Wirtschaft

Vor allem Geflügel betroffenDeutschland produziert weniger Fleisch

07.08.2026, 16:43 Uhr
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Als möglicher Grund für den Rückgang beim Geflügel gelten verschiedene Tierseuchen in den Beständen. (Foto: picture alliance / Shotshop)

Die Schlachtunternehmen in Deutschland stellen weniger Fleisch her. Geflügel verzeichnet mit einem Minus von mehr als drei Prozent den größten Rückgang. Nur eine Fleischsorte verzeichnet ein leichtes Plus.

Im ersten Halbjahr ist in Deutschland die Produktion von Fleisch zurückgegangen. Besonders deutlich ist der Rückgang beim Geflügel, das mit 755.000 Tonnen Fleisch 3,2 Prozent unter dem Vergleichswert aus dem Vorjahreszeitraum lag. Einen niedrigeren Wert hatte es zuletzt im ersten Halbjahr 2017 gegeben, wie das Statistische Bundesamt berichtete.

Als möglicher Grund für den Rückgang beim Geflügel gelten verschiedene Tierseuchen in den Beständen. Es fehlten aber belastbare Daten, teilte das Friedrich-Loeffler-Institut auf Anfrage mit. Im Frühjahr waren einer Sprecherin zufolge wegen des Ausbruchs der Newcastle Krankheit rund 4,9 Millionen Legehennen und Masthühner getötet und unschädlich beseitigt worden. Betroffen waren auch Elterntierherden von Broilern. Bereits im Jahr 2025 hatte es zahlreiche Ausbrüche der Vogelgrippe gegeben.

Rindfleisch ging im gleichen Zeitraum um 0,1 Prozent zurück, während die Produktion von Schweinefleisch leicht wuchs. Schweinefleisch dominiert weiterhin mit einem Mengenanteil von 63,7 Prozent die Fleischproduktion in Deutschland.

Nach den vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts stellten die gewerblichen Schlachtunternehmen knapp 3,4 Millionen Tonnen Fleisch her. Das waren 0,4 Prozent oder 14.700 Tonnen weniger als ein Jahr zuvor. Dafür wurden im Halbjahr 22,2 Millionen Schweine getötet. Dazu kamen 1,4 Millionen Rinder und 343,2 Millionen Tiere verschiedener Geflügelarten. Schafe, Ziegen und Pferde machten zusammen einen Anteil von 0,3 Prozent der Fleischproduktion aus.

Auch weniger Veggie-Alternativen

Aber auch die Produktion von vegetarischen oder veganen Fleischalternativen ist nach langem Boom zuletzt wieder gesunken. Im vergangenen Jahr wurden 124.900 Tonnen Fleischersatzprodukte hergestellt und damit 1,2 Prozent weniger als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt Mitte Mai mitgeteilt hatte. Zuvor hatte sich die Produktion binnen sechs Jahren mehr als verdoppelt (+107,0 Prozent): 2019 wurden noch 60.400 Tonnen Fleischersatzprodukte hergestellt.

Fleischersatzprodukte wie Veggie-Schnitzel oder Tofuwurst sind zwar in den vergangenen Jahren bei Verbrauchern beliebter geworden, aber gemessen am Fleischmarkt eine Nische. 2025 wurden Fleisch und Fleischerzeugnisse im Wert von gut 45,2 Milliarden Euro in Deutschland produziert, zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Damit fiel die Fleischproduktion gut 70-mal höher aus als die von Fleischersatzprodukten. Der Wert der produzierten Fleischalternativen lag 2025 bei 632,6 Millionen Euro, 2,2 Prozent weniger als im Vorjahr.

Der Fleischkonsum in Deutschland ist nach Jahren der Rückgänge wieder leicht gestiegen. Der Pro-Kopf-Verzehr von Fleisch lag 2025 nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung bei im Schnitt 54,9 Kilogramm. Das war etwas mehr als in den Vorjahren 2023 (52,9 Kilogramm) und 2024 (53,5 Kilogramm).

Quelle: ntv.de, hny/dpa

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