
Wi-Fi 8 steht in den Startlöchern. Der kommende WLAN-Standard soll keine neuen Geschwindigkeitsrekorde setzen, sondern Verbesserungen bieten, die im Alltag weit nützlicher sind.
Wi-Fi 7 hat sich erst im vergangenen Jahr richtig etabliert, trotzdem funken viele Geräte bisher nicht im aktuellsten WLAN-Standard. Das liegt oft daran, dass ihn Router nicht unterstützen, die in Haushalten gewöhnlich weitaus seltener als etwa Smartphones ausgetauscht werden. Noch seltener wird das volle Potenzial von Wi-Fi 7 ausgenutzt. Beispielsweise wird erst die kommende Fritzbox 6690 Pro der erste Router der Fritz GmbH (früher AVM) sein, der Wi-Fi 7 auf allen drei Funkbändern (2,4 GHz, 5 GHz und 6 GHz) unterstützt.
Trotzdem steht bereits der kommende Standard Wi-Fi 8 in den Startlöchern. Auf der heute endenden Consumer Electronics Show (CES) stellten Hersteller erste Geräte vor, die damit funken können, unter anderem Asus, MediaTek und Broadcom. Das heißt nicht, dass bereits in diesem Jahr Router mit Wi-Fi 8 auf den Markt kommen, voraussichtlich wird der Standard erst 2028 durchstarten. Man darf sich aber schon darauf freuen, denn er bringt einige sehr nützliche Verbesserungen.
Zuverlässigkeit im Zentrum
Neue Geschwindigkeitsrekorde stehen dabei nicht auf der Agenda - wenngleich sie möglich sind. Die Latte bei Datenraten auf ein neues Niveau zu legen, ist die Aufgabe von Wi-Fi 7, auf dem der neue Standard basiert. Er ist eher eine Weiterentwicklung, die die Errungenschaften des Vorgängers alltagstauglich verbessern soll. Die zentrale Eigenschaft ist Zuverlässigkeit.
Bei Wi-Fi 7 ist das weiterhin nicht der Fall. Obwohl die Übertragungsraten des Standards die Anforderungen oft um ein Vielfaches übertreffen, kommt es beim Streaming von Filmen oder Serien oder bei Videokonferenzen immer noch zu Aussetzern oder Verzögerungen. Das liegt daran, dass auch das modernste WLAN gegen Störeinflüsse empfindlich ist, speziell bei einem schwächeren Signal und wenn es in der Umgebung viele Funkquellen gibt.
Stabilere Verbindungen
Wi-Fi 8 soll auch unter schlechten Bedingungen stabilere Verbindungen bieten. Dazu passt der Standard Geschwindigkeit, Signalstärke und Übertragungsart in kleinen, gezielten Schritten laufend an die aktuelle Funklage an, anstatt bei Störungen "überzureagieren".
Bessere Koordination von Zugangspunkten
Wer zu Hause ein Mesh-Netz gespannt hat, weiß, dass die Übergabe von verbundenen Geräten (Clients) zwischen Zugangspunkten nicht immer reibungslos klappt. Unter Wi-Fi 8 koordinieren sich Router und Zugangspunkte intelligenter, um Funkstörungen zu reduzieren und Bereiche mit schlechter Abdeckung zu verbessern.
Minimierte Latenzen
Um die Verzögerungen (Latenzen) zu minimieren, setzt Wi-Fi 8 bei der Übertragung Prioritäten für wichtige Datenpakete, etwa für Sprache, Video oder Gaming, und schickt andere in die Warteschleife. Dadurch werden Reaktionszeiten deutlich verkürzt.
Effizientere Nutzung des Funkspektrums
Eine intelligentere Zuteilung ist auch der Weg zu einer effizienteren Nutzung des Funkspektrums (2,4, 5 und 6 GHz). Das Netzwerk erkennt besser, welche Geräte gerade viele oder wichtige Daten senden müssen, und verteilt die verfügbaren Funkressourcen (Funkkanäle, Sendezeiten) entsprechend. So kommt es seltener zu Staus, zu weniger gegenseitigen Störungen und insgesamt zu einer gleichmäßigeren, stabileren WLAN-Leistung.
Rückwärtskompatibilität
Wenn Wi-Fi 8 kommt, muss man sich keine Sorgen machen, dass ältere Geräte damit nicht funktionieren. Wie die Vorgänger ist der neue Standard rückwärtskompatibel. Das heißt, auch ein Smartphone oder Laptop mit Wi-Fi 7, 6E, 6, 5 oder noch betagteren WLAN-Fähigkeiten verbindet sich mit einem Wi-Fi-8-Router. Sie können nur nicht dessen Vorteile nutzen. Das Gleiche gilt umgekehrt für Wi-Fi-7-Geräte, die mit einem älteren Router funken.
