Montag, 12. April 2021Der Börsen-Tag

Mit Max Borowski und Thomas Badkte
17:43 Uhr

"Der Dax steht still"

Der Start in die neue Handelswoche ist für den Dax alles andere als fulminant verlaufen. Der deutsche Börsenleitindex, der bereits am Freitag nur minimale 0,2 Prozent auf 15.234 Punkte zugelegt hatte, bleibt diesem Trend am Montag treu. Seine Handelsspanne liegt bei lediglich 63 Zählern. Auch an der Wall Street sind vor dem Start in die Berichtssaison am Mittwoch die Anleger nicht in Kauflaune. Der Dax schließt nahezu unverändert bei 15.230 Punkten.

"Zurückhaltung nach der Rekordjagd bestimmte den Handel zum Wochenstart", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Susanne Althoff. "Der Dax steht still", sagt Althoffs Kollege Frank Meyer. "Es ist ein Verharren auf ziemlich hohem Niveau", führt Althoff weiter aus. "Die Anleger halten sich zum Teil zwar auch wegen einer möglichen Verschärfung des Lockdowns hierzulande zurück und wegen des Gerangels in der Union die K-Frage betreffend", so Althoff weiter. "Das Hauptaugenmerk der Anleger dürfte sich aber bereits auf die anstehende Berichtssaison richten." Am Mittwoch öffnen mehrere US-Großbanken ihre Bücher.

Dax
Dax 15.375,79

Entsprechend der geringen Handelsspanne fallen auch die Gewinne bei den Einzelwerten verhalten aus: Die deutlichsten Aufschläge verzeichnen Daimler und Continental mit nahezu zwei und knapp 1,5 Prozent. Auf der Gegenseite das gleiche Bild: Hier verlieren Siemens Energy gut 2,5 Prozent und MTU etwa 1,5 Prozent.

 

16:53 Uhr

Ertragskraft der Eurozonen-Banken schrumpft deutlich

Die Ertragsschwäche der großen Banken im Euroraum hat im Zuge der Virus-Pandemie im vergangenen Jahr erheblich zugenommen. Gestiegene Wertberichtigungen und Rückstellungen sowie rückläufige operative Ergebnisse ließen die Eigenkapitalrendite (ROE) der Institute im vierten Quartal 2020 auf 1,53 Prozent schrumpfen verglichen mit 5,16 Prozent ein Jahr zuvor. Dies teilt die Europäische Zentralbank (EZB) mit. Die EZB ist seit Herbst 2014 für die Überwachung der Großbanken im Euroraum zuständig. Aktuell überwacht sie 115 Institute, darunter in Deutschland die Deutsche Bank und die Commerzbank.

Vielen Experten zufolge dürfte auch das laufende Jahr für die Branche hart werden. Denn je länger die Pandemie und die Beschränkungen des Wirtschaftslebens anhalten, desto größer dürften die Löcher werden, die unter anderem steigende Kreditausfälle in die Bankbilanzen reißen. Die EZB-Bankenkontrolleure rufen die Institute schon seit längerem dazu auf, strukturelle Schwächen anzugehen, die hinter der niedrigen Profitabilität und den tiefen Börsenbewertungen liegen. Zudem sollten sich die Geldhäuser angemessen auf eine Zunahme an notleidenden Krediten (NPL) vorbereiten.

Im vergangenen Jahr erzielten die Institute laut EZB-Statistik beim Abbau notleidender Darlehen in ihren Bilanzen allerdings trotz Virus-Krise weitere Fortschritte. Die NPL-Quote der faulen Darlehen sank auf 2,63 Prozent im vierten Quartal 2020 verglichen mit 3,22 Prozent ein Jahr zuvor. Noch Ende 2015 hatte die NPL-Quote bei rund sieben Prozent gelegen. Der Bestand an faulen Krediten in den Bilanzen sank binnen Jahresfrist um mehr als zwölf Prozent auf 444 Milliarden Euro im Schlussviertel 2020.

16:34 Uhr

Weltweite Halbleiter-Umsätze steigen deutlich

Die Umsätze mit Halbleitern sind in der Corona-Krise deutlich gestiegen. Dank einer stärkeren Nachfrage von Computerherstellern, Rechenzentren und Anbietern von 5G-Smartphones seien die Erlöse im vergangenen Jahr weltweit um 10,4 Prozent auf rund 466 Milliarden Dollar geklettert, teilen die Marktforscher von Gartner mit. In der Autobranche wie auch in der Industrieelektronik hätten die Einnahmen hingegen stagniert oder seien sogar gefallen. Der US-Chiphersteller Intel verteidigte auch im vergangenen Jahr mit einem Marktanteil von rund 15 Prozent seine Spitzenposition. Dahinter folgten die südkoreanischen Anbieter Samsung Electronics und SK Hynix. Die stärksten Zuwächse verbuchten Nvidia und Mediatek, wobei Mediatek vor allem von den Huawei-Problemen infolge der US-Sanktionen profitierte.

Nvidia
Nvidia 466,55

 

16:19 Uhr

Nach Rekordjagd startet Wall Street verhalten

Nach dem Rekordlauf an der Wall Street sind Anleger zum Wochenauftakt in Deckung gegangen. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P-500 geben im frühen Handel leicht nach. Investoren bringen sich vor dem Start der Berichtssaison in den USA in Stellung. Die Vorwoche hatten der US-Standardwerteindex Dow und der breit gefasste S&P 500 mit neuen Rekordständen beendet.

"Auch wenn die Aktien auf Rekordhochs stehen, erwarten wir dank der unterstützenden Fiskal- und Geldpolitik, sich verbessernder Wirtschaftsdaten und schnellerer Covid-19-Impfraten einen weiteren Aufwärtstrend", sagt Tom Mantione, Geschäftsführer bei UBS Private Wealth Management. Auch US-Notenbankchef Jerome Powell hatte zuletzt die Konjunkturoptimisten bestärkt. Powell sieht die US-Wirtschaft an einem Wendepunkt angelangt und rechnet mit einem Wachstumsschub sowie einem kräftigen Jobwachstum in den nächsten Monaten, wie er in einem Interview am Wochenende bekräftigte.

Frische Kaufimpulse erhoffen sich Investoren vom Start der US-Berichtssaison, die die großen US-Banken Goldman Sachs, JPMorgan und Wells Fargo am Mittwoch einläuten. Es wird erwartet, dass die Gewinne der Unternehmen im S&P 500 im Quartal um ein Viertel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen sind, wie aus Daten von Refinitiv IBES hervorgeht. Das wäre der größte Anstieg seit 2018, als die Steuersenkungen unter Ex-Präsident Donald Trump das Gewinnwachstum in die Höhe trieben.

16:04 Uhr

Regeneron-Antikörper-Mittel senkt Risiko einer Corona-Infektion: Kurs steigt

Eine Antikörper-Therapie des US-Pharmakonzerns Regeneron hilft einer Studie zufolge auch bei der Vorbeugung gegen eine symptomatische Covid-19-Infektion. Regeneron will für dieses Einsatzgebiet nun eine Notfallzulassung in den USA beantragen, wie das Unternehmen mitteilt. Der Antikörper-Cocktail schützte die Studienteilnehmer, die mit einer infizierten Person in einem Haushalt leben, und reduzierte das Risiko symptomatischer Infektionen um 81 Prozent. "Diese Daten legen nahe, dass REGEN-COV weit verbreitete Impfstrategien ergänzen kann, insbesondere bei Personen mit hohem Infektionsrisiko", erklärte Myron Cohen, Leiter des Instituts für Infektionskrankheiten der Universität North Carolina Chapel Hill.

In den USA hat das Medikament, das sich aus zwei Antikörpern zusammensetzt, bereits eine Notfallzulassung zur Behandlung milder bis moderater Covid-19-Infektionen erhalten. Das Kombinationspräparat war im Herbst dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump bei dessen Covid-19-Erkrankung verabreicht worden. Der zuständige Ausschuss der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA hatte Ende Februar grünes Licht für den Einsatz bei Covid-Patienten gegeben, die noch keine Sauerstoffzufuhr benötigen und ein hohes Risiko haben, dass sich ihr Zustand ernsthaft verschlechtert. Zur Ausweitung seiner Produktionskapazitäten arbeitet Regeneron mit dem Schweizer Pharmakonzern Roche zusammen. Regeneron-Titel gewinnen an der Nasdaq 1,5 Prozent.

15:19 Uhr

Aon macht EU Zugeständnisse für Willis-Übernahme

Der US-Versicherungsmakler Aon hat der EU Zugeständnisse angeboten, um deren Bedenken gegen die Übernahme des Rivalen Willis Towers Watson zu zerstreuen. Wie diese genau aussehen, teilte die EU-Kommission aber nicht mit. Sie will nun bis zum 12. Juli entschieden, ob sie den rund 30 Milliarden Dollar schweren Zusammenschluss zum weltgrößten Versicherungsbroker vor Marsh & McLennan erlaubt. Einen von der EU geforderten Verkauf der Rückversicherungssparte von Willis Towers Watson hatte Aon einem Insider zufolge abgelehnt. Auch das Geschäft mit der Beratung und Verwaltung betrieblicher Altersvorsorge-Systeme, das Towers Watson auch in Deutschland betreibt, könnte in den Fokus der Wettbewerbsaufsicht kommen.

14:42 Uhr

Übernahmespekulationen treiben KI-Firma zu Kurssprung

Die Aussicht auf eine Übernahme durch Microsoft lässt die Aktien des auf Künstliche Intelligenz (KI) spezialisierten Unternehmens Nuance Communications im vorbörslichen US-Handel um mehr als 20 Prozent nach oben schnellen. Einem Insider zufolge befindet sich Microsoft in fortgeschrittenen Gesprächen über einen Kauf des KI-Spezialisten.

14:26 Uhr

ING: Pfund ist aktuell unterbewertet

Die Währungsexperten von ING erwarten in dieser Woche eine "moderate" Erholung des Pfund Sterling nach den jüngsten stärkeren Rückgängen aufgrund von Impfsorgen und Positionsanpassungen. Hierdurch sei das Pfund zum Dollar auf Basis ihres kurzfristigen fairen Wertes deutlich unterbewertet, so die Analysten.

Weil die britische Regierung bekräftigt habe, dass allen Erwachsenen bis Ende Juli eine Erstimpfung angeboten werden soll, bleibe der "constructive case" für das Pfund bestehen. Die ING-Experten erwarten, dass der Euro kurz vor dem Sommer wieder bei 0,85 Pfund notieren wird, und das Pfund wieder über 1,40 Dollar.

Aktuell gibt der Euro auf 0,8646 Pfund nach, nachdem er am Freitag ein Sechswochenhoch bei 0,8700 Pfund erreicht hatte. Das Pfund geht zugleich mit 1,3744 Dollar um. Im frühen Handel war es auf ein Zweiwochentief bei 1,3669 Dollar gefallen.

Britisches Pfund / Dollar
Britisches Pfund / Dollar 1,41
US-Dollar / Britisches Pfund
US-Dollar / Britisches Pfund ,71

13:41 Uhr

Bitcoin jagt Rekord

Bitcoin und Ethereum sind weiter auf Rekordkurs. Die älteste und wichtigste Cyber-Devise Bitcoin verteuert sich um bis zu fünf Prozent auf 61.236,75 Dollar und bleibt damit in Reichweite der bisherigen Bestmarke. Die zweitwichtigste Cyber-Devise Ethereum steigt um bis zu 6,7 Prozent auf den bislang höchsten Stand von 2209,75 Dollar. "Die Aussicht auf weitere Liquiditätsschwemmen durch die Notenbanken dies- und jenseits des Atlantiks lockt Anleger immer wieder zurück in Bitcoin und Co", kommentierte Analyst Timo Emden vom Analysehaus Emden Research.

Bitcoin
Bitcoin 44.510,25

 

13:20 Uhr

Türkische Lira nach Leistungsbilanzdaten unter Druck

Die Lira fällt erneut zurück, nachdem die Türkei für Februar ein auf 2,61 Milliarden von im Januar 1,82 Milliarden Dollar gestiegenes Leistungsbilanzdefizit mitgeteilt hat. Damit übertraf es auch das Niveau aus dem Februar 2020. Der Dollar zieht von Ständen um 8,18 Lira vor den Daten an auf 8,2022, lag aber auch schon bei fast 8,23. Das Allzeithoch markierte er im November 2020 mit gut 8,58 Lira, das Jahreshoch am 21. März mit gut 8,42 Lira.

US-Dollar / Türkische Lira
US-Dollar / Türkische Lira 8,36

12:54 Uhr

Wird die Wall Street konsolidieren?

Nach der erneuten Rekordjagd zum Wochenschluss stehen die Zeichen am Montag an der Wall Street auf Konsolidierung. Der Aktienterminmarkt lässt auf einen knapp behaupteten Handelsbeginn am Kassamarkt schließen. Anlegern steht eine ereignisreiche Woche bevor: So öffnen JP Morgan, Goldman Sachs und Wells Fargo am Mittwoch ihre Bücher, am Donnerstag folgen Bank of America und Citigroup. Zwar haben Volkswirte der Societe Generale ihre Schätzung für das Wirtschaftswachstum in den USA 2021 gerade angehoben. Der Blick auf wichtige Volkswirtschaften wie die EU oder Indien mit steigenden Infektionszahlen mache aber Sorgen, heißt es.

Nervosität herrscht auch wegen den am Dienstag anstehenden Verbraucherpreisen, nachdem die US-Erzeugerpreise zuletzt mächtig angezogen hatten. Zwar hatte die US-Notenbank in der jüngsten Vergangenheit immer wieder erklärt, dass sich Preisanstiege als vorübergehend erweisen dürften und sie gegen solche nicht vorgehen werde. Aber ein gewisses Misstrauen bleibt unter Anlegern. "All diese Dinge müssen in einer Art Goldilock-Manier ablaufen, damit die aktuellen Gewinne Bestand haben", sagt Chefinvestmentstratege Edward Park von Brooks Macdonald. Auch Park spricht von Zweifeln wegen der jüngsten Zuwächse am Aktienmarkt.

12:15 Uhr

Bergbaukonzerne stehen unter Abgabedruck

Unter Druck geratene Metallpreise machen den Aktien von Bergbaukonzernen zu schaffen. An der Börse in London geben die Titel der Unternehmen Glencore, BHP und Anglo American zwischen 1,5 und 2,6 Prozent nach. Die Ankündigung der chinesischen Regierung, die Kontrolle der Rohstoffpreise zu verstärken, um den Kostendruck der Unternehmen zu mindern, setzt den Industriemetallen Nickel und Kupfer zu.

Glencore
Glencore 3,72
BHP Billiton
BHP Billiton 31,25

 

11:57 Uhr

Positiv für VW? Batteriefabrik in Georgia kann gebaut werden

Als leicht positiv für VW werten Marktteilnehmer, dass die Wolfsburger nun darauf bauen können, dass die Batteriefabrik von SK Innovation in Georgia gebaut wird. Die südkoreanischen Batteriehersteller SK Innovation und LG Energy haben am Wochenende einen Rechtsstreit beigelegt, der den Bau der Fabrik bedroht hatt. Dort sollen unter anderem die Batterien für Elektromodelle wie den VW ID.4 Crossover hergestellt werden, dessen US-Produktion 2022 starten soll. VW tendieren im - wie der Gesamtmarkt - kaum verändert.

VW Vorzüge
VW Vorzüge 210,45

11:07 Uhr

Onlinehändler Alibaba spielt Folgen durch Rekordstrafe herunter

Chinas größter Onlinehändler Alibaba rechnet kaum mit Beeinträchtigungen für sein Geschäft durch die Rekordstrafe wegen Marktmissbrauchs und die verhängten Auflagen. Es ändere sich nichts am Geschäftsmodell, sagt Vize-Chairman Joe Tsai zu Journalisten. Am Aktienmarkt sorgte die Aussage für Erleichterung. Das Papier legte am Montag neun Prozent zu. Firmenchef Daniel Zhang zufolge wird der Amazon-Konkurrent nun Schritte einleiten, um Eintrittsbarrieren zu senken und die Kosten für Händler auf der Plattform zu reduzieren. Die chinesische Wettbewerbsbehörde hatte am Samstag mit umgerechnet 2,3 Milliarden Euro die höchste Kartellstrafe in der Volksrepublik gegen Alibaba verhängt. Das von Jack Ma gegründete Unternehmen steht nach Kritik Mas an der Regulierung in China im Oktober unter genauer Beobachtung.

Alibaba
Alibaba 21,93

10:46 Uhr

Fusion steht: Veolia- und Suez-Aktien gewinnen deutlich

Der Deal hatte einen langen Vorlauf, nun scheint er fix. Veolia und der französische Versorger Suez fusionieren, Veolia zahlt 20,50 Euro je Suez-Aktie. Suez hatte in den vergangenen Monaten alle Versuche zurückgewiesen, sich durch Veolia kaufen zu lassen, und stufte den Vorstoß des Wettbewerbers als unerwünscht ein. Die Titel von Veolia und Suez legen jeweils rund 6,5 Prozent zu.

Suez
Suez 20,15
VEOLIA ENVIRON.
VEOLIA ENVIRON. 25,70

 

09:15 Uhr

Und wieder lockt die 15.312

Der deutsche Aktienmarkt startet eher verhalten in die neue Handelswoche, nachdem er am zurückliegenden Dienstag erst ein neues Allzeithoch bei 15.312 Punkten und am Freitag einen Rekordschluss von 15.234 Zählern markiert hatte. Zwar legte die Wall Street am Freitag nach Dax-Ende noch zu, die Vorgaben aus Asien sind aber überwiegend negativer Natur. Der Dax gewinnt 0,1 Prozent auf 15.251 Punkte.

ntv-Börsenkorrespondent Frank Meyer spricht zunächst von einem "ruhigen Handel um die 15.200-Punkte-Marke". Er verweist auf die US-Verbraucherpreise, die am Dienstag veröffentlicht werden und durchaus Kursimpulscharakter haben könnten – und die im weiteren Wochenverlauf beginnende Berichtssaison mit Alcoa und mehreren US-Großbanken. "Da halten sich Anleger hierzulande momentan noch zurück", erklärt Meyer.

09:06 Uhr

Asien-Anleger gehen vor Berichtssaison in Deckung - Samsung im Fokus

Anleger in Asien haben sich vor dem Start der Berichtssaison mit Aktienkäufen zurückgehalten. Investoren würden zum Wochenbeginn abwarten, ob die Quartalszahlen der US-Firmen die hohen Unternehmensbewertungen rechtfertigen, sagten Börsianer. Auch die optimistischen Aussagen von US-Notenbankchef Jerome Powell animierten die Anleger nicht dazu, erneut zuzugreifen. Powell hatte in einem Interview am Wochenende bekräftigt, dass die US-Wirtschaft vor einer deutlichen Beschleunigung des Wirtschaftswachstums stehe, auch wenn das Coronavirus weiterhin eine Bedrohung darstelle.

In Tokio gab der Nikkei-Index 0,8 Prozent auf 29.539 Punkte nach. Die Börse in Shanghai büßte rund ein Prozent ein. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 1,6 Prozent. Bei den Einzelwerten zog Alibaba an der Börse in Hongkong rund acht Prozent an. Chinas größter Onlinehändler rechnet kaum mit Beeinträchtigungen für sein Geschäft durch die Rekordstrafe wegen Marktmissbrauchs und die verhängten Auflagen.

"Jetzt, wo die Strafe feststeht, wird die Unsicherheit des Marktes über Alibaba reduziert", sagte Analyst Kenny Ng vom Finanzdienstleister Everbright Sun Hung Kai. Die chinesische Wettbewerbsbehörde hatte am Samstag mit umgerechnet 2,3 Milliarden Euro die höchste Kartellstrafe in der Volksrepublik gegen Alibaba verhängt.

Nikkei
Nikkei 27.824,83
Samsung Electronics
Samsung Electronics 80.100,00

 

08:50 Uhr

Bayer legt Studie zu neuer Krebswirkstoff-Kombination vor

Leicht positiv für Bayer (vorbörslich plus 0,4 Prozent) wird im Handel die Auswertung einer Studie zur Behandlung von Lymphdrüsenkrebs gewertet, wonach die Behandlung mit dem Standardmedikament Rituximab das progressionsfreie Überleben verlängert, wenn Patienten zusätzlich den Bayer-Wirkstoff Copanlisib erhalten. Bayer verspricht sich von Copanlisib einen Jahresumsatz von mindestens 500 Millionen Euro.

08:43 Uhr

Pharmazulieferer wagt ersten Schweizer Börsengang des Jahres

An der Schweizer Börse SIX zeichnet sich der erste Börsengang des Jahres ab. PolyPeptide will vorbehaltlich des Marktumfelds im zweiten Quartal seine Aktien am Börsenparkett in Zürich notieren lassen, wie der Pharmazulieferer mit schwedischen Wurzel und Sitz in Zug mitteilte.

Nach dem geplanten Initial Public Offering (IPO) werden sich voraussichtlich bis zu 40 Prozent des Aktienkapitals im Streubesitz befinden. Sowohl bestehende als auch neue Aktien sollen platziert werden. Mit dem Erlös aus dem Börsengang will die Firma ihr globales Profil stärken, Investitionen beschleunigen, die Expansion in neue Geschäftsfelder vorantreiben und eventuell Zukäufe finanzieren.

2020 erzielte PolyPeptide mit mehr als 900 Beschäftigten einen Umsatz von 223 Millionen Euro und einen bereinigten operativen Gewinn (Ebitda) von 62 Millionen Euro.

08:26 Uhr

Fed sieht USA vor schnellstem Wachstum seit Jahrzehnten

Der Präsident der US-Notenbank, Jerome Powell, sieht die US-Wirtschaft an einem Wendepunkt. Das Produktions- und Jobwachstum werde sich in den kommenden Monaten beschleunigen und die Covid-19-Pandemie sich zurückziehen, sagte Powell in einem Interview, das am Sonntagabend in voller Länge in der CBS-Sendung "60 Minutes" ausgestrahlt wurde. "Wir haben das Gefühl, dass wir an einem Punkt sind, an dem die Wirtschaft viel schneller wächst und die Schaffung von Arbeitsplätzen viel schneller kommt", sagte der Notenbanker.

Er sagte, dass ein Wiederaufleben von Covid-19 das Hauptrisiko für die wirtschaftlichen Aussichten bleibe und forderte die US-Amerikaner auf, weiterhin Abstand zu wahren und Masken zu tragen. Präsident Joe Biden und Regierungsbeamte haben die Amerikaner ebenfalls aufgefordert, geduldig zu sein und Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, während die Einführung von Covid-19-Impfstoffen weitergeht und sich neue Varianten ausbreiten.

Fed-Beamte und private Prognostiker sagen, dass die US-Wirtschaft für ihr schnellstes Wachstumsjahr seit den frühen 1980er-Jahren positioniert ist.

07:47 Uhr

Der Euro gibt leicht nach

Der Kurs des Euro ist leicht gesunken. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1886 US-Dollar gehandelt, nachdem der Kurs in der vergangenen Nacht noch bei 1,19 Dollar gestanden hatte. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuletzt am Freitagnachmittag auf 1,1888 Dollar festgesetzt.

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,22

Am Markt wurde auf eine Dollar-Stärke verwiesen, die den Euro im Gegenzug etwas belastet habe. Unter anderem steht die Preisentwicklung in den USA im Mittelpunkt des Interesses am Devisenmarkt. Am Dienstag werden neue Inflationsdaten aus den USA erwartet.

"Wegen des teuren Benzins dürfte der Verbraucherpreisindex im März deutlich gestiegen sein", sagte Experte Christoph Balz von der Commerzbank. Allerdings hatte die US-Notenbank Fed bereits in den vergangenen Tagen deutlich gemacht, dass sie den Anstieg der Verbraucherpreise nur als vorübergehend ansieht und nicht auf den Anstieg der Inflation reagieren wird.

07:43 Uhr

Corona hat den Ölmarkt weiter im Griff

Die Ölpreise haben sich nahezu unverändert gezeigt. Ein Barrel Brent kostete am Morgen 62,96 US-Dollar. Das war ein Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI verharrte auf 59,32 Dollar.

Brent Rohöl
Brent Rohöl 68,68

Eine positive Einschätzung des US-Notenbankpräsidenten Jerome Powell zur weiteren Entwicklung der US-Wirtschaft konnte den Ölpreisen keinen Auftrieb verleihen. Powell hatte in der vergangenen Nacht dem US-Fernsehsender CBS gesagt, dass die größte Volkswirtschaft der Welt weiter an Kraft gewinne. Allerdings machte er auch deutlich, dass es nach wie vor Risiken für die weitere konjunkturelle Entwicklung durch die Corona-Krise gebe.

Am Ölmarkt wurde darauf verwiesen, dass die Corona-Krise weiter ein beherrschendes Thema sei. Außerhalb der USA werde die konjunkturelle Entwicklung in wichtigen Industriestaaten und Schwellenländern gebremst. Vor allem in der Europäischen Union, aber auch in Indien, sind die Infektionszahlen zuletzt gestiegen, was die Hoffnung auf ein schnelles Anziehen der Konjunktur und eine damit verbundene stärkere Nachfrage nach Rohstoffen wie Rohöl dämpfte.

07:26 Uhr

Milliardenstrafe nur Peanuts für Alibaba

Die Alibaba-Aktie legt in Hongkong um gut 7 Prozent zu, trotz der rekordhohen Kartellstrafe, die der chinesische Regulierer am Samstag gegen den E-Commerce-Konzern verhängt hat.

Alibaba soll umgerechnet 2,8 Milliarden Dollar Strafe zahlen - eine Summe, die das Unternehmen nach Meinung von Nomura als Einmalbelastung gut verkraften kann. Positiv sei, dass die kartellrechtliche Untersuchung nun abgeschlossen sei und Alibaba sich wieder aufs Tagesgeschäft konzentrieren könne, urteilen die Analysten und bekräftigen ihre Kaufempfehlung. Am Markt dürfte das Augenmerk ohnehin stärker auf die wachsende Konkurrenz im Online-Handel gerichtet sein, wo Alibaba dank seiner starken Lieferkette den Rückstand zu den Wettbewerbern aufholen dürfte, so Nomura.

07:18 Uhr

Dax dürfte leicht im Minus starten

Die Konsolidierung aus der Vorwoche dürfte sich am deutschen Aktienmarkt zunächst fortsetzen. IG sieht den Dax bei 15.207 Punkten nach 15.234 Zählern zum Freitagschluss. Die Nachrichtenlage über das Wochenende in Deutschland war neben der K-Frage eher dünn, dafür stehen an den kommenden Tage einige wichtige Termine auf dem Kalender. Damit könnte auch wieder etwas Bewegung und Handelsvolumen an die Börse zurückkommen.

06:58 Uhr

Vodafone startet "reines" 5G in Deutschland

Vodafone hat in Deutschland wichtige Teile seines 5G-Mobilfunknetzes auf die nächste Entwicklungsstufe umgestellt, die ohne die Vorgängertechnik LTE auskommt.

Die neue Version "5G Standalone", die ohne einen LTE-Anker auskommt, zeichnet sich vor allem durch äußerst kurze Datenlaufzeiten aus. Diese geringe Latenz ist zum einen für kommerzielle Anwender interessant, die damit beispielsweise aus der Ferne technische Geräte ohne jeden Zeitverzug steuern können. Damit könnten etwa Bagger aus der Ferne quasi in Echtzeit gesteuert werden. Private Nutzer profitieren etwa bei Online-Computerspielen von den kurzen Datenlaufzeiten, weil sie ohne Zeitverzug reagieren können.

Vodafone ist nicht der einzige Provider, der sich mit dem Thema auseinandersetzt: Die Deutsche Telekom testet "5G Standalone" bereits seit Februar in Garching bei München, hat bislang aber noch keinen größeren Live-Betrieb in der Fläche angekündigt. Der Wettbewerber Telefónica (O2) hat den Start des "reinen" 5G-Betriebs für dieses Jahr in Aussicht gestellt.

06:45 Uhr

Das wird heute wichtig für den Dax

Am deutschen Aktienmarkt ist das Fundament für eine Fortsetzung der Kursrally gelegt. Dank günstiger Wirtschaftsperspektiven könnten die Indizes der Dax-Familie in der neuen Woche durchaus Rekordhöhen erklimmen. Rückschläge in der Bekämpfung des Coronavirus aber könnten den Optimisten einen Strich durch die Rechnung machen.

Dax
Dax 15.369,92

Am Freitag haben Anleger keine großen Sprünge gewagt. Der deutsche Leitindex schloss 0,2 Prozent höher bei 15.234 Punkten. Dank des weiterhin positives Aktienumfeldes schaffte das Börsenbarometer damit in der verkürzten Handelswoche nach Ostern ein Plus von immerhin 0,8 Prozent. Am Dienstag war der Dax erstmals über die Marke von 15.300 Punkten geklettert. Seither lassen es die Investoren ruhiger angehen.

Bislang hätten "positive Wirtschaftsdaten, der schnelle Fortschritt der Corona-Impfungen in den USA und die weltweite extrem expansive Geldpolitik den Dax auf neue Höchststände steigen lassen", schreibt Aktienstratege Markus Wallner von der Commerzbank. So habe sich natürlich die Bewertung vieler Dax-Unternehmen spürbar erhöht. Eine breit angelegte Übertreibung aber sei weiter nicht zu erkennen.

Große Gefahren für den deutschen Aktienmarkt sehen viele Experten erst einmal nicht. Erst langfristig könnten sich steigende Zinsen negativ auf die Aktienkurse auswirken, da festverzinsliche Wertpapiere dann wieder attraktiver würden und in Konkurrenz zu Aktien träten, urteilt Analyst Christian Kahler von der DZ Bank.

Zunächst aber sind es die guten Gewinnaussichten, die Kahler zufolge an der Börse zählen. Und die seien für die Jahre 2021 und 2022, in denen die Weltwirtschaft das stärkste Wachstum seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs verzeichnen soll, hervorragend.

Im Terminkalender stehen heute nur zwei nennenswerte Ereignisse. Die Hannover Messe beginnt - dieses Jahr rein digital. Die großen Industrieverbände wollen zum Auftakt über wirtschaftliche Aussichten, technologische Trends und politische Forderungen ihrer jeweiligen Branchen informieren.

Außerdem wird der Einzelhandelsumsatz Februar in der Eurozone veröffentlicht. Erwartet wird, dass er im Vergleich zum Januar um 1 Prozent zugelegt hat.

06:42 Uhr

Chinas Strafe für Alibaba macht Investoren vorsichtig

Die asiatischen Börsen sind vorsichtig in die neue Woche gestartet. Die Investoren waren verhalten, weil sie sehen wollten, wie sich die Aktien der Alibaba Group Holding Ltd entwickeln werden, nachdem China eine Rekordstrafe von 18 Milliarden Yuan (2,75 Milliarden Dollar) gegen den E-Commerce-Riesen verhängt hatte. "Ich denke, dass es gut für den Aktienkurs ist, dass die Nachricht nun überbracht wurde und die Sache endlich geklärt ist," sagte Louis Tse, Geschäftsführer bei Wealthy Securities in Hongkong.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,5 Prozent tiefer bei 29.624 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 0,2 Prozent und lag bei 1956 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 0,7 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 1 Prozent.

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