Wirtschaft
Mittwoch, 25. November 2009

Roadmap 2012: Commerzbank auf Kurs

Das drittgrößte deutsche Finanzinstitut hat seine Ziele im Rahmen des Plans "Roadmap 2012" grundsätzlich bestätigt und die Synergieziele für die Integration der Dresdner Bank nach oben angehoben.

(Foto: AP)

Bankchef Martin Blessing bezifferte auf dem Investorentag der Bank in Frankfurt die jährlichen Kostensynergien aus der Übernahme der Dresdner Bank auf nunmehr rund 2,4 Mrd. Euro. Das sind pro Jahr 500 Mio. Euro mehr als ursprünglich geplant. Die Synergien würden ab 2013 in vollem Umfang wirksam.

Um das zusätzliche Synergiepotenzial erzielen können, müsse die Bank allerdings die erforderlichen Aufwendungen um einmalig rund 500 Mio. Euro erhöhen. "Wir investieren einmal 500 Mio. Euro und sparen so Jahr für Jahr 500 Mio. Euro zusätzlich", rechnete CFO Eric Strutz vor. Die Kosten der Integration beliefen sich auf insgesamt rund 2,5 Mrd. Euro.

Das Echo an der Börse fiel gemischt aus. Nach einem sehr festen Start fiel die Aktie zwischenzeitlich deutlich zurück. Händler lobten in einer ersten Reaktion die angehobenen Synergieziele infolge der Übernahme der Dresdner Bank.

Ferner bestätigte die Commerzbank, dass die krisenbedingten Belastungen im laufenden Jahr insgesamt "deutlich unter der Planung" bleiben werden. Konkret heißt das, die Belastungen aus Risikovorsorge und Wertkorrekturen auf Wertpapiere werden 2009 um 35 Prozent auf 6,0 Mrd. sinken im Vergleich zum Pro-Forma-Wert 2008 (9,7 Mrd. Euro).

Riskiovorsorge im Blick

Ursache der geringeren Belastung sind fallende Wertkorrekturen auf Wertpapiere. Im Gegensatz dazu wird die Risikovorsorge für etwaige Kreditverluste im laufenden Jahr auf voraussichtlich 4,30 Mrd. Euro steigen nach 3,55 Mrd. Euro (Pro-Forma) im Jahr zuvor.

Überraschen dürfte diese Entwicklung allerdings nicht, wird doch die Risikovorsorge beim überwiegenden Großteil der Banken im laufenden Jahr deutlich über den Vorjahreswerten liegen. Hier zeichnet sich allerdings eine Entspannung ab: Wie etliche Wettbewerber rechnet auch die Commerzbank mit einer künftig wieder abnehmenden Risikovorsorge.

Nach Berechnungen der Commerzbank wird die Risikovorsorge bis 2012 auf rund 2,0 Mrd. Euro sinken. Gleichzeitig will die Bank die Bruttoerträge auf knapp unter 14,0 Mrd. Euro steigern und damit beinahe verdoppeln im Verlgeich zu 2008 (7,23 Mrd. Euro). Die Kostenbasis solle gleichzeitig auf unter 8,0 Mrd. Euro sinken nach 9,12 Mrd. Euro.

Die angepeilte operative Entwicklung gebe der Commerzbank die Grundlage für ein operatives Ergebnis 2012 von "über 4,0 Mrd. Euro und damit für eine Nach-Steuer-Rendite von mehr als 12,0 Prozent", sagte Finanzvorstand Strutz weiter.

Quelle: n-tv.de