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Dreieinhalb Jahre Haft wegen Kundgebung Ägyptisches Gericht verurteilt 119 Muslimbrüder

Ein ägyptisches Gericht hat 119 Anhänger der Muslimbruderschaft zu jeweils drei Jahren Gefängnis verurteilt. Wie es aus Justizkreisen hieß, stehe das Urteil im Zusammenhang mit Protesten am 6. Oktober vergangenen Jahres gegen die Absetzung von Präsident Mohammed Mursi. Die Muslimbrüder hatten damals zu den Kundgebungen aufgerufen, bei denen über 50 Menschen ums Leben kamen. Den Angeklagten waren Rowdytum und rechtswidrige Versammlung vorgeworfen worden. Sechs von ihnen wurden freigesprochen.

Die vom Militär gestützte Regierung hat die Muslimbruderschaft inzwischen verboten und damit in den Untergrund gedrängt. Hunderte ihrer Anhänger wurden in den Wochen nach Mursis Sturz getötet, Tausende festgenommen. Im März hatte ein Gericht im Süden des Landes 529 Mursi-Anhänger zum Tode verurteilt, sie waren unter anderem des Mordes angeklagt gewesen. Das harte Urteil hatte scharfe Kritik von Menschenrechtlern und westlichen Regierungen hervorgerufen.

Die Muslimbruderschaft war bis zum vergangenen Jahr die am besten organisierte politische Partei. Doch die Regierung hat sie zur terroristischen Vereinigung erklärt und wirft ihr vor, sich der Gewalt verschrieben zu haben, nachdem Mursi nach wochenlangen Massenprotesten gestürzt worden war. Die Muslimbrüder sprechen von einem Militärputsch gegen den ersten frei gewählten Präsidenten des Landes und erklären, sie selbst hätten friedlich dagegen protestiert.

Quelle: n-tv.de, rts