Wirtschaft

Sinkende Exporte Deutsche Wirtschaft drosselt Tempo

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Die Exporte sanken im dritten Quartal.

(Foto: dpa)

Die deutsche Wirtschaft wächst schon wieder weniger im Vergleich zum Vorquartal. Im Sommer steigt ihre Wirtschaftsleistung lediglich um 0,2 Prozent. Ökonomen hatten mit mehr gerechnet.

Das Wachstum der deutschen Wirtschaft hat im Sommer an Tempo verloren. Im ersten vollen Quartal nach dem Brexit-Votum stieg die Wirtschaftsleistung gegenüber dem Vorquartal um 0,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mitteilte. Ökonomen hatten im Schnitt mit einem etwas stärkeren Plus von 0,3 Prozent im dritten Quartal gerechnet.

Im zweiten Vierteljahr hatte das Bruttoinlandsprodukt noch um 0,4 Prozent zugelegt und zum Jahresanfang um 0,7 Prozent. Getragen wurde das Wachstum von Juli bis September vor allem vom Konsum der Verbraucher und den Ausgaben des Staates unter anderem für die Versorgung und Unterbringung Hunderttausender Flüchtlinge. Auch der Bauboom trug zu dem Plus bei.

Die Unternehmen investierten dagegen etwas weniger in Maschinen und andere Ausrüstungen. Gebremst wurde das Wachstum vom Außenhandel. Die Exporte sanken den Angaben zufolge gegenüber dem Vorquartal leicht. Die Importe stiegen hingegen.

Die deutsche Wirtschaft wuchs damit schwächer als der Euroraum insgesamt. Nach ersten Schätzungen der europäischen Statistikbehörde Eurostat stieg das Bruttoinlandsprodukt im gemeinsamen Währungsraum von Juli bis September um 0,3 Prozent und damit genauso stark wie im zweiten Vierteljahr.

Ökonomen hatten nach dem Brexit-Votum zunächst um die wirtschaftliche Entwicklung Großbritanniens sowie der übrigen europäischen Länder gefürchtet. Die Briten hatten in einem Referendum am 23. Juni für den Austritt aus der Europäischen Union gestimmt. Der offizielle Austrittsantrag Großbritanniens wird aber erst im kommenden Jahr erwartet.

Gestützt von der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt und dem Konsum wird die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung führender deutscher Ökonomen in diesem Jahr insgesamt um 1,9 Prozent wachsen. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch die EU-Kommission. Der Internationale Währungsfonds ist etwas weniger optimistisch. Er sagte zuletzt ein Plus von 1,7 Prozent für Deutschland voraus.

Quelle: n-tv.de, ghö/dpa/AFP