Technik

Junge Helfer bei Bitcoin-Betrug? Twitter-Hacker griffen auch private Daten ab

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Nach der Attacke brodelt die Gerüchteküche über die Identität der Angreifer - vier junge Menschen aus der Gamerszene sollen zumindest an dem Hack beteiligt gewesen sein.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Attacke auf Twitter-Konten von Prominenten dient in erster Linie einem Bitcoin-Betrug. Doch die Angreifer bekommen auch Zugriff auf private Daten. Pikante Details aus dem Leben von Obama oder Kanye West sollen laut Twitter jedoch nicht dabei sein. Eine erste Spur zu den Tätern führt in die Gamer-Szene.

Bei der Hacker-Attacke auf Twitter haben sich die Angreifer zum Teil auch Zugang zu privaten Informationen der betroffenen Accounts verschafft. Bei bis zu acht Profilen hätten sie die kompletten Daten herunterladen, teilt das US-amerikanische Unternehmen mit. Doch der große Coup sei den Angreifern zumindest beim Datendiebstahl wohl nicht gelungen: Es soll sich dabei nicht um verifizierte Accounts gehandelt haben - damit dürfte keiner der Prominenten wie Ex-Präsident Barack Obama oder Tesla-Chef Elon Musk betroffen sein.

Twitter ist immer wieder Ziel von Cyberangriffen, aber so viele prominente Accounts wurden noch nie auf einmal gekapert. Das Unternehmen erklärt, einige Mitarbeiter seien "manipuliert" worden und die Angreifer hätten sich mit ihren Login-Daten Zugriff auf interne Systeme der Firma verschaffen können. Insgesamt seien 130 Accounts ins Visier der Hacker gekommen, bei 45 sei es ihnen gelungen, das Passwort zurückzusetzen, sich einzuloggen und Tweets zu versenden.

Die Angreifer hätten persönliche Informationen wie E-Mail-Adressen und Telefonnummern einsehen können - sowie möglicherweise auch andere Informationen. Dazu liefen die Untersuchungen weiter, heißt es in einem Blogeintrag von Twitter. Die erfolgreiche Hacker-Attacke war besonders alarmierend, weil es den Angreifern gelang, in interne Systeme des Dienstes einzubrechen und dabei Nachrichten von den als vertrauenswürdig geltenden verifizierten Profilen abzusetzen.

Stachelte "Kirk" junge Gamer zu Angriffen an?

Ausgangspunkt könnte ein Chat zwischen Gamern gewesen sein: Vier Hacker, die zumindest in Teilen beteiligt gewesen sein könnten, haben sich offenbar an die US-Zeitung "New York Times" gewandt und Einblicke in die Abläufe des Angriffs gegeben. Die Idee kam ihnen demnach während eines lockeren Chats auf der Gamer-Plattform Discord. Die mutmaßlichen Hacker gaben an, die Bitcoin-Idee gehe auf einen Internetnutzer mit dem Pseudonym "Kirk" zurück, der den Hackerangriff auch initiiert habe. Sie selbst hätten sich lediglich in die Konten weniger bekannter Twitter-Nutzer gehackt, sagten sie der Zeitung. Als auch die Konten bekannter Persönlichkeiten zum Ziel der Attacke geworden seien, hätten sie sich von "Kirk" abgewendet. Bei den vier Beteiligten soll es sich laut dem Bericht um junge Menschen handeln: Einer von ihnen gab demnach an, noch bei seiner Mutter zu leben.

Bei dem beispiellosen Twitter-Hack wurde am Mittwoch über die gekaperten Accounts ein Bitcoin-Betrug beworben: Nutzer wurden etwa vermeintlich von US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden, Microsoft-Gründer Bill Gates oder Amazon-Chef Jeff Bezos dazu aufgerufen, Kryptowährung einzuschicken, mit dem Versprechen, den Betrag doppelt zurückzuzahlen. Wohl in der Hoffnung auf den großen Gewinn folgten Nutzer dem Aufruf und überwiesen Bitcoins im Wert von mehr als 100.000 Dollar.

Quelle: ntv.de, joh/dpa/AFP