Wirtschaft
Unbeschwert Pollen sammeln, möglichst ohne Pestizidbelastung: Eine fleißige Biene bei Frankfurt.
Unbeschwert Pollen sammeln, möglichst ohne Pestizidbelastung: Eine fleißige Biene bei Frankfurt.(Foto: AP)
Donnerstag, 17. Mai 2018

Gegen das Bienensterben: EU-Gericht bestätigt Auflagen für Insektizide

Pestizide, die als bienenschädlich gelten, dürfen nach wie vor nur eingeschränkt auf Feldern genutzt werden, urteilt das Gericht der Europäischen Union. Klagen von Bayer und Syngenta weist es ab. BASF dagegen hat einen Teilerfolg.

Bayer und Syngenta sind mit ihren Klagen gegen Einschränkungen beim Einsatz verschiedener Insektizide in der EU gescheitert, die für das Sterben von Bienenvölkern verantwortlich gemacht werden. Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg bestätigte entsprechende Verordnungen der EU-Kommission aus dem Jahr 2013. Gegen diese hatten die beiden Agrarchemieanbieter geklagt.

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Konkret geht es um die Neonikotinoide Imidacloprid und Clothianidin von Bayer und Thiamethoxa des Schweizer Herstellers Syngenta. Erst kürzlich hatte die Kommission ihren Einsatz noch weiter beschränkt und ein komplettes Freilandverbot verhängt. Diese werden zur Behandlung von Pflanzen- und Getreidearten verwendet, die insbesondere Bienen anziehen. Nach den Feststellungen der Kommission gefährden diese Pflanzenschutzmittel die Bienen aber.

Das EU-Gericht wies die Klagen von Bayer und Syngenta nun "in vollem Umfang" ab. Es verwies dazu auf verschärfte Anforderungen auf Unionsebene, wonach Bienen den fraglichen Wirkstoffen nur in "vernachlässigbarer Weise" ausgesetzt werden dürften oder die Verwendung "keine unannehmbaren akuten oder chronischen Auswirkungen auf das Überleben und die Entwicklung der Bienenvölker" haben dürfe. Die Kommission habe darlegen können, dass die festgestellten Gefahren den Schluss zuließen, dass die strittigen Wirkstoffe nicht mehr den Zulassungskriterien entsprächen.

Der Chemiekonzern BASF erzielte mit der Klage gegen die Einsatzbeschränkung für sein Insektizid Fipronil dagegen einen Teilerfolg. Das Mittel aus der Gruppe der Phenylpyrazole darf künftig wieder auf Feldern genutzt werden. Die bisherige Einschränkung sei ohne vorherige Folgenabschätzung ergangen, kritisierte das Gericht.

Saatgut darf mit dem Mittel allerdings weiterhin nicht vorbehandelt werden. Weil BASF selbst keine Saatgüter vertreibe, treffe das Verbot den Konzern nicht unmittelbar, argumentierte das Gericht.

Quelle: n-tv.de