11.200 Euro pro Quadratmeter Eine Neubauwohnung in München ist teurer als in Paris

Deutschland dominiert laut einer neuen Auswertung die Top Ten der Städte mit den teuersten Neubauten in Europa. London? Paris? Fehlanzeige.
Deutsche Großstädte zählen in Europa zu den teuersten Wohnungsmärkten. München belegt im Vergleich von 71 Städten in 25 europäischen Ländern inzwischen sogar Platz eins bei den Preisen für Neubauwohnungen. Das ergab eine aktuelle Untersuchung der Unternehmensberatung Deloitte. Der durchschnittliche Kaufpreis von 11.200 Euro pro Quadratmeter in der bayerischen Hauptstadt lag demnach im vergangenen Jahr sogar vor Metropolen wie Paris oder Barcelona.
Für 100 Quadratmeter Neubau werden in München somit mehr als 1,1 Millionen Euro fällig. Zu den zehn europäischen Städten mit den teuersten Neubauten gehören drei weitere deutsche Großstädte: Hamburg (Platz 5 mit 7700 Euro pro Quadratmeter), Frankfurt am Main (6) und Berlin (7, jeweils 7500 Euro pro Quadratmeter) - allesamt vor Kopenhagen und Oslo.
Nur Luxemburg-Stadt, Amsterdam und Barcelona sind teurer als Hamburg, Frankfurt und Berlin. Allerdings ist in der Auswertung die Schweiz nicht berücksichtigt. Grundlage sind neben Daten und Einschätzungen von Deloitte Marktdaten aus öffentlich verfügbaren nationalen Quellen. Dabei unterscheiden sich die einbezogenen Daten je nach Verfügbarkeit teilweise, in Amsterdam flossen nicht nur Neubauten in die Berechnung ein. Die Werte sind somit nicht eins zu eins vergleichbar, die Preisniveaus der untersuchten Märkte werden aber deutlich.
In Paris kostete der neu gebaute Quadratmeter zuletzt im Schnitt 5750 Euro. In den untersuchten deutschen Städten lag der durchschnittliche Angebotspreis bei 5200 Euro und damit gut acht Prozent über dem Vorjahreswert. Die Zahl der Wohnungsfertigstellungen sank hierzulande um fast 18 Prozent, wie Deloitte ausführt. Dies sei einer der stärksten Rückgänge in Europa und verschärfe den Wohnraummangel.
Das teuerste Land ist demnach mit durchschnittlich 9160 Euro pro Quadratmeter Luxemburg. Im albanischen Vlora sind im Schnitt mehr als 21,3 Jahresgehälter für eine 70-Quadratmeter-Neubauwohnung nötig, in Turin weniger als 5. In München liegt der Wert bei fast 12 Bruttojahresgehältern.
Die stärkste Preissteigerung ist im albanischen Durrës mit einem Plus von fast einem Viertel im Vergleich zum Vorjahreswert zu beobachten. Auch Belgrad wurde deutlich teurer, dort betrug der Aufschlag ein Fünftel.
