Wirtschaft

Mehr als jeder Zweite betroffen 360.000 Jobs in der Autoindustrie in Gefahr

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Mitarbeiter der Montage arbeiten im Mercedes-Benz-Werk in Sindelfingen an Autos der S-Klasse.

(Foto: picture alliance / Sebastian Gol)

Dass der technologische Wandel in der Autoindustrie Arbeitsplätze kosten wird, ist unumstritten. Wie viele Jobs es genau sein werden, darüber wird allerdings noch gerätselt. Besorgniserregende Zahlen für Deutschland liefert jetzt eine neue Modellrechnung.

Durch den Strukturwandel in der Automobilindustrie könnten deutlich mehr Arbeitsplätze wegfallen als bisher erwartet. Zu diesem Schluss kommt laut einem Bericht des "Spiegel" der Pforzheimer Wirtschaftswissenschaftler Rudi Kurz. Er riet dazu, Politik und Wirtschaft sollten sich frühzeitig um den Aufbau neuer Jobs "jenseits des Mobilitätssektors" bemühen.

Aus einer Modellrechnung von Kurz im Auftrag des Umweltverbands BUND ergibt sich dem Bericht zufolge, dass in den kommenden zehn Jahren 360.000 Jobs in der deutschen Autoindustrie wegfallen könnten. Eine Prognose des Fraunhofer-Instituts IAO war vor einiger Zeit noch von einem Minus von etwa 125.000 Stellen ausgegangen.

Der Unterschied ergibt sich laut "Spiegel" daraus, dass Kurz allein vom Wegfall von 150.000 der derzeit etwa 800.000 Stellen in der Autoindustrie durch Fortschritte bei der Produktivität ausgeht. Weitere 160.000 Stellen würden demnach hinfällig, weil bei der Herstellung von Elektroautos weniger Teile und damit auch weniger Arbeitskräfte benötigt werden als bei Fahrzeugen mit fossilem Verbrennungsmotor. Außerdem dürften laut Kurz 50.000 Stellen in der Autobranche entfallen, wenn mehr Menschen auf öffentliche Verkehrsmittel oder neue Mobilitätsdienste umsteigen.

Quelle: ntv.de, ddi/AFP