Technik

Gratis-Schutz genügt Warentest findet Microsoft Defender "gut"

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Microsofts bordeigener Virenwächter hat jetzt richtig Biss.

(Foto: dpa/kwe)

Stiftung Warentest testet 22 Antivirus-Programme. Der Windows Defender erweist sich dabei als guter Grundschutz, Nutzer sollten Microsofts Bordmittel aber mit anderen kostenlosen Abwehrtools ergänzen.

Microsofts Virenschutz Windows Defender schützt gut gegen Viren, aber nicht gegen alle Bedrohungen für den Computer, zeigt ein aktueller Test der Stiftung Warentest ("test"-Ausgabe 3/2019). Der im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbesserte Defender schnitt mit Gesamtnote "gut" ab.

Browser übernehmen Schutz vor Phishing

Laut Warentest erkennt der Defender Bedrohungen heute ebenso schnell wie die sehr guten Konkurrenz­produkte. Nur der Schutz vor Phishing – also dem Versuch, über bösartige Webseiten und E-Mail-Links Zugangs­daten argloser Nutzer abzugreifen – fehlt. Das über­lässt Microsoft dem Browser. PC-Nutzer sollten daher Software mit der entsprechenden Schutzfunktion verwenden, beispielsweise Mozillas Firefox, Microsofts Edge-Browser oder Google Chrome.

Drei Anbieter erhielten die Gesamtnote "sehr gut", 16 Programme die Gesamtnote "gut". Darunter waren auch kostenlose Programme von Bitdefender (1,5), Avast und AVG (beide 1,7), die Nutzer im Gegensatz zu Microsofts Windows Defender allerdings mit Werbung nerven. Kostenpflichtige Lösungen verzichten auf Werbung und bieten Zusatzfunktionen. Dabei sollte man vor einem Kauf prüfen, ob man diese auch benötigt oder gegebenenfalls woanders gratis bekommen kann. Ganz vorne lagen im Test unter anderem die Schutz-Programme von Bitdefender für rund 35 Euro im Jahr (1,4) und Eset für 28,50 Euro im Jahr (1,5).

Mit 65 Prozent wurde die Schutzfunktion bei der Gesamtnote am stärksten gewichtet, die Handhabung floss mit 25 Prozent, die Rechnerbelastung mit zehn Prozent in die Bewertung ein.

Macs kommen fast ohne Zusatzschutz aus

Das Betriebs­system MacOS ist weniger gefährdet, es gibt kaum Angriffs­szenarien. Stiftung Warentest hat nur 20 Schad­programme gefunden, die das Betriebssystem angreifen können. Denen sind Apple-Nutzer ohne Sicher­heits­software jedoch schutz­los ausgeliefert.

Vor allem vor Pass­wort­klau und Daten­diebstahl durch Phishing-Atta­cken sind Mac-Nutzer nicht gefeit. Die Warentest-Experten empfehlen deshalb einen Webbrowser mit Phishing-Schutz wie Safari, Firefox oder Chrome zu verwenden – oder ein Sicher­heits­programm, das Phishing-Versuche auch auf Apple-Rechnern zuver­lässig abwehrt.

Quelle: n-tv.de, kwe/dpa

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