Wirtschaft

Rinder kommen zur NotschlachtungÖsterreich verliert wegen Rekordhitze und Dürre fast ein Drittel der Ernte

10.08.2026, 14:25 Uhr
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Diese Sonnenblumen haben den Sommer nicht überstanden. (Foto: picture alliance / APA-Images)

Die Lage der österreichischen Landwirtschaft ist katastrophal. Einem Agrarversicherer zufolge war es noch nie so heiß und trocken wie im Sommer 2026. Der Schaden liegt im Milliardenbereich. Zusätzliche Importe sollen den Ausfall decken.

Die wochenlange Dürre mit Rekordhitze hat in Österreich in der Landwirtschaft zu einem Gesamtschaden von rund einer Milliarde Euro geführt. Das teilte die Österreichische Hagelversicherung als Agrarspezialversicherer mit. Der Betrag könnte noch steigen, wenn die Dürre über die Monatsmitte hinaus anhalte, hieß es. Die jetzige Situation sei einmalig, sagte der Chef der Versicherung, Kurt Weinberger. "Wir haben ein Niederschlagsdefizit wie noch nie, wir haben Hitzetage wie noch nie, und wir haben Rekordtemperaturen wie noch nie."

Es sei mit Ernteausfällen von durchschnittlich rund 30 Prozent zu rechnen. Besonders betroffen sei das Grünland. Bauern mussten aus Futtermangel ihre Rinder zur Notschlachtung bringen, sagte Weinberger. Aber auch bei Mais, Soja und Getreide sei mit erheblichen Ernteausfällen zu rechnen. Immerhin seien im Durchschnitt 60 Prozent der Flächen gegen solche Schäden versichert.

Die Entwicklung sei ein bedrohliches Zeichen für die heimische Lebensmittelversorgung. Schon jetzt müsse Österreich unter anderem bei Getreide, Kartoffeln und bei pflanzlichen Ölen einen Teil des Bedarfs durch Importe decken. Für das Jahrzehnt von 2050 bis 2060 gingen Prognosen davon aus, dass rund die Hälfte des Getreides, 70 Prozent der Kartoffeln und 80 Prozent der pflanzlichen Öle importiert werden müssten, hieß es.

Weinberger kritisierte erneut das Ausmaß der Bodenversiegelung vor allem durch Industrie und Handel. Österreich werde "grob fahrlässig" durch Verbauung zerstört. "Wir sind Europameister in dieser Disziplin und sägen an dem Ast, auf dem wir sitzen", sagte er. Die Österreichische Hagelversicherung bietet Landwirten Versicherungsschutz gegen Wetterrisiken wie Hagel, Frost und Dürre an.

Quelle: ntv.de, chr/rts

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