Wirtschaft

Historischer Einbruch Coronavirus vernichtet 30 Millionen US-Jobs

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Die US-Arbeitslosenquote dürfte Experten zufolge bereits bei rund 15 Prozent liegen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Horrorzahlen nehmen keine Ende. Wieder melden die Behörden in den USA den Wegfall von Millionen Jobs. Inzwischen stehen mehr als 30 Millionen Menschen ohne Beschäftigung auf der Straße. Innerhalb von nur zweieinhalb Monaten erlebt die größte Volkswirtschaft der Welt einen beispiellosen Einbruch.

Die sechste Woche in Folge melden sich in den USA Millionen neuer Arbeitsloser bei den Ämtern und beantragen Hilfe. Inzwischen haben die massiven Einschränkungen im Kampf gegen die Corona-Krise in der größten Volkswirtschaft der Welt mehr als 30 Millionen Jobs vernichtet. Allein in der Woche bis einschließlich 25. April verloren 3,8 Millionen Menschen ihren Job, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Einmal mehr übertraf die Meldung die Schätzungen der Experten. In den fünf Wochen zuvor hatten bereits 26,4 Millionen Menschen ihren Job verloren - so viele wie nie zuvor in solch kurzer Zeit.

Vor der Zuspitzung der Pandemie hatte die Zahl der Erstanträge noch regelmäßig unter 100.000 pro Woche gelegen. Die US-Arbeitslosenquote dürfte Experten zufolge bereits bei rund 15 Prozent liegen. Einen genauen Wert gibt es aber noch nicht, weil die Statistik zuletzt nicht mit der brachialen Geschwindigkeit der Jobverluste Schritt halten konnte. Neue Daten werden erst Ende kommender Woche veröffentlicht. Die Arbeitslosenquote hatte im Februar noch bei extrem niedrigen 3,5 Prozent gelegen.

Die Corona-Krise hat das jahrelange Wachstum der US-Wirtschaft jäh gebremst. Zwischen Januar und März fiel das Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 4,8 Prozent. Und das ist nur eine erste Schätzung. Allein im März sanken die Konsumausgaben der US-Verbraucher auf Monatssicht um 7,5 Prozent zum Vormonat. Auch hier waren Ökonomen optimistischer. Der Privatkonsum ist das Rückgrat der US-Wirtschaft. Infolge der Massenarbeitslosigkeit verlieren viele Amerikaner auch ihre Krankenversicherung oder können sich diese nicht mehr leisten.

Fast alle US-Bundesstaaten verhängten im März Ausgangsbeschränkungen, um die Verbreitung des Coronavirus zu bremsen. Damit kam das öffentliche Leben für die große Mehrheit der rund 330 Millionen Amerikaner zum Erliegen. Viele Geschäfte und Betriebe sind geschlossen, Restaurants und Hotels bleiben leer, Flüge und Reisen sind massenhaft gestrichen, Veranstaltungen abgesagt.

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Regierung und Kongress haben angesichts der Krise seit Ende März gewaltige Konjunkturpakete auf den Weg gebracht, um rund 2,7 Billionen US-Dollar in die leidende Wirtschaft zu pumpen. Davon sollen gut 650 Milliarden Dollar bereitstehen für ein Programm, das kleinen und mittelgroßen Unternehmen für die kommenden Monate weitgehend die Lohnkosten ersetzt, um den Anstieg der Arbeitslosigkeit zu begrenzen.

In den USA haben sich Daten der Universität Johns Hopkins zufolge bislang rund eine Million Menschen mit dem Coronavirus infiziert - das entspricht etwa jeder dritten bekannten Infektion weltweit. Etwa 61.000 Menschen sind nach einer Infektion gestorben.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/rts

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