Wirtschaft

Techriesen dominieren Weltbörsen Deutsche Konzerne fallen aus Top 100

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Mit Bill Gates an der Spitze und dem Betriebssystem Windows 95 im Gepäck beginnt in den 90er Jahren die Erfolgsgeschichte von Microsoft.

(Foto: picture alliance/dpa)

Als erstes US-Unternehmen knackt Apple 2018 an der Börse die Billionengrenze. Am Jahresende ist aber ein altbekannter Konkurrent wertvoller. Vier deutsche Spitzenkonzerne fallen ganz aus den Top 100 der größten Unternehmen heraus.

Die deutschen Spitzenkonzerne haben 2018 im internationalen Vergleich massiv an Bedeutung eingebüßt. Nur noch der Softwarekonzern SAP und der Industrieriese Siemens schaffen es am Jahresende in die Top 100 der wertvollsten Unternehmen der Welt. Das geht aus einer Auswertung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY hervor. Die Allianz, Volkswagen, Bayer und BASF fallen dagegen aus der Rangliste heraus.

Microsoft
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An der Spitze dominieren trotz teilweise deutlicher Kursverluste US-Technologiekonzerne. Auf dem ersten Platz steht der Softwareriese Microsoft, der im Endspurt Apple abgelöst hatte. Der iPhone-Hersteller hatte noch im Sommer als erstes US-Unternehmen überhaupt die Eine-Billionen-Dollar-Grenze geknackt, im Jahresvergleich aber 17 Prozent an Wert verloren.

Demnach hatte Microsoft am Stichtag 27.12. einen Börsenwert von knapp 777 Milliarden Dollar. Apple belegte mit 741 Milliarden Dollar den zweiten Platz. Auf Platz drei kam die Google-Muttergesellschaft Alphabet mit einem Wert von 732 Milliarden Dollar. Als wertvollstes deutsches Unternehmen lag SAP auf Rang 61 mit einem Börsenwert von 117 Milliarden Dollar. Siemens kam mit knapp 93 Milliarden Dollar auf Platz 89.

Umbruch der Autoindustrie kostet

Apple
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Das relativ schwache Abschneiden der deutschen Konzerne begründet EY-Geschäftsführer Hubert Barth mit der starken Ausrichtung auf ausländische Märkte. Deshalb leiden deutsche Unternehmen eher unter handelspolitischen Spannungen und Strafzöllen als die US-Konkurrenz. "Zudem verliert derzeit die europäische Wirtschaft insgesamt an Fahrt, während die Konjunktur in den USA nach wie vor brummt", sagt Barth.

Hinzu komm laut dem EY-Geschäftsführer der Umbruch in der für Deutschland so wichtigen Autoindustrie. "Hohe Investitionen in Zukunftstechnologien schmälern die Gewinne, und die Digitalisierung sowie der Vormarsch der Elektromobilität stellen bisherige Geschäftsmodelle infrage", erläutert Barth. Gleichzeitig befinde sich der wichtige chinesische Absatzmarkt im Rückwärtsgang. All das verunsichere die Anleger.

USA legen zu, Europa verliert

SAP
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Insgesamt stammen den Angaben zufolge die fünf wertvollsten Konzerne der Welt aus den USA. Dazu zählen neben Microsoft, Apple und Alphabet auch der Handelsriese Amazon (715 Mrd) und die Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway (486 Mrd) von Warren Buffett. Von den 100 höchstbewerteten Unternehmen haben 57 (2017: 55) ihren Sitz in Nordamerika. Aus Europa gehören nur noch 22 (24) Unternehmen dazu. Unverändert 21 Unternehmen kommen aus Asien und dem pazifischen Raum.

Die wertvollsten Unternehmen außerhalb der USA sind die beiden chinesischen Internetkonzerne Tencent (379 Mrd) und Alibaba (356 Mrd). Sie belegen die Ränge 6 und 10. Das teuerste europäische Unternehmen ist der Lebensmittelkonzern Nestlé mit einer Börsenbewertung von 252 Milliarden Dollar auf Platz 15.

In der Rangliste verlieren klassische Industriekonzerne aus Sicht der Anleger zunehmend an Bedeutung. In den Top 100 befinden sich laut EY nur noch sechs Industrieunternehmen. Vor einem Jahr waren es noch acht. Demgegenüber stehen inzwischen allein 21 US-amerikanische Internet- und Technologiekonzerne.

Quelle: n-tv.de, chr/dpa/rts

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