Wirtschaft

Deutschland mit Spitzenwert Solarstromproduktion in der EU legt deutlich zu

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In der EU müssen auch in den nächsten Jahren noch viele Solarparks entstehen, um unabhängiger vom Gas zu werden.

(Foto: picture alliance/dpa)

In mehreren Staaten der Europäischen Union steigt die Produktion von Solarstrom um ein Vielfaches. Im Jahresvergleich liegt dessen Anteil am Energiemix gleich drei Prozent höher. Auf den ersten Blick sieht das gut aus, doch laut Experten ist noch ein weiter Weg zu gehen.

Die Solarstromproduktion ist in der EU in diesem Sommer stark angestiegen. Zwischen Mai und August produzierten Photovoltaikanlagen in den 27 Mitgliedstaaten gemeinsam 99,4 Terawattstunden - ein Viertel mehr als im Vorjahr, wie aus einem Bericht des Thinktanks Ember hervorgeht. Über die Sommermonate stieg der Solarstromanteil am Energiemix demnach im Jahresvergleich von neun auf zwölf Prozent.

Die Solarstromproduktion erreichte so in 18 EU-Ländern neue Höchststände. Vorne liegen die Niederlande mit 23 Prozent ihrer gesamten Stromproduktion, gefolgt von Deutschland mit 19 Prozent und Spanien mit 17 Prozent. Den größten Sprung nach vorne machte Polen, wo Photovoltaikanlagen in diesem Sommer 26 Mal mehr Strom produzierten als im vergangenen Jahr. Auch in Finnland und Ungarn vervielfachte sich die Produktion.

Allein durch die Mehrproduktion beim Solarstrom im Jahresvergleich konnten die EU-Staaten dem Thinktank zufolge die Einfuhr von vier Milliarden Kubikmetern Gas einsparen. Dennoch unterstreichen die Experten, dass der Photovoltaik-Ausbau insgesamt noch längst nicht ausreicht, um die Klima- und Energieziele für 2030 zu erreichen.

Bundesregierung macht Tempo beim Fotovoltaik-Ausbau

Die Bundesregierung will die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im Kampf gegen Versorgungsengpässe weiter vorantreiben. Dazu werde im Januar eine Leistung von 1500 Megawatt Solar-Energie ausgeschrieben, hieß es in Kreisen des Wirtschaftsministeriums. Damit wolle man kurzfristige Potenziale bei der Fotovoltaik heben, um so wiederum den Einsatz von Gas in Kraftwerken mindern zu können.

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Fallen sollen zudem Produktionsbegrenzungen für kleinere Anlagen, die bislang zum Schutz der Netze galten. Für 2022, 2023 und 2024 werde ferner eine Sonderregelung für die Förderung von Biogasanlagen geschaffen. "Dies schafft in der Krise einen vorübergehenden Anreiz, dass die Stromerzeugung aus Biogas gesteigert wird und damit in diesem Umfang auf die Verstromung von Erdgas verzichtet werden kann", hieß es im Ministerium.

Dazu kommen Regelungen, die einen schnelleren Leitungsausbau möglich machen sollen, damit das Stromnetz belastbarer und leistungsfähiger wird. Alle Vorhaben sollen in einer weiteren Neufassung des Energie-Sicherungsgesetzes verankert werden, das noch im September im Bundestag beschlossen werden soll.

Quelle: rog/AFP

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