Wirtschaft

Schwarzgeld in der Schweiz Griechenland könnte Milliarden zurückholen

Athen bemüht sich um ein Steuerabkommen mit der Schweiz. Für die klamme Staatskasse würde es wichtige Milliardeneinnahmen bedeuten. Warum die Regierung bisher kein großes Interesse an dem Geld zeigte, ist Experten ein Rätsel.

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Schätzungsweise 10.000 Griechen haben ihr Geld in die Schweiz gebracht.

(Foto: picture alliance / dpa)

Das pleitebedrohte Griechenland hat nun doch Gespräche über ein bilaterales Steuerabkommen mit der Schweiz wiederaufgenommen. Regierungsvertreter beider Länder trafen sich im Regierungssitz in Athen, berichtet dpa unter Berufung auf Diplomatenkreise.

Nach Expertenschätzungen liegen auf griechischen Konten in der Schweiz rund 80 Milliarden Euro. Zwei Drittel davon sollen Schwarzgeld sein, wie der Wirtschaftswissenschaftler Friedrich Schneider von der Universität Linz der Agentur erklärte. Der Abschluss eines Steuerabkommens könnte Athen 10 Milliarden bis 15 Milliarden Euro einbringen. Es wäre "die schnellste und effizienteste Maßnahme, an Geld zu kommen", erklärte der auf Schattenwirtschaft spezialisierte Ökonom. Er sei sehr erstaunt, dass die neue griechische Regierung bisher wenig Schritte in diese Richtung unternommen habe.

Merkwürdig findet Schneider auch, warum die Gläubigerstaaten ein solches Vorgehen nicht energischer gefordert haben. Er geht von schätzungsweise 10.000 griechischen Steuersündern aus, die ihr Geld vor allem in den vergangenen Jahren in die Schweiz gebracht haben. "Die Summe hat sich mit Sicherheit in den letzten vier, fünf Jahren verdoppelt", rechnete er vor. 

Bei den Gesprächen am Donnerstag waren unter anderem der Leiter des Schweizer Staatssekretariats für internationale Finanzfragen (SIF), Jacques de Watteville, und der engste Berater des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras, Nikos Pappas, vertreten. Die Verhandlungen über ein Steuereinkommen waren im Februar 2014 eingestellt worden - damals noch unter der konservativen griechischen Regierung von Antonis Samaras.

Quelle: n-tv.de, ddi/dpa

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