Technik

Vermatschte Streaming-Nacht Warum Game of Thrones so schlecht aussah

Game of Thrones 8 Bildqualität.jpg

Solche Szenen schreien nach 4K-Auflösung und HDR - doch diese Qualität gibt's im Streaming derzeit nicht.

(Foto: AP)

Viele Zuschauer beschweren sich über die Bildqualität der jüngsten Folge von "Game of Thrones", die ihnen die düstere Stimmung vermiest. Je nach Streaming-Quelle sind die Probleme mal stärker, mal schwächer ausgeprägt. Woran liegt's und kann man daran etwas ändern?

Die jüngste Folge von "Game of Thrones" ist atemberaubend spektakulär, seit "Herr der Ringe" hat man wohl kaum eine epischere Fantasy-Schlacht gesehen. Doch der Genuss wird bei vielen Nutzern durch eine mehr als bescheidene Bildqualität getrübt. Manche müssen sich selbst in abgedunkelten Räumen anstrengen, in den vermatschten Nachtszenen überhaupt etwas zu erkennen, für andere kommt der Winter mit dicken Klötzchen-Kristallen.

Auch der beste und teuerste Fernseher lindert die Probleme kaum, denn die Ursachen liegen mehr in den Streaming-Quellen und darin, über welche App oder welches Gerät der Inhalt auf den Bildschirm kommt. Daran kann man ein wenig ändern, aber wenn man die dritte Folge der achten Staffel von "Game of Thrones" in ihrer ganzen düsteren Pracht genießen möchte, muss man die Episode wohl kaufen, am besten als Blu-ray-Disc.

Geringe Auflösung bei Sky Ticket

In Deutschland schauen sich viele Nutzer die Serie über Sky Ticket an, die einzige Quelle neben einem teureren Sky-Abo, die sie parallel zu ihrer Erstausstrahlung in den USA bringt. Damit sind Probleme bei der Bildqualität programmiert. Denn Sky Ticket streamt "Game of Thrones" bestenfalls in der HD-Auflösung 720p. Außerdem werden die Inhalte für die Übertragung komprimiert, um die Menge der Daten zu reduzieren. So wird vermieden, dass Server und Leitungen durch hohe Bitraten zu schnell überlastet sind.

Auf dem Smartphone ist dies vielleicht noch ausreichend, aber auf TV-Displays sieht man die mindere Qualität sofort, vor allem bei größeren Bildschirmdiagonalen. In hellen Szenen fällt dies weniger auf, am deutlichsten erkennt man die fehlenden Informationen hier bei großen Flächen, beispielsweise an Klötzchen-Wolken im Himmel.

Je dunkler, desto schlimmer

Besonders negativ wirkt sich eine niedrige Auflösung aber in dunklen Szenen aus, dann ist der Nachthimmel auch auf den besten OLED-Displays alles andere als schwarz, sondern eine vermatschte Fläche in Grautönen, in die sich oft noch lila Klötzchen mischen. Und richtig schlimm wird es, wenn die Nacht durch Feuer, Flammen und Explosionen erhellt wird - Situationen, mit denen eigentlich nur ein HDR-Bild in 4K-Auflösung zurechtkommt.

Folge 3 der achten Staffel heißt nicht umsonst "Die lange Nacht", was ein optisch befriedigendes Erlebnis in 720p quasi unmöglich macht. Wenn dann auch noch die Qualität durch schlechte Internetverbindungen oder überlastete Server sinkt, möchte man eigentlich nur noch abschalten. Bei hochwertigen Fernsehern kann man ein wenig durch Einstellungen retten, doch fehlende Bildinformationen können auch die besten Algorithmen nicht ersetzen.

TV-App schlägt Apple TV

Erstaunlicherweise spielt es offenbar auch eine Rolle, wie man Sky Ticket auf dem Fernseher empfängt. Bei n-tv.de gab es beispielsweise große Unterschiede bei den Streams über Apple TV 4K oder die App des Fernsehers. Server-Probleme bei Sky oder Schwankungen in der Übertragungsrate des Internetanbieters kamen dabei nicht vor. Das deutlich bessere Ergebnis lieferte letztendlich die TV-Anwendung. Bei anderen Nutzern ist dies in Kombination mit einem unterschiedlichen Fernseher oder Internetanbieter vielleicht wieder ganz anders.

Letztendlich war "Die lange Nacht" auch in der besten Streaming-Qualität über Sky Ticket kein ungetrübtes Vergnügen und wohl meilenweit davon entfernt, wie es bei höchster HDR-Qualität auf einem erstklassigen Display aussehen könnte. Wenn man eine bessere Qualität haben möchte, kommt man nicht darum herum, mehr Geld auszugeben.

Höhere Qualität kostet mehr

Sky strahlt Serien nur in einem Sky-Q-Abo in Full-HD aus, für das mindestens 12,50 Euro im Monat bei einer Mindestvertragslaufzeit von einem Jahr fällig sind. Wenn man die komplette Staffel oder einzelne Folgen bei Amazon Video oder iTunes für rund 20 Euro beziehungsweise 3 Euro kauft, bekommt man die Serie ebenfalls mit 1080p gestreamt - so lange die Internetverbindung mitspielt. In Googles Play Store und bei Maxdome gibt's die Folgen mit einem Tag Verspätung für jeweils rund 2,50 Euro, die komplette Staffel kostet 16,50 Euro. Laut einem Reddit-Thread gibt's die beste Bitrate derzeit wohl bei Amazon.

Um das Finale von Game of Thrones in 4K und vielleicht HDR zu genießen, muss man auf die Blue-ray-Disc warten, die wahrscheinlich nicht vor dem Herbst auf den Markt kommt.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema