Wirtschaft

Bundesvorgaben weit verfehlt Telefonica versagt beim LTE-Ausbau

Eine Frau schreibt eine Nachricht auf ihrem Smartphone. Foto: Patrick Pleul/zb/dpa

Schnell mal eine Nachricht verschicken? Nicht alle Bundesländer sind von den Netzbetreibern gleich gut mit schnellem Internet ausgestattet.

(Foto: Patrick Pleul/zb/dpa)

International läuft bereits das Rennen um den superschnellen 5G-Standard für Mobilfunknetze. Währenddessen hadern die Netzbetreiber in Deutschland noch mit der vollständigen Abdeckung beim Vorgänger LTE. Vor allem die O2-Mutter hinkt weit hinterher.

Beim Ausbau des 4G-Mobilfunknetzes, besser bekannt als LTE, kommen die Deutsche Telekom, Vodafone und Telefonica unterschiedlich gut voran - und erfüllen dabei nicht alle vom Bund festgelegten Vorgaben. Vor allem bei Telefonica gibt es noch große Lücken, wie aus Zahlen der Bundesnetzagentur hervorgeht.

Die drei großen Netzbetreiber mussten der Aufsichtsbehörde zu Jahresbeginn melden, wie viel Prozent der deutschen Haushalte sie mit dem schnellen LTE-Standard versorgen können. Bundesweit melden die Telekom und Vodafone eine Abdeckung von jeweils mehr als 98 Prozent. Telefonica deckt mit O2 hingegen nur gut 84 Prozent ab.

Der Wert von Telefonica liegt weit unter den Vorgaben des Bundes: Er hatte die Netzbetreiber verpflichtet, zum Jahreswechsel mindestens 98 Prozent der deutschen Haushalte mit einer Download-Geschwindigkeit von mindestens 50 MBit pro Sekunde zu versorgen. Pro Bundesland liegt die verpflichtende Quote bei 97 Prozent, damit gut abgedeckte Stadtstaaten nicht gegen Bundesländer mit großen Funklöchern aufgerechnet werden können.

Problem: Baugenehmigungen und Umweltschutz

Vor allem bei dieser Vorgabe haperte es aber: Nicht einmal Telekom und Vodafone konnten sie vollständig erfüllen. Die Telekom lag in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland leicht unter der Vorgabe. Vodafone scheiterte nur in Rheinland-Pfalz. Die beiden großen Netzbetreiber machten dafür fehlende Baugenehmigungen oder Beschränkungen durch Umwelt- oder Denkmalschutz verantwortlich.

"Wir setzen alles daran, dass die Unternehmen von uns ermittelte Defizite bei der Erfüllung unserer Auflagen zügig beheben", sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann. Man werde in den nächsten Wochen mit eigenen Messwagen durch alle Bundesländer fahren, um die Angaben der Betreiber zu überprüfen. Sanktionen - wie etwa Bußgelder - seien nicht ausgeschlossen.

Quelle: ntv.de, chr/dpa