Wirtschaft

Schweinepest: Bauern unter Druck Klöckner sucht Lösung mit Nachbarstaaten

Die Schweinepest sorgt für fallende Fleischpreise.

(Foto: imago images/Political-Moments)

Die Afrikanische Schweinepest und fallende Fleischpreise bringen viele Landwirte in Bedrängnis. Agrarministerin Klöckner will sich zu dem Thema mit ihren Amtskollegen in Polen und Tschechien abstimmen im Kampf gegen die Seuche.

Trübe Stimmung in der Landwirtschaft: Die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest, zu wenig Schlachtungen und fallende Fleischpreise bringen viele Schweinehalter in Deutschland zunehmend in Bedrängnis. "Die Schweinehaltung befindet sich gerade in der größten Krise seit Jahrzehnten", sagt Bauernpräsident Joachim Rukwied. Der 59-Jährige nennt unter anderem Ausfälle bei Schlachtungen wegen der Corona-Pandemie und die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest als Gründe für die missliche Lage der Schweinehalter in Deutschland. Die Preise für Schweinefleisch seien im freien Fall. "Das ist dramatisch, das ist beschämend", sagt Rukwied.

CDU-Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner kündigt in einer Rede an, sie wolle sich zeitnah mit ihren Amtskollegen aus Polen und Tschechien treffen, um sich beim Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) abzustimmen. Dazu habe sie bereits mit dem neuen polnischen Agrarminister telefoniert und erörtert, "wie wir die Wildschweinbarrieren noch stärker auf beiden Seiten optimieren können", sagt Klöckner per Videoschalte. "Mein Ziel ist es, dass wir so schnell wie möglich wieder ASP-frei werden in Deutschland", so die Bundeslandwirtschaftsministerin. Sie wies darauf hin, dass es in einem Land mindestens zwölf Monate lang keinen positiven Befund geben dürfe, damit es als ASP-frei gelte.

Die Afrikanische Schweinepest wurde in Deutschland bislang nur in Brandenburg nachgewiesen. Gegen die Krankheit gibt es derzeit keinen Impfstoff. Die Tiere sterben in der Regel innerhalb weniger Tage, doch für den Menschen ist die Krankheit ungefährlich. Rukwied bringt in seiner Grundsatzrede auch Sicherheitsmaßnahmen für die Freiland- und Auslaufhaltung von Schweinen ins Spiel. Man müsse darüber diskutieren, "ob nicht mindestens temporär - ähnlich wie beim Thema, wenn die Geflügelpest ausbricht, Freilandhaltungen in Gebäude gehören", sagt der Bauernpräsident. Es gebe Betriebe, bei denen die Sicherungsmaßnahmen nicht dem entsprächen, was notwendig wäre. "Der Gau am Ende wäre, wenn wir in einem Hausschweinebestand die ASP hätten. Ich mag mir das gar nicht ausdenken."

Im Deutschen Bauernverband sind nach dessen eigenen Angaben mehr als 90 Prozent der knapp 300.000 landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland freiwillig Mitglied.

Quelle: ntv.de, dhe/dpa