Technik

Weltneuheit mit AliroSo gut öffnet das Nuki Keypad 2 NFC Türen

30.03.2026, 20:45 Uhr Icke-im-WaldVon Klaus Wedekind
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Nuki Keypad 2 NFC Test (1 von 3)
Inklusive Tap-to-Unlock, bietet das Nuki Keypad 2 NFC drei Optionen, um ein verbundenes Smart Lock zu öffnen. (Foto: kwe)

Das Nuki Keypad 2 NFC ist laut Hersteller das erste seiner Art weltweit, das Aliro unterstützt. Damit bietet das Gerät drei Möglichkeiten, smarte Schlösser zu öffnen. Neu ist Tap to Unlock, das wie das Bezahlen mit dem Smartphone im Supermarkt funktioniert. Wie gut das klappt, zeigt der Praxistest.

Seit Februar ist der neue Standard Aliro am Start, der speziell für smarte Türschlösser entwickelt wurde. Genau genommen geht es darum, die Nutzung eines Smartphones oder einer Smartwatch als Schlüssel zu vereinfachen. Im Idealfall genügt es, das Gerät an ein Smart Lock oder ein damit verbundenes Eingabegerät zu halten, um eine Tür zu öffnen. Das knapp 180 Euro teure Nuki Keypad 2 NFC ist laut Hersteller weltweit das erste Ziffernfeld, das Aliro unterstützt. ntv.de hat ausprobiert, was es kann.

NFC macht den Unterschied

Das NFC-Gerät sieht grundsätzlich wie das normale Nuki Keypad 2 aus. Es hat das gleiche 118 X 29 X 21 Millimeter schlanke Gehäuse, das ein Tastenfeld für die Code-Eingabe und einen Fingerabdrucksensor beherbergt. Wenn man genauer hinsieht, erkennt man aber über dem Scanner ein Funkzeichen. Dahinter verbirgt sich der Chip für NFC (Nahfeldfunk), der für Aliro notwendig ist. Das Zeichen markiert auch die Stelle, an die man ein Smartphone oder Smartwatch hält, um das Schloss zu öffnen (Tap-to-Unlock).

Nuki Keypad 2 NFC Test (2 von 3)
Am Funk-Zeichen erkennt man die NFC-Variante. (Foto: kwe)

Um die neue Funktion nutzen zu können, benötigt man ein Nuki-Schloss, das Matter unterstützt. Dabei handelt es sich um einen Standard, der es ermöglicht, dass Geräte unterschiedlicher Hersteller miteinander kommunizieren können. Aktuell beherrschen das Nuki Smart Lock Ultra, das Pro, das Go und Nuki-Smart-Locks der 4. Generation Matter. Im Praxistest von ntv.de kam das Ultra zum Einsatz, mit dem das neue Keypad ein rasant schnelles Duo bildet.

Einfache Einrichtung

Die Einrichtung ist einfach und über die App in ein paar Minuten erledigt. Auch die Montage des nach IP54 staub- und wasserfesten Geräts ist ein Kinderspiel: Man heftet die Halteplatte mit ihrem Klebestreifen an den gewünschten Platz neben der Tür und steckt das Keypad auf.

Diebe können es theoretisch ebenso einfach abnehmen, doch sie können damit nichts anfangen, da das Keypad keine gespeicherten Zugangscodes oder sicherheitsrelevanten Schlüssel enthält. Es dient nur als Eingabegerät. Wird es trotzdem gestohlen, erhält man von Nuki kostenlosen Ersatz, wenn man die Original-Rechnung sowie eine Anzeige bei der Polizei vorlegen kann.

Ohne Entsperren derzeit nur mit Apple oder Samsung

Um Tap-to-Unlock zu nutzen, hat man grundsätzlich zwei Möglichkeiten, die in der App entweder während der Einrichtung des Keypads 2 NFC oder später zur Wahl stehen. Voreingestellt ist der Nuki-App-Modus, der mit allen Smartphones funktioniert. Wie der Name vermuten lässt, muss dafür auf dem Handy die Nuki-Anwendung installiert sein. Außerdem muss man das Smartphone entsperren, bevor man es an das Keypad hält.

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Man hat zwei Optionen zur Auswahl. (Foto: kwe)

Beim Smart-Home-Modus ist beides nicht nötig. Aktuell muss dafür aber das Nuki-Schloss entweder in Apple Home oder Samsung SmartThings integriert sein. Man benötigt für die Verbindung zudem jeweils einen Matter-fähigen Hub. Bei Apple kann dies beispielsweise ein Apple TV oder ein HomePod sein. Bei Samsung können neben speziellen Smart-Home-Zentralen unter anderem neue Fernseher oder Soundbars als Hub dienen.

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Der Schlüssel wird in der Wallet hinterlegt. (Foto: kwe)

Google, das als Mitglied der Connectivity Standards Alliance (CSA), Aliro mitentwickelt, arbeitet derzeit noch an einer Umsetzung. Man erwartet allgemein, dass im Laufe des Jahres Ergebnisse präsentiert werden.

Die Schlüssel sind sicher

Wie Bankkarten oder Bordkarten werden die digitalen Schlüssel in der Apple-, Samsung- oder später einmal Google-Wallet hinterlegt. Gespeichert werden sie aber im Secure Enclave/Hardware-Keystore des Smartphones. Dabei handelt es sich um einen dedizierten Sicherheitschip, wo die Informationen Hardware-verschlüsselt, sicher vor dem Zugriff von Unbefugten, liegen. Selbst das Betriebssystem der Smartphones kann darauf nicht zugreifen. Dies gilt übrigens auch beim Nuki-App-Modus, der daher ebenso sicher ist.

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Den Express-Modus kann man bei Bedarf auch schnell wieder deaktivieren. (Foto: kwe)

Im Test von ntv.de kam Apple Home mit einem Apple TV 4K als Hub zum Einsatz. Die Umsetzung ist einfach: Nachdem der Smart-Home-Modus ausgewählt ist, wird man zur Home-App umgeleitet, wo man das Nuki-Schloss über seinen Matter-Code einbindet. Dafür genügt es normalerweise, einen QR-Code zu scannen, der dem Schloss beiliegt.

Express-Modus kann riskant sein

Danach wird man aufgefordert, "Zum Aufschließen tippen" zu aktivieren, der Schlüssel landet automatisch in der Wallet. Damit man die das iPhone nicht per Face ID oder Code entsperren muss, gilt es dann noch, in der Wallet-Karte den Express-Modus zu aktivieren.

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Man hält das iPhone mit der Oberseite an das Keypad. (Foto: kwe)

Im Test reagierten das Keypad und das Nuki Smart Lock Ultra so schnell auf das iPhone, dass es kaum möglich war, ein scharfes Foto von dem Vorgang zu machen. Das Gleiche gilt für das Entsperren mit einer Apple Watch. Was man dabei nicht vergessen darf: Ist der Express-Modus aktiv, können auch Diebe mit einem gestohlenen iPhone die Tür öffnen.

Fazit

Das Nuki Keypad 2 NFC bietet Nutzerinnen und Nutzern eine weitere Möglichkeit, ihr smartes Türschloss zu öffnen. Besonders praktisch ist der Smart-Home-Modus, bei dem man das Smartphone nicht einmal entsperren muss. Er hat aber den großen Nachteil, dass man Besuchern oder Familienmitgliedern keinen Zugang gewähren kann, wenn sie kein zum Hub passendes iPhone oder Samsung-Gerät haben. Für alle anderen Fälle muss man in den App-Modus wechseln.

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Die Aliro-Funktionen werden aber noch ausgebaut. Wer sich daher jetzt ein Keypad für ein kompatibles Nuki-Schloss anschaffen möchte, ist mit der NFC-Variante für die Zukunft gerüstet. Das einfache Keypad 2 mit Fingerabdrucksensor ist auch nur 20 Euro günstiger.

Quelle: ntv.de

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