Technik

Gut muss nicht teuer sein Warentest kürt die besten Tablets

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Mit Spitzentablets wie dem Galaxy Tab S2 lässt sich auch mal ein Laptop ersetzen.

(Foto: jwa)

Stiftung Warentest stellt Tablets auf den Prüfstand. Die Spitzenreiter kommen von Samsung und Apple und sind nicht günstig. Doch für preisbewusste Käufer gibt's schon unter 150 Euro gute Modelle.

Auf dem Tablet-Markt geht es weniger rasant zu als im Smartphone-Geschäft. Die Spitzenpositionen teilen sich im Warentest-Ranking unangefochten Samsung und Apple, und manche der oberen Listenplätze gehen an Geräte, die schon älter als ein Jahr sind. Gegen diese "Oldies" kommt laut Warentest kaum eins der neuen Geräte an - neuer ist also gerade hier nicht unbedingt besser. Wer sind die Spitzenreiter im 10-Zoll-Bereich, und wer hat bei den kleinen 7- bis 8-Zöllern die Nase vorn? Stiftung Warentest zieht nach 159 Tablet-Tests Bilanz.

Samsung dominiert bei den Großen

Unter den Spitzen-Tablets im Größenbereich 9,6 bis 10,1 Zoll (24,5 bis 25,7 Zentimeter) belegt Samsung gleich drei der oberen vier Ränge. Das rund ein Jahr alte Galaxy Tab S2 9.7 LTE gewinnt mit der Gesamtnote 1,7 ("Gut") den Test, überzeugen kann es neben starker Rechenleistung vor allem durch sein tolles Display. Darauf folgt das Galaxy Tab A6 LTE (Note 1,8, "Gut"), dessen Akku laut Warentest Lob verdient. Platz 3 belegt Apples iPad Pro 9.7 WiFi+Cellular, das dank gutem Funktionsumfang und einem guten Akku die Gesamtnote 1,9 ("Gut") bekommt.

Das ein Jahr ältere Samsung Galaxy Tab A 9.7 folgt auf Platz 4, es bekommt ebenfalls eine 1,9 und Pluspunkte für den Akku. Im Vergleich zum iPad Pro schneidet es im Punkt "Vielseitigkeit" besser ab. Apples Modelle liegen laut Warentest im Direktvergleich mit Samsungs Spitzen-Tablets vor allem bei der Displayqualität ein Stück zurück, zudem lässt sich ihr Speicherplatz nicht erweitern.  

Ebenfalls unter den besten Tablets finden sich Googles Pixel C auf Platz 5 (Gesamtnote 2,1, "Gut") und die Huawei-Modelle Mediapad T2 10.0 Pro (Platz 6, Note 2,1) und Mediapad M2 10.0 (Platz 8, Note 2,2). Komplettiert wird die Liste von Apples iPad Air 2 WiFi+Cellular (Platz 7, Note 2,2) und dem Medion Lifetab P10505 auf Rang 9 (Note 2,4, "Gut").

iPad Mini führt die Kleinen an

Bei den kleineren Top-Tablets macht Apples iPad Mini 4 das Rennen: Mit der Gesamtnote 2,0 ist es das Beste der 5 Kandidaten. Auf Rang 2 folgt das Zenpad S 8.0 von Asus (Note 2,3) und auf Platz 3 Huaweis Mediapad M2 8.0 (ebenfalls 2,3). Beide wurden von Warentest im Januar 2016 zuerst geprüft, das iPad Mini noch im Dezember 2015. Das aktuellste Top-Tablet bei den kleinen Displaygrößen ist das Asus Zenpad C 8.0 (2,4), das Samsung Galaxy Tab A 2016, 7.0 belegt mit der Note 2,5 ("Gut") Rang 5.

Die Topmodelle sind damit gekürt, doch beim Preis-Leistungsverhältnis sieht die Gewichtung deutlich anders aus. Denn die preislichen Unterschiede sind teils enorm: Das iPad Pro 9.7 kostet immerhin 810 Euro, der Spitzenreiter, das Galaxy Tab S2, ist für 490 Euro zu haben. Schon der Zweitplatzierte, das Galaxy Tab A 6, ist mit 298 Euro deutlich billiger. Also: Mit welchem Tablet macht man das beste Schnäppchen?

Welche Topmodelle sind auch Schnäppchen?

Warentest sieht Samsungs Galaxy Tab A6 auf Platz 1 der Schnäppchenliste, das Preis-Leistungs-Verhältnis ist hier am besten. Das Galaxy Tab A 9.7 LTE kostet 257 Euro und holt sich mit der Gesamtnote 1,9 den zweiten Schnäppchenplatz. Huaweis Mediapad T2 10.0 Pro führt im Preis-Leistungs-Ranking vorm Spitzenreiter Galaxy Tab S2, Medions Lifetab landet trotz des günstigen Preises (218 Euro) erst dahinter auf Rang 5.

Bei den Kleinen ist das Zenpad C 8.0 von Asus laut Warentest das beste Schnäppchen - es kostet 163 Euro und bekommt die Note 2,4 ("Gut"). Dicht dahinter folgt wieder ein Samsung-Gerät: Das Galaxy Tab A 2016, 7.0 für 135 Euro (Gesamtnote 2,5). Acers Iconia One 8 B1-850 für 129 Euro (Note 2,6, "Befriedigend") und das Huawei Mediapad M2 8.0 für 261 Euro (Note 2,3) runden die Schnäppchenliste ab.

Wichtige Fragen vor dem Kauf

Wer sich für ein Tablet interessiert, muss sich mehrere Fragen stellen: Wieviel Leistung brauche ich, welche Ausstattung ist mir wichtig, und was soll das Gerät kosten? Erschwert wird die Orientierung im Markt dadurch, dass nicht immer die neuen Modelle auch besser sind als ältere Semester. Außerdem ist die Namensgebung der Hersteller mitunter sehr verwirrend. Samsung zum Beispiel hat die teure S-Reihe und die günstigeren A-Modelle. Oft findet sich im Namen auch noch ein Hinweis auf die Displaygröße (8.0, 10.1 oder 9.7 geben die Bildschirmdiagonale in Zoll an).

Grundsätzlich gilt: Wer sein Tablet für ansprechendes Gaming und Videostreaming verwenden will, sollte auf Leistung setzen. Rechen- und Grafik-Power der Luxus-Modelle sind oft deutlich höher als bei den günstigen Modellen. Samsungs teure S-Klasse setzt zudem zum Beispiel auf AMOLED-Displays mit besonders knackigen Farben und hohen Kontrasten.

Eindeutiges Fazit

Auch Speicher kostet Geld - je mehr interner Speicher, desto teurer ist oft das Tablet. Per microSD lassen sich zwar kleine Kapazitäten erweitern, doch nicht alle Apps lassen sich auf die externe Karte verschieben, und ein voller interner Speicher nervt spätestens beim nächsten größeren App- oder Betriebssystem-Update. Finger-Scanner schützen vor dem Zugriff Fremder und machen das Entsperren bequemer, aber auch die kosten Geld. Das gleiche gilt für ein Mobilfunkmodem: LTE-Tablets kosten oft viel mehr als die gleichen Modelle in der WLAN-Ausführung. Wer sein Tablet nur Zuhause nutzt, kann getrost zur WLAN-Variante greifen, für unterwegs können LTE-Geräte von Vorteil sein.    

Das Fazit der Tester ist trotz aller Unübersichtlichkeit eindeutig: Das Galaxy Tab A 6 LTE ist das beste aktuelle Tablet, das zweitbeste unter den Top-Modellen und der Sieger des Preis-Leistungs-Tests. Es hat unter anderem einen Spitzenakku und eine gute Kamera. Das zweitbeste neue Modell ist Huaweis Mediapad T2 10.0 Pro. Zum Spielen von 3D-Games eignen sich auch das das Medion Lifetab und sogar das "Befriedigend" bewertete Asus Zenpad 10.0.

Quelle: ntv.de, jwa