auf grünem Grund bei rund sechs Metern auf, beim Nachfolger bereits bei knapp zehn Metern.

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Auch der Richtungspfeil wird beim neuen Tracker deutlich früher angezeigt. (Foto: kwe)

Apple Watch benötigt Widget

Im Freien, ohne störende Objekte, können die Distanzen größer sein. Bei der Ortung über Entfernungen jenseits der Bluetooth-Reichweite gibt es zwischen den Generationen keinen Unterschied. Beide nutzen dann das "Wo ist?"-Netzwerk, in dem andere Apple-Geräte in Bluetooth-Nähe bei der Suche helfen.

Kompliziert wurde der Praxistest, als eine Apple Watch einbezogen werden sollte - ab Series 9 oder Ultra 2 ist sie in der Lage, den Weg zu einem Airtag mit neuem Ultrabreitband-Chip zu weisen. Doch man muss erst herausfinden, wie das geht, was aus Apples Beschreibung auf der Produktseite nicht hervorgeht. Auch bei der Kopplung mit dem iPhone erhält man keinen entsprechenden Hinweis, auch wenn man dabei eine kompatible Apple Watch trägt.

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Man muss zunächst im Kontrollzentrum ein entsprechendes Widget installieren und einrichten. Nur darüber funktioniert die genaue Ortung. Versucht man es über die App "Objekte suchen", bekommt man nur wie bei älteren Airtags in der Karten-App eine ungefähre Route angezeigt.

Deutlich besser zu hören

Ohne zusätzliche Schritte kann man über ein iPhone oder eine Apple Watch Airtags einen Ton abspielen lassen, wenn man sich in Bluetooth-Reichweite zu ihm befindet. Laut Apple ist der Lautsprecher des neuen Airtag 50 Prozent lauter. Tatsächlich ist speziell die zweite abgespielte Tonfolge mit hohen Frequenzen deutlich besser wahrnehmbar, wenn der Umgebungslärm hoch ist, etwa in einem Einkaufszentrum.

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Wenn man weiß wie, kann man beim neuen Airtag die genaue Ortung einer kompatiblen Apple Watch nutzen. (Foto: kwe)

Fazit

Die größere Reichweite des Ultrabreitband-Chips und der leistungsfähigere Lautsprecher können einen wichtigen Unterschied machen, wenn man einen Airtag in lauten, unübersichtlichen Situationen wie Wartehallen sucht. Zu Hause, im Hotelzimmer oder in einem stillen Park, bringen die Verbesserungen weniger. Ob es sich lohnt, einen alten gegen einen neuen Tracker auszutauschen, kommt daher auf den Einsatzzweck an.

Quelle: ntv.de

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