Wirtschaft

Moody's senkt den Daumen Commerzbank-Rating sinkt

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Hohe Kosten durch den Stellenabbau.

(Foto: dpa)

Die Commerzbank bleibt ein Sorgenkind. Moody's senkt ihr Rating um eine Stufe. Allerdings ist der Ausblick nicht mehr so negativ. Aufgrund der schwachen Ergebnissituation sei das Dax-Unternehmen nach wie vor gewissen Risiken ausgesetzt, heißt es.

Moody's hat den Daumen über die Kreditwürdigkeit der Commerzbank gesenkt. Um eine Stufe auf "Baa1" von "A3 negativ" setzte die Ratingagentur die Bewertung der langfristigen Bonität von Deutschlands zweitgrößter Bank herab. Immerhin sieht Moody's für die Zukunft des Dax-Unternehmens nicht mehr ganz so schwarz: Der Ausblick für die langfristige Zahlungsfähigkeit des Instituts ist nun stabil.

Die Kurzfrist-Ratings "Prime-2" ließ Moody's unangetastet.  Zur Begründung gab die Ratingagentur zu bedenken, dass die Commerzbank, auch wenn ihre Kapitalausstattung einen gewissen Puffer gegen Verluste in einem leicht ungünstigen Szenario biete, durch ihre schwache Ergebnissituation dennoch gewissen Risiken ausgesetzt sei - beispielsweise im Falle neuerlicher Rückschläge im Zuge der Euro-Schuldenkrise.

Schwächer werden Commerzbank-Papiere mit dem Vollzug ihres Reverse Splits im Verhältnis 1:10 erwartet. Die Aktien gingen am Vortag bei 1,078 Euro aus dem Handel und sollten rechnerisch bei 10,78 Euro starten. Händler erwarten jedoch weiteren Druck auf die Aktie. "Ein Reverse Split ist immer ein Zeichen von Schwäche und nie ein Kaufargument", sagt ein Händler.

Teurer Umbau

Im ersten Quartal hat der Abbau von bis zu 6000 Stellen dem teilverstaatlichten Institut einen Verlust beschert. Insgesamt musste die Bank 500 Millionen Euro in den Umbau des Geschäfts investieren, was sich in einem Verlust nach Steuern in den ersten drei Monaten widerspiegelt, wie Vorstandschef Martin Blessing auf der Hauptversammlung gesagt hatte. Finanzvorstand Stephan Engels hatte bereits wegen der Kosten für den Stellenabbau ein weiteres schwieriges Jahr für die Commerzbank angekündigt, ohne einen Verlust auch für das Gesamtjahr auszuschließen.

Das Geldinstitut befindet sich seit der Übernahme der Dresdner Bank in einer Schieflage. Es musste teilverstaatlicht werden und Tausende Stellen streichen. Mit einer Kapitalerhöhung in Milliardenhöhe will die Commerzbank den Staat abschütteln.

Quelle: n-tv.de, DJ

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