Wirtschaft

Probleme in Italien und Spanien Telekom-Konkurrenz patzt

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die vorgelegten Zahlen von Telefonica und Telecom Italia können sich zwar sehen lassen, reißen die Analysten aber nicht vom Hocker. Stattdessen kämpft Telefonica weiter mit Problemen auf dem spanischen Heimatmarkt. Bei Telecom Italia drückt der hohe Schuldenberg auf die Stimmung. Die Dividende soll trotz eines Gewinnwachstums gekürzt werden.

Da kann sich die Deutsche Telekom gleich doppelt freuen: Der schwächelnde Heimatmarkt hat dem spanischen Telekomriesen Telefónica das vergangene Jahr verhagelt. Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit in Spanien wanderten viele Kunden zu Billiganbietern ab, unter dem Strich halbierte sich der Gewinn der Mutter des deutschen Mobilfunkers o2 nahezu auf 5,4 Mrd. Euro.

Dabei drückten allerdings auch Kosten für den Umbau des Geschäfts in Spanien auf den Gewinn. In den für Telefónica wichtigen Märkten in Südamerika legte der Konzern weiter deutlich zu. Der Umsatz kletterte 2011 leicht von 60,7 auf 62,8 Mrd. Euro, wie das Unternehmen weiter mitteilte. In diesem Jahr rechnet Telefónica mit einem weniger starken Gewinnrückgang.

In Spanien, einem Land mit 23 Prozent Arbeitslosigkeit, wechseln viele Kunden zu günstigeren Anbietern. Daher geht Unternehmenschef Cesar Alierta auf Sparkurs und baut Stellen ab. Auch die Aktionäre müssen kürzertreten. Im Dezember hatte Telefónica die Ausschüttung an die Aktionäre von 1,75 von 1,50 Euro je Aktie zurückgeschraubt.

Aktionäre sollen ran

Bei Telecom Italia sollen die Aktionäre einen Beitrag zum Schuldenabbau leisten. Das Management kassierte sein Dividendenversprechen und will nach Ankündigung für 2011 nun 25 Prozent weniger ausschütten als für das Vorjahr, insgesamt 900 Mio. Euro. Ursprünglich war den Anteilseignern eine Erhöhung von 15 Prozent in Aussicht gestellt worden. Zugleich bekräftigte das Unternehmen sein Ziel, den Schuldenberg bis 2013 auf etwa 25 Mrd. Euro von derzeit mehr als 30 Mrd. Euro zu verringern.

Der operative Gewinn legte im abgelaufenen Jahr um rund 7 Prozent auf 12,25 Mrd. Euro zu, wie der Konzern mitteilte. Der Umsatz stieg um knapp 9 Prozent. Damit lag Telecom Italia im Rahmen der Analystenrerwartungen. Besonders gut liefen die Geschäfte in Südamerika, wo Telecom Italia zweistellige Wachstumsraten erreichte. Dies machte einen Rückgang auf dem Heimatmarkt mehr als wett.

Quelle: n-tv.de, dpa/rts

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