Wirtschaft

Krise schlimmer als gedacht Lufthansa streicht weitere 500 Pilotenstellen

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Die Corona-Krise hat die Perspektive der Lufthansa stark verdunkelt..

(Foto: picture alliance/dpa)

Wegen der Corona-Krise will die Lufthansa ihre Flotte verkleinern und 600 Pilotenstellen abbauen. Doch schnell stellt sich heraus, dass die Maßnahmen nicht ausreichen. Die Konzernführung greift deshalb erneut zum Rotstift.

Die Deutsche Lufthansa will im Zuge ihres verschärften Schrumpfkurses bei ihrer Kernairline Hunderte Pilotenstellen mehr abbauen als zunächst angekündigt. "Vor dem Hintergrund der angepassten Flottenplanung beläuft sich der Personalüberhang für den Cockpit-Bereich von Lufthansa Airlines auf mindestens 1100 Stellen ab dem Jahr 2022", sagte ein Konzernsprecher. Im Juni hatte die Airline den geplanten Abbau von Pilotenstellen auf 600 beziffert.

"Dazu wurden bereits Gespräche mit der Personalvertretung Cockpit wieder aufgenommen", sagte der Sprecher. "Ziel der Verhandlungen ist eine möglichst sozialverträgliche Lösung für den nun notwendigen Personalabbau."

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Die Lufthansa hatte wegen der Corona-Krise angekündigt, ihre Flotte um 100 Maschinen verkleinern und 22.000 Vollzeitstellen abbauen zu wollen. Anfang der Woche gab die Airline bekannt, dauerhaft 50 weitere Flugzeuge stillzulegen. Infolgedessen könnten zusätzlich zu den bereits genannten 22.000 weitere 5000 Arbeitsplätze wegfallen. Mit der Entscheidung erhöhte sich auch die Zahl der überzähligen Piloten. Bei der Muttergesellschaft Lufthansa stehen derzeit rund 5000 Piloten im Dienst.

Ufo wirft Lufthansa "Wortbruch" vor

Angesichts des zunehmenden Stellenabbaus sagte die Kabinengewerkschaft Ufo für Montag einen "strategischen Dialog" mit dem Unternehmen und den beiden anderen Tarifpartnern Verdi und Vereinigung Cockpit ab. Man fühle sich als Feigenblatt einer angeblich funktionierenden Sozialpartnerschaft missbraucht, erklärte Ufo-Chef Daniel Flohr.

Unter dem Druck der Corona-Krise haben die Flugbegleiter bereits im Juni als bislang einzige Berufsgruppe einen langfristigen Sanierungs-Tarifvertrag mit der Airline geschlossen, sind seitdem aber bei der konkreten Umsetzung nicht vorangekommen. "Es gibt keine Bereitschaft, gemeinsame Strategien zu entwickeln. Wortbruch gegenüber Germanwings und SunExpress mit hartem Stellenabbau sind Ausdruck für das Gegenteil von verantwortlichem und partnerschaftlichem Vorgehen", warf Flohr dem Lufthansa-Management vor.

Quelle: ntv.de, chr/DJ/dpa