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Top-Smartphone für 450 Euro Xiaomi Mi 9T Pro ist ein echter Chinakracher

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Auch der Rücken des Xiaomi Mi 9T Pro kann entzücken.

(Foto: kwe)

Das Mi 9T Pro ist in fast jeder Hinsicht so gut wie ein 900 Euro teures Smartphone, kostet aber nur die Hälfte. Der Preiskampf in der oberen Mittelklasse wird mit dem Chinakracher deutlich verschärft.

Xiaomi-Smartphones konnte man schon vorher mit einiger Verzögerung in Deutschland bekommen. Doch erst mit dem Mi 9T Pro geht Xiaomi hierzulande offiziell in die Offensive und eröffnet auch ein Hauptquartier in Düsseldorf. Die Chinesen haben viel vor, wollen aus ihrem großen Portfolio weitere Geräte nach Deutschland bringen, Showrooms eröffnen und langfristig auch mit ihren Diensten Geld verdienen. Das Mi 9T Pro ist für Xiaomi eine gute Visitenkarte. Das Mittelklasse-Smartphone überzeugt mit einer Oberklasse-Ausstattung zum Kampfpreis.

Schön flaches Display

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Der Rand ums Display ist sehr schmal.

(Foto: kwe)

Was bei dem Gerät zuerst auffällt, ist sein schönes 6,4 Zoll großes Display. Es kann für ein AMOLED-Display außergewöhnlich hell leuchten, glänzt mit kräftigen Farben und Kontrasten. Mit 402 Pixel pro Zoll (ppi) ist es auch ausreichend scharf. Im Gegensatz zu vielen anderen aktuellen Smartphone-Displays ist es an den Längsseiten nicht nach hinten gewölbt. Das mag vielleicht nicht ganz so schick aussehen, ist aber im Alltag die bessere, weil praktischere Lösung. Gebogene Bildschirme täuschen nur einen schmaleren Rand vor und Inhalte werden in den Wölbungen verzerrt dargestellt.

Über zu viel Rand kann sich beim Mi 9T Pro aber niemand beschweren, das Display nimmt rund 92 Prozent der Vorderseite ein. Das liegt unter anderem daran, dass bei dem Gerät die Selfiekamera bei Bedarf aus dem Rahmen ausfährt. Das erinnert unter anderem an das OnePlus 7 Pro, Xiaomi macht den Vorgang aber mit blauen LEDs zu einer kleinen Lightshow. Das macht Spaß und funktioniert in der Praxis auch wunderbar.

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Hauptkamera, ...

(Foto: kwe)

Allerdings muss sich bei Geräten mit Pop-up-Kamera noch herausstellen, wie robust sie sind. Sandkörner könnten beispielsweise ein Problem werden. Aufpassen sollte man ohnehin ein bisschen, denn das Handy ist nicht gegen Staub und Wasser geschützt. Bei Stürzen sind eher das Display und die gläserne Rückseite als die Selfiekamera gefährdet. Denn Sensoren fahren die Selfiekamera automatisch ein, wenn das Gerät abschmiert. Gut ist außerdem, dass Xiaomi das Gerät inklusive Schutzhülle verkauft.

Flott unterwegs

Auch der optische Fingerabdrucksensor versteckt sich beim Xiaomi Mi 9T Pro, bis er gebraucht wird: Er ist ins Display integriert. Der Sensor reagiert schnell und zuverlässig und rundet den insgesamt äußerst flotten Eindruck des Smartphones ab. Die Geschwindigkeit verdankt das Gerät seinem starken Innenleben. Mit Qualcomms Snapdragon 850 und 6 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher ist das Mi 9T Pro ebenso gut ausgestattet wie viele doppelt so teure Oberklasse-Boliden. Dabei kann das Smartphone durch eine effektive Grafit-Kühlung auch bei hoher Beanspruchung seine Top-Leistung halten.

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... Ultraweitwinkelkamera, ...

(Foto: kwe)

Auch beim Akku hat sich Xiaomi nicht lumpen lassen. Eine stolze Kapazität von 4000 Milliamperestunden hält das Gerät bei normalem Gebrauch rund zwei Tage am Laufen. Im Test sank die Anzeige bis zur Nacht eigentlich nie unter 40 Prozent. Wenn's pressiert, ist die Batterie mit dem mitgelieferten 18-Watt-Netzteil in knapp eineinhalb Stunden wieder gefüllt. Hat man ein 27-Watt-Ladegerät, geht's noch schneller. Induktiv kann man das Smartphone nicht laden.

Der interne Flash-Speicher ist mit 128 GB ebenfalls recht üppig ausgefallen. Allerdings schluckt das Mi 9T Pro keine microSD-Karten, sondern lediglich eine zweite SIM-Karte. Dafür dürfen sich Besitzer des Smartphones über eine gute, alte Klinkenbuchse für verkabelte Kopfhörer freuen.

Überdurchschnittliche Kamera

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... Telekamera.

Normalerweise muss man auch bei leistungsstarken Mittelklasse-Smartphones mit einer bestenfalls durchschnittlichen Kameraausstattung leben, da diese Bauteile recht teuer sind. Doch auch diese Schwäche erlaubt sich das Mi 9T Pro nicht. Zwar kann die Triple-Kamera auf der Rückseite nicht ganz oben mitknipsen, aber sie ist trotz allem überdurchschnittlich gut.

Vor allem die 48-Megapixel-Hauptkamera mit Blende f1.75 macht was her. Sie macht bei Tageslicht ausgezeichnete Fotos, die durch realistische Farben, schöne Kontraste, eine gute Ausleuchtung und viele Details überzeugen. Besonders bei den Feinheiten arbeitet Xiaomis Software besser als viele andere. Das bleibt auch bis in die Dämmerung so. Nachts produziert die Kamera immer noch recht ordentliche Ergebnisse, die Aufnahmen sind aber sichtbar schwächer als beispielsweise beim OnePlus 7 Pro, dem Huawei P30 Pro oder dem Google Pixel 3a.

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Nachts hat die Kamera unter anderem Probleme mit Lichtquellen.

(Foto: kwe)

Die Video-Qualitäten der Hauptkamera sind ebenfalls sehenswert. Sie beherrscht 4K-Aufnahmen mit 60 Bildern pro Sekunde (fps), produziert scharfe Aufnahmen mit gefälligen Kontrasten und Farben und sie kann gut mit wechselnden Lichtbedingungen umgehen.

Auch die Ultraweitwinkel-Kamera (13 MP/f2.4) und das Teleobjektiv (8 MP/f2.4) liefern bei Tageslicht prima Ergebnisse ab, wobei erneut die guten Details hervorzuheben sind. Allerdings haben beide bei weniger Licht schneller Probleme als die Hauptkamera und die Telekamera bietet lediglich eine zweifache optische Vergrößerung. Die 20-Megapixel-Frontkamera (f2.2) produziert gute Selfies, auch das künstliche Bokeh ist okay. Aber wenn sie nicht aus dem Rahmen fahren würde, wäre sie nicht weiter erwähnenswert.

Sehr starkes Preis-Leistungs-Verhältnis

Wenn man mit dem Xiaomi 9T Pro arbeitet, merkt man eigentlich nie, dass man ein 450-Euro-Smartphone in den Händen hält. Es fühlt sich nicht nur wie viel teurere Oberklasse-Geräte an, es ist auch fast genauso gut. Aktuell gibt es kaum ein Smartphone zu diesem Preis, das dem Gerät das Wasser reichen könnte.

Quelle: n-tv.de

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