Der Börsen-Tag

Der Börsen-Tag Bundesbank-Ökonom macht radikalen Vorschlag für Italien

Obwohl Italien hoch verschuldet ist, plant die Regierung für das Jahr 2019 eine Neuverschuldung von 2,4 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes. Es hagelt Kritik, vor allem aus Brüssel. Die scheint an der Regierung jedoch abzuperlen.

Ministerpräsident Giuseppe Conte sagte bei einem Besuch in Indien, die Daten zeigten, warum die zusätzlichen Ausgaben nötig seien. Ähnlich äußerte sich Vize-Regierungschef Matteo Salvini von der rechten Lega. Die Regierung müsse jetzt aufs Tempo drücken.

Der Leiter der Abteilung Öffentliche Finanzen bei der deutschen Bundesbank, Karsten Wendorff, warf in diesem Zusammenhang nun einen radikalen Vorschlag in den Ring. In einem Gastbeitrag in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" schlug er vor, dass die italienische Regierung eine Zwangsanleihe einführen sollte. Dabei würde sich das Risiko komplett nach Italien verlagern.

"Die italienische Bevölkerung wäre verpflichtet, die Solidaritätsanleihen zu erwerben, und zwar beispielsweise in Abhängigkeit vom Nettovermögen der Haushalte", erklärt Wendorff. Das würde bedeuten, dass wohlhabende Italiener für die Schulden ihres Staates haften müssten.

Während es für Italien immer schwieriger wird, sich über Banken und Märkte zu finanzieren, schlägt der Ökonom also vor, dass der Staat seine Bürgerinnen und Bürger zur Kasse bittet.

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Quelle: n-tv.de