Wirtschaft

Viele Kurse fallen immer weiterAusverkauf von Tech-Aktien an US-Börsen vernichtet Billionenwerte

15.10.2026, 17:28 Uhr
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Platzt die KI-Blase? Noch ist es für ein solches Urteil zu früh. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Anleger vieler gehypter Technologieaktien müssen in diesen Tagen stark sein. Inflationssorgen und Zweifel an der Finanzierung des KI-Booms sorgen für heftige Kursrücksetzer. Aber auch in anderen Bereichen gibt es massive Verluste.

Ein anhaltender Ausverkauf bei Technologieaktien belastet die US-Börsen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte lag am Morgen (Ortszeit) 0,3 Prozent höher bei 51.755 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,6 Prozent auf 7672 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel dagegen deutlich um 1,4 Prozent auf 26.309 Punkte.

Der Philadelphia-Halbleiter-Index steuert nach sieben Verlusttagen in Folge auf Einbußen von mehr als zwei Billionen Dollar an Börsenwert zu. Anleger sehen die hohen Bewertungen der Technologieaktien zunehmend kritisch. Zudem belastete die Aussicht auf weiter steigende Zinsen, da diese die Finanzierungskosten der Firmen erhöhen.

Chiphersteller TSMC schlug aufgrund makroökonomischer Unsicherheiten ebenfalls vorsichtige Töne für das Jahr 2027 an, was die Stimmung zusätzlich trübte. Anleger bezweifeln zunehmend, dass sich die milliardenschweren Investitionen in die Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI) auszahlen werden.

Die Vertrauenskrise traf unter anderem die Aktien des defizitären KI-Cloud-Unternehmens CoreWeave, die den zweiten Tag in Folge einbrachen und sieben Prozent verloren. "Der Markt wird sich allmählich bewusst, dass KI-Nachfrage und ein profitables Geschäftsmodell zwei ganz unterschiedliche Dinge sind", sagte Axel Rudolph, Analyst bei der IG Group. "Wenn die Kapitalkosten weiter steigen, reicht selbst eine starke Nachfrage möglicherweise nicht aus, um die am stärksten verschuldeten Akteure zu schützen."

Rocket Lab verschiebt Raketenstart

Aktien von Rocket Lab fielen um 13 Prozent. Der Raumfahrtkonzern hat den ersten Start seiner neuen Trägerrakete Neutron auf 2027 verschoben. Grund für die Verschiebung seien Mängel in den Kohlefaserschichten der Treibstofftanks, teilte Rocket Lab mit. Ursprünglich war der Start für das vierte Quartal 2026 vorgesehen gewesen.

Die Analysten von TD Cowen prognostizierten, der erste Start könne sich bis ins zweite Quartal 2027 oder später verschieben. Rocket Lab betonte, man gebe der Zuverlässigkeit Vorrang vor der Geschwindigkeit. Die Neutron ist eine wiederverwendbare Rakete, mit der Rocket Lab um größere kommerzielle und staatliche Aufträge konkurrieren will. Analysten der Berenberg Bank schreiben in einer Studie, die Verzögerung sei zwar erwartet worden, belaste jedoch die Stimmung der Anleger. Die finanziellen Auswirkungen seien jedoch gering.

Aktien des Agrarchemiekonzerns FMC brachen nach einem trüben Ausblick um 34 Prozent ein. Im dritten Quartal werden Aufwendungen in Höhe von 625 bis 675 Millionen Dollar anfallen, die den Umsatz und das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) schmälern werden.

Quelle: ntv.de, rog/rts

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