Technische ProblemeBahn streicht ICE Berlin-Paris vorerst aus dem Fahrplan

Seit Dezember 2024 fährt ein ICE direkt zwischen den Hauptstädten Paris und Berlin. Wegen eines technischen Problems fliegt die Verbindung aber vorerst aus dem Fahrplan. Passagiere müssen wieder umsteigen.
Die Deutsche Bahn hat den direkt zwischen Berlin und Paris fahrenden ICE vorerst aus ihrem Fahrplan genommen. "Grund dafür sind technische Probleme mit dem europäischen Zugsicherungssystem der Firma Alstom", wie ein Bahnsprecher bestätigte. Die Bahn fordere Alstom auf, "die Fehler umgehend zu beheben".
Alstom erklärte, seine Teams arbeiteten "mit Hochdruck" und eng mit der Bahn daran, die technischen Schwierigkeiten zu beheben. Das Unternehmen bedauere die "Störungen" auf der Strecke und die damit verbundenen Unannehmlichkeiten für die Reisenden, erklärte der Konzern gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Das Unternehmen sei fest entschlossen, gemeinsam mit der Deutschen Bahn einen "sicheren und zuverlässigen Betrieb" der Verbindung zu gewährleisten.
Konkret geht es um das europäische Zugsicherungssystem ETCS. Alstom ist damit beauftragt, die von Siemens gebauten ICE mit der neuen ETCS-Technik auszurüsten. Das System wird für den Betrieb der Züge auf der direkten Verbindung Berlin-Frankfurt-Paris benötigt.
Fahrgästen mit entsprechenden Buchungen habe die Deutsche Bahn über seine App DB Navigator und per E-Mail mitgeteilt, dass sie nun in Frankfurt am Main oder Mannheim umsteigen müssen, meldete der Berliner "Tagesspiegel". Wann der Betrieb wieder aufgenommen werden kann, sei noch unklar.
Die Direktverbindung war im Dezember 2024 mit einer feierlichen Zeremonie in Betrieb genommen worden. Der damalige Bundesverkehrsminister Volker Wissing (parteilos) sagte, es gehe um "gelebte Freundschaft". Der damalige Bahn-Chef Richard Lutz sprach von einem "Sinnbild" der guten deutsch-französischen Zusammenarbeit, die wiederum das Rückgrat eines geeinten Europas sei.
Der ICE Berlin-Paris war laut "Tagesspiegel" im Schnitt zuletzt zu rund 80 Prozent ausgebucht. Neben Verbindungen mit Umstieg können Reisende auch die Nachtzüge des niederländisch-belgischen Start-ups European Sleeper buchen, die beide Hauptstädte direkt verbinden.