Wirtschaft

Jobdaten beruhigen Wall Street S&P 500 tritt wieder in den Bullenmarkt ein

00:00
Diese Audioversion wurde künstlich generiert. Mehr Infos | Feedback senden
Entspannte Gesichter findet man trotz des guten ersten Halbjahrs an der Wall Street kaum.

Entspannte Gesichter findet man trotz des guten ersten Halbjahrs an der Wall Street kaum.

(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Am Mittwoch sorgt die Bank of Canada für miese Stimmung an der Wall Street. Einen Tag später beruhigen Jobdaten die Lage: Mehr Erstanträge für Arbeitslosenhilfe senken die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung. Derweil profitieren vor allem Technologiewerte.

Mit Aufschlägen hat die Wall Street am Donnerstag den Handel beendet. Im Blick stand weiter die nächste Sitzung der US-Notenbank in der kommenden Woche. Hierzu gab es potenzielle neue Erkenntnisse von den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe. Denn deren Zahl lag deutlich höher als erwartet, womit die Spekulation auf eine Zinspause wieder etwas an Fahrt gewann. Dies trieb vor allem die zinssensitiven Technologiewerte an. Für die Aktien von Amazon, Intel, und Nvidia ging es um bis zu 2,8 Prozent aufwärts.

Der Dow-Jones-Index stieg um 0,5 Prozent auf 33.834 Punkte. Der S&P 500 erhöhte sich um 0,6 Prozent und trat damit wieder in einen Bullenmarkt ein. Dieser definiert sich durch einen Anstieg von mehr als 20 Prozent vom jüngsten Tief. Für den Nasdaq-Composite ging es um 1,0 Prozent aufwärts.

Überrascht die Fed?

S&P 500
S&P 500 4.320,81

Am Vortag hatte die Zinserhöhung der Bank of Canada die Anleger allerdings daran erinnert, dass die Fed möglicherweise ebenfalls überraschen könnte. Laut der Deutschen Bank preisen die Märkte aktuell mit einer Wahrscheinlichkeit von 35 Prozent nach zuvor 19 Prozent einen Zinsschritt durch die Fed am kommenden Mittwoch ein. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinspause liegt nach den schwachen Arbeitsmarktdaten nun bei 68 Prozent, nach 64 Prozent am Vortag. Die Unsicherheit wurde auch dadurch forciert, dass am Dienstag Inflationsdaten anstehen, welche die Fed-Entscheidung noch beeinflussen könnten.

"Die Entscheidung der Bank of Canada, ihre Zinserhöhungen nach einer Pause von zwei Sitzungen wieder aufzunehmen, und die überraschende Zinserhöhung der Reserve Bank of Australia um 25 Basispunkte am Vortag haben die Falken unter den Zentralbanken weltweit beflügelt und auch die Erwartungen an eine Zinserhöhung der Federal Reserve gestärkt", sagte Ipek Ozkardeskaya, Senior Analystin bei der Swissquote Bank.

Anleihen drehen ins Plus - Dollar mit Abgaben

Die US-Anleihen drehten nach den wöchentlichen US-Arbeitsmarktdaten ins Plus, da diese der US-Notenbank eine Zinspause ermöglichen könnten. Am Vortag hatte es noch kräftige Renditeaufschläge gegeben, gestützt von neuen geldpolitischen Spekulationen nach der Zinserhöhung der kanadischen Notenbank. Die Zehnjahresrendite fiel um 8,2 Basispunkte auf 3,71 Prozent.

Der Dollar zeigte sich mit deutlichen Abgaben. Der Dollar-Index verlor 0,7 Prozent. Teilnehmer verwiesen auf die gestiegenen Erwartungen einer Zinspause durch die US-Notenbank. Der Euro kletterte auf 1,0781 US-Dollar.

Für die Ölpreise ging es zwischenzeitlich kräftig nach unten. Auslöser waren Berichte, wonach die USA und der Iran möglicherweise kurz vor einem vorläufigen Atomabkommen stehen. Damit hätten die Sanktionen gegen den Iran gelockert und größere Mengen iranischen Rohöls auf den Weltmarkt gelangen können, was die Preise belastet hätte. Die Ölpreise holten im Verlauf dann einen Teil der Verluste wieder auf. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters hat das Weiße Haus eine bevorstehende Einigung dementiert. Für Brent und WTI ging es noch um bis zu 2,1 Prozent nach unten.

Der Goldpreis legte mit den gestiegenen Spekulationen um eine Zinspause der Fed und mit dem schwachen Dollar zu. Die Feinunze verteuerte sich um 1,3 Prozent auf 1.965 Dollar.

Gamestop-Aktie knickt ein - Tesla legen kräftig zu

Bei den Einzelwerten stürzten Gamestop um 17,9 Prozent ab, nachdem der angeschlagene Videospiele-Händler neben der Vorlage von Geschäftszahlen die Entlassung seines CEO Matt Furlong bekannt gegeben hatte. Seine Aufgaben werden vorerst von Board-Mitglied Ryan Cohen übernommen, einem aktivistischen Investor und Mitbegründer des Tierbedarf-Onlinehändlers Chewy.

Mehr zum Thema

Für die Tesla-Aktie ging es um 4,6 Prozent aufwärts. Der US-Elektroautohersteller erwägt einem Zeitungsbericht zufolge den Bau eines E-Auto-Montagewerks in der Nähe der spanischen Stadt Valencia. Dies berichtet die spanische Wirtschaftszeitung Cinco Dias unter Berufung auf ungenannte Quellen. Im Zuge dessen könnte Tesla mehr als drei Milliarden Euro in der Region investieren, in der Ford bereits ein Werk hat und die Volkswagen-Tochter Powerco eine Batteriefabrik baut.

Semtech sprangen um 4,9 Prozent nach oben. Der Chiphersteller hat überraschend auf bereinigter Basis einen Gewinn für sein erstes Geschäftsquartal ausgewiesen.

Quelle: ntv.de, chr/DJ

Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen