Technik

Ich bin kein Roboter! iOS 16 beendet Captcha-Nerverei

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Fast jeder Internetnutzer hat schon nach Ampeln gesucht.

(Foto: Buster Captcha Solver)

Viele Webseiten verlangen, kleine Rätsel zu lösen, bevor man Eingaben machen darf. Das nervt und kostet Zeit. Mit iOS/iPadOS 16 oder macOS Ventura ist dies aber möglicherweise bald Vergangenheit, denn die Betriebssysteme können stellvertretend beweisen, dass kein Roboter zugange ist.

Was für eine Erleichterung! Wenn Apple im Herbst iOS/iPadOS 16 und macOS Ventura veröffentlicht, werden iPhone- und Mac-Nutzer nur noch selten oder sogar nie mehr von Captchas genervt. Denn die Betriebssysteme können die lästigen Rätsel dann ersetzen und gleichzeitig Sicherheit und Datenschutz verbessern.

Der Begriff Captcha steht für "completely automated public Turing test to tell computers and humans apart", was so viel heißt wie "ein vollautomatischer öffentlicher Turing-Test, um Menschen und Computer unterscheiden zu können." Der Turing-Test geht zurück auf den genialen britischen Mathematiker und Informatiker Alan Turing, der 1950 eine Methode entwickelte, wie man bei einer Kommunikation herausfinden kann, ob man es mit einem Menschen oder einer Maschine zu tun hat.

Wirksam, aber nervig

Captchas sind eine sehr einfache, aber wirksame Möglichkeit, Roboter zu entlarven. Für die meisten Maschinen ist es im Gegensatz zu Menschen nach wie vor schwer, alle Ampeln oder Fußgängerüberwege in einem Bilderrätsel herauszusuchen oder Zeichenkombinationen zu wiederholen, die kaum leserlich sind.

Captchas sind grundsätzlich auch sehr sinnvoll, denn sie verhindern, dass Roboter Eingabeformulare auf Webseiten oder in Apps für Spam-Angriffe missbrauchen. Immerhin sind laut "Bad Bot Report" rund 28 Prozent des gesamten Internetverkehrs auf "böse Maschinen" zurückzuführen.

Aber auch Nutzer scheitern hin und wieder an solchen Aufgaben und die Captchas kosten unnötig Zeit. Deshalb wird es für sie eine höchst willkommene Neuerung sein, wenn die Apple-Betriebssysteme für sie beweisen können, kein Roboter zu sein. Laut "MacRumors" kann man die Funktion beispielsweise in iOS 16 in den Einstellungen unter Apple IDPasswort & Sicherheit als Automatische Verifizierung aktivieren.

Drei Beteiligte

Um Captchas ersetzen zu können, generiert das Betriebssystem über die iCloud im Hintergrund sogenannte private Zugriffstoken. Wenn ein Server das neue Protokoll unterstützt, verifiziert Apple zunächst, dass Nutzer korrekt mit einer gültigen Apple-ID angemeldet und Geräte nicht kompromittiert sind. Ist alles okay, ruft der Hersteller bei einer vertrauenswürdigen Zertifizierungsstelle einen Token ab, der über das Gerät an den Server übermittelt wird.

Das ist nicht nur praktisch und sicher, sondern stärkt auch den Datenschutz, da die beteiligten Unternehmen untereinander keine Informationen weitergeben. Die Website kennt nur die IP-Adresse, ohne die sie keine Verbindung herstellen kann. Der Hersteller kennt nur die Gerätedaten und der Zertifizierer alleine die besuchte Website. Persönliche Daten wie Telefonnummer oder E-Mail-Adresse sind tabu.

Hoffnung auch für Android- und Windows-Nutzer

Damit es Apple-Nutzer künftig nur noch selten mit Captchas zu tun haben, müssen möglichst viele Webseiten oder Apps kompatibel sein, also Dienste nutzen, die die automatische Verifizierung unterstützen. Das könnte klappen, "MacRumors" zufolge sind bereits die großen Anbieter Cloudflare und Fastly an Bord.

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Es gibt auch berechtigte Hoffnung für Nutzer von Android- oder Windows-Geräten. Denn laut "Engadget" spricht Apple aktuell nicht nur mit diesen beiden Unternehmen, sondern auch mit Google. Das Ziel soll sein, private Zugriffstoken zum offenen Standard zu machen.

Nutzer, die schon jetzt weniger Captchas lösen wollen, können die Browser-Erweiterung Buster ausprobieren, die es für Google Chrome, Mozilla Firefox, Microsoft Edge und Opera gibt. Sie funktioniert bei Bilderrätseln, die alternativ eine Audio-Aufgabe stellen. Über Spracherkennung versteht das Tool, was zu tun ist und trägt die Lösung selbstständig ein.

Quelle: ntv.de, kwe

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