Dax zieht vor Fed-Entscheid an
Vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed am Abend haben sich die Anleger nur vorsichtig auf das Parkett gewagt.
DAXAm Ende konnte sich der deutsche Aktienmarkt dennoch von den Vortagesverlusten etwas erholen. Nach schwankendem Start schloss der Dax 0,3 Prozent höher bei 12.189 Punkten. Er konnte sich damit etwas vom tiefsten Niveau seit Mitte Juni lösen.
Der Index der mittelgroßen Werte MDax zeigte sich mit plus 0,4 Prozent etwas freundlicher. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx konnte sich nur knapp im Plus halten. Auch die Wall Street lauerte vor dem wichtigsten Termin des Tages minimal über der Nullinie.
Eine sehr schwacher Chicago-Einkaufsmanagerindex für Juli sorgt für erhöhte Lockerungsfantasie.
Bei Einzelaktien sorgte die Berichtssaison der Unternehmen weiter für Schlagzeilen: Puma stellten im MDax alles in den Schatten. Die Papiere des Sportartikelkonzerns knüpften dort nach höheren Jahreszielen mit einem Kurssprung um 8,3 Prozent an ihren Rekordlauf an. Adidas folgten Puma nach oben. Mit 3,7 Prozent Plus waren die Titel am Ende die Spitzenreiter im Dax.
Das war der Börsen-Tag für heute. Morgen geht es an dieser Stelle munter weiter. Nicht vergessen: Um 20 Uhr steht die wichtige Fed-Entscheidung an. Die Kollegen von der Spätschicht werden darüber berichten. Also schauen Sie wieder bei uns vorbei!
Vor US-Zinsentscheid: Euro sinkt, Dollar steigt
Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1135 US-Dollar und damit etwas weniger als am Morgen. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,1151 (Dienstag: 1,1154) Dollar fest.
Euro / DollarDer Dollar kostete damit 0,8968 (0,8965) Euro. Etwas belastet wurde der Euro von schwachen Konjunkturdaten. Sowohl Wachstumsdaten als auch Inflationszahlen deuten auf eine geringere wirtschaftliche Dynamik im Euroraum hin.
Die Erwartung, dass die EZB ihre bereits sehr expansive Geldpolitik nochmals lockern wird, erhält dadurch neue Nahrung. Fachleute gehen von einer Zinssenkung aus.
Hier Lesestoff zur Kehrtwende in der Geldpolitik:
Knapp 9 Prozent Plus: Anleger fliegen auf Air France-KLM
Air France-KLM bauen die Gewinne im Tagesverlauf kontinuierlich aus und liegen in der Spitze 8,8 Prozent vorne.
Laut Bernstein sind die Umsätze im zweiten Quartal leicht über den Erwartungen ausgefallen. Der operative Gewinn habe die Schätzungen aber gleich um 27 Prozent geschlagen. Ermutigend sei auch der Ausblick auf das dritte Quartal.
Kurssprung bei Apple hält Wall Street nicht über Wasser
Die Apple-Rally verhilft der Wall Street vor dem Fed-Entscheid zu einem positiven Start. Aber die Gewinne schmelzen schnell wieder ab. Wenige Stunden vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed wollten sich Investoren offenbar nicht zu stark aus dem Fenster lehnen.
Der Dow-Jones-Index taucht 0,1 Prozent auf 27.182 Punkte ab. Der S&P-500 zeigt sich ebenfalls knapp im Minus, allein der Nasdaq-Composite steigt um 0,1 Prozent.
Die US-Notenbank dürfte am Abend die Zinsen um 25 Basispunkte auf 2,00 bis 2,25 Prozent senken. Der "kleine" Zinsschritt ist einerseits umstritten, andererseits allerdings gut begründbar und ebenso gut kommuniziert. Einige Teilnehmer rechnen sogar mit einer Senkung um gleich 50 Basispunkte.
Die US-Konjunkturdaten des Tages skizzieren kein einheitliches Bild: Wie Automatic Data Processing Inc (ADP) berichtete, entstanden in der Privatwirtschaft im Juli 156.000 zusätzliche Stellen. Analysten hatten eine Zunahme von 150.000 Jobs vorausgesagt. Die Blicke sind allerdings schon auf den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht am Freitag gerichtet.
Der Handelskonflikt zwischen den USA und China rückt heute etwas in den Hintergrund. Die jüngste Runde der Gespräche soll schon wieder beendet sein - über Ergebnisse wurde nichts bekannt.
Dazu kommen der weiter ungelöste Konflikt im Persischen Golf und ein drohender unkontrollierter Austritt Großbritanniens aus der EU.
Für die Apple-Aktie geht es nach besser als erwarteten Zahlen in der Spitze um 5,6 Prozent nach oben.
Stark in China: Superhelden-Filme lassen Imax klettern
Ein Quartalsumsatz über Markterwartungen macht der Aktie von Imax Beine. Die Papiere des Kinobetreibers stiegen an der Wall Street in der Spitze um 3,7 Prozent auf 22,10 Dollar.
Dank des Erfolgs von Superhelden-Filmen wie "Avengers: Endgame" oder "Spider Man - Far From Home" erlöste das Unternehmen im zweiten Quartal 104,8 Millionen Dollar. Analysten hatten lediglich mit 98,8 Millionen Dollar gerechnet. Vor allem das 29-prozentige Wachstum in China sei beeindruckend, schreibt Analyst Neil Macker vom Research-Haus Morningstar.
Airbus lässt Boeing alt aussehen
Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat seinen Gewinn im ersten Halbjahr mehr als verdoppelt und seine Position gegenüber dem strauchelnden US-Konkurrenten Boeing deutlich gestärkt. Der Nettogewinn stieg in den ersten sechs Monaten des Jahres auf 1,2 Milliarden Euro. Der Umsatz kletterte um 24 Prozent auf 30,1 Milliarden Euro.
Für die guten Zahlen machte Airbus vor allem den Produktionsanstieg der A320-Flieger verantwortlich. Das Modell ist der direkte Konkurrent der Boeing 737 Max, die wegen zweier schwerer Abstürze mit 346 Toten derzeit mit einem Flugverbot belegt ist. Der US-Flugzeugbauer durchlebt deswegen eine schwere Unternehmenskrise und musste für die Zeit von April bis Juni kürzlich den größten Quartalsverlust der Firmengeschichte vermelden.
FAA warnte nach erstem Boeing-Absturz vor weiterem Notfall
Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat laut einem Zeitungsbericht das Risiko eines weiteren Notfalls bereits nach dem ersten von zwei Abstürzen der Boeing 737 Max als hoch eingestuft.
Die Prüfung der Aufseher habe ergeben, dass es nicht sehr viel für eine erneute Fehlfunktion ähnlicher Art benötige, schreibt das "Wall Street Journal" unter Berufung auf einen FAA-Vertreter. Die Behörde war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.
Trotz der angeblich großen Bedenken der FAA wurde Boeings 737 Max erst Monate später nach dem zweiten Absturz mit Flugverboten belegt. Insgesamt kamen bei den Unglücken in Indonesien und Äthiopien im Oktober und März 346 Menschen ums Leben.
Kleiner Klimmzug vorm Fed-Zinsentscheid
Der deutsche Aktienmarkt hat sich ein Stück weit vom Vortageseinbruch erholt. Unmittelbar vor dem erwarteten US-Zinsentscheid schafft es der Dax knapp 0,3 Prozent ins Plus auf 12.180 Punkte.
Der Leitindex kann sich damit am letzten Handelstag des Monats zwar etwas vom Tief, auf das er tags zuvor gefallen ist, lösen. Trotzdem steuert er aber auf ein Minus für den Monat Juli zu: Aktuell sind es etwa 1,7 Prozent.
Der Index der mittelgroßen Werte MDax zeigt sich etwas freundlicher mit einem Anstieg um 0,6 Prozent auf 25.953 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx notiert unverändert. An der Wall Street deutet sich beim Dow Jones Industrial ein etwas höherer Start an.
Und das haben unsere TV-Kollegen für Sie vorbereitet:
Wirtschaft in Hongkong schrumpft
Die Wirtschaft in Hongkong bekommt den Zollstreit zwischen China und den USA zu spüren und ist im Frühjahr geschrumpft. Zwischen April und Juni sank das BIP in der chinesischen Sonderverwaltungszone um 0,3 Prozent zum Vorquartal.
Im Vergleich zum Vorjahresquartal kletterte die Wirtschaftskraft zwar um 0,6 Prozent. Der Anstieg blieb aber deutlich unter den Erwartungen von 1,6 Prozent. Die Regierung begründete die schwächere Entwicklung vor allem mit dem gedämpften Welthandel und weniger Investitionen.
Allerdings dürften sich auch die seit April anhaltenden Proteste gegen die pro-chinesische Regierung negativ auf Tourismus und Einzelhandel auswirken. Volkswirte schätzen, dass die Folgen der Massenproteste für die Wirtschaft Hongkongs schon jetzt größer sind als 2014, als die "Regenschirm-Revolution" den Finanzbezirk 79 Tage lang in Atem hielt.
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Lichtblick bei Fiat Chrysler - Aktie macht Freudensprung
Ist Fiat Chrysler noch zu retten? Es gibt zumindest Anlass zur Hoffnung!
Der italienische Autobauer hat sich dank seines starken Nordamerika-Geschäfts erfolgreich gegen die schwache Autokonjunktur gestemmt. Der bereinigte Betriebsgewinn blieb im zweiten Quartal bei gesunkenem Konzernumsatz mit gut 1,5 Milliarden Euro nahezu stabil.
Die bereinigte operative Marge kletterte sogar leicht auf 5,7 Prozent von 5,6 Prozent vor Jahresfrist. An der Börse kam vor allem gut an, dass Fiat Chrysler seinen Ausblick bekräftigte, was in dem schwierigen Umfeld bisher nur wenigen Konkurrenten gelang.
Demnach glaubt das Management weiter daran, dass der operative Gewinn des vergangenen Jahres von 6,7 Milliarden Euro gesteigert werden kann. Die Aktie von Fiat Chrysler legt an der Mailänder Börse in der Spitze um mehr als vier Prozent zu.
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Rechte Hetze im Daimler-Stammwerk Stuttgart-Untertürkheim
Daimler-Vorstandschef Ola Källenius hat rechte Umtriebe im Stammwerk in Stuttgart-Untertürkheim scharf kritisiert. "Daimler ist nicht nur ein Innovations- und Jobmotor, sondern auch ein Motor für Integration", betonte Källenius in einer auf deutsch und englisch veröffentlichten Erklärung in Stuttgart.
Der Manager reagierte damit erstmals öffentlich auf ein Video der Gruppierung "Zentrum Automobil", die sich selbst als "unabhängige Gewerkschaft" bezeichnet. Darin wird die Entlassung von zwei Daimler-Beschäftigten als "völlig absurd" bezeichnet. Ihnen wurde bereits 2018 gekündigt, weil sie einem türkischstämmigen Kollegen und Funktionär der IG Metall über Monate hinweg über den Messengerdienst Whatsapp Hitler- und Hakenkreuz-Bilder sowie verächtliche Bilder über Moslems zugesandt hatten. Darüber hatten zuvor "Report Mainz" und der "Stern" berichtet.
"In der Regel äußern wir uns nicht zu Kündigungen und laufenden Kündigungsschutzverfahren", so Källenius. Der Film habe aber Irritationen verursacht.
Als hätte Daimler nicht genug am Hacken ... Die Autohersteller stecken in einer tiefen Krise. Weltweit werden immer weniger Wagen verkauft. Die China-Flaute nagt am Geschäft. Investitionen in E-Mobilität und autonomes Fahren fressen Milliardensummen. Zehntausende Beschäftigte verlieren ihre Jobs. Und das ist noch nicht der Tiefpunkt. Wer wie aufgestellt ist, lesen Sie hier:
US-Firmen schaffen mehr Jobs als erwartet
Vor der mit Spannung erwarteten Zinssitzung in den USA kommen positive Nachrichten vom Arbeitsmarkt:
Die US-Firmen haben im Juli etwas mehr Stellen geschaffen als erwartet. Insgesamt kamen 156.000 Beschäftigte hinzu, wie der Personaldienstleister ADP mitteilte.
Experten hatten lediglich mit 150.000 gerechnet. Zugleich wurde der Zuwachs für Juni nachträglich auf 112.000 von zunächst genannten 102.000 nach oben korrigiert.
Obwohl praktisch Vollbeschäftigung herrscht, wird an den Finanzmärkten für den Abend (20 Uhr) mit der ersten Zinssenkung in den USA seit rund zehn Jahren gerechnet.
Das sollten Sie vor dem Zins-Entscheid wissen:
O'Leary: Ryanair hat 1500 Piloten und Flugbegleiter zu viel
Wegen des drohenden, harten Brexits und ausbleibender Lieferungen neuer Boeing 737 Max droht Ryanair seine Basen zu verkleinern oder ganz zu schließen sowie Personal abzubauen.
In einer Videobotschaft an die Ryanair-Belegschaft sagte Ryanair-Vorstandschef Michael O'Leary, die Lage erfordere eine schnelle Reaktion des Unternehmens.
Der Quartalsgewinn sei gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 21 Prozent gesunken. Jenes Vorjahr habe bereits 20 Prozent unter den vorherigen Quartalen gelegen.
Das Unternehmen müsse schon im Herbst 2019 Stützpunkte schließen oder verkleinern und Personal abbauen.
Ryanair benötige im Sommer 2020 etwa 600 Piloten und Kabinenmitarbeiter weniger, als bisher geplant.
Außerdem gebe es weitere 500 überzählige Piloten und 400 Kabinenmitarbeiter, weil die Mitarbeiter seit Anfang 2019 nicht mehr in der früher üblichen Zahl ausscheiden würden. Kündigungen seien - wegen Tariferhöhungen - auf nahezu null gesunken.
Audi äußert sich zur Anklage gegen Ex-Chef Stadler
Die Volkswagn-Tochter Audi wertet den erwarteten Strafprozess gegen den früheren Konzernchef Rupert Stadler als Chance zur Aufklärung des Dieselskandals:
"Es liegt im Interesse der Mitarbeiter, der Anteilseigner und des ganzen Unternehmens, die Sachverhalte, die zur Dieselkrise geführt haben, juristisch restlos aufzuklären", sagte ein Unternehmenssprecher. Für alle Beschuldigen gelte aber die Unschuldsvermutung.
Audi reagierte damit auf die Anklage der Staatsanwaltschaft München gegen Stadler und drei weitere Ex-Mitarbeiter wegen ihrer Rolle bei der massenhaften Manipulation von Abgaswerten. Das Landgericht muss nun über eine Zulassung der Anklage entscheiden. Verfahrensbeteiligte rechnen mit einem Prozess im kommenden Jahr.
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Piloten der British Airways dürfen streiken
Das wird teuer für British Airways! Ein Gericht in London hat entschieden, dass Piloten der britischen Fluggesellschaft streiken dürfen.
In einer Abstimmung hatten sich die Piloten der Airline mit großer Mehrheit für einen Arbeitskampf ausgesprochen. Seit Monaten stecken die Parteien in einem Streit um Gehälter und eine Gewinnbeteiligung. Ein Streik könnte die Fluggesellschaft pro Tag bis zu 40 Millionen britische Pfund (knapp 44 Millionen Euro) kosten, wie das Unternehmen zu dem Fall mitgeteilt hatte.
Hauruck: Apple wieder über eine Billion Dollar wert
Apple knackt erneut die Billionengrenze an der Börse. Anleger an der Wall Street deckten sich nach den besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen am Mittwoch mit Aktien ein und trieben den Kurs vor Börsenstart am Donnerstag um 4,2 Prozent auf 217 Dollar.
Dadurch stieg der Börsenwert des iPhone-Herstellers wieder knapp über die Billionengrenze. Allerdings ist ihm der IT-Konzern Microsoft bei der Marktkapitalisierung immer noch einen Schritt voraus.
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Wachstum in der Eurozone flaut ab
In der Eurozone hat der Aufschwung im Frühjahr an Fahrt verloren. Das BIP wuchs im zweiten Quartal um 0,2 Prozent zum Vorquartal. Zum Jahresauftakt war die Wirtschaftsleistung im gemeinsamen Währungsgebiet noch doppelt so stark um 0,4 Prozent gestiegen.
Im Jahresvergleich wuchs die Wirtschaft in der Eurozone in den Monaten April bis Juni um 1,1 Prozent. In dieser Betrachtung hatten Analysten im Schnitt nur einen Zuwachs um 1,0 Prozent erwartet. Das Abflauen der Konjunktur in der Eurozone hatte sich bereits abgezeichnet. Wichtige Indikatoren für die Stimmung in den Unternehmen waren deutlich gesunken. Außerdem war das Wachstum in Frankreich im zweiten Quartal schwächer.
Handelsgespräche beendet: Peking findet deutliche Worte für Trump
Die Gespräche zwischen den USA und China zur Beilegung des Handelsstreits sind nach einem halben Tag beendet worden. Der stellvertretende chinesische Ministerpräsident Liu He verabschiedete in Shanghai den US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer und Finanzminister Steven Mnuchin, die anschließend zum Flughafen fuhren. Die Gespräche endeten eine halbe Stunde früher als ursprünglich geplant. Inhalte wurden zunächst nicht bekannt.
US-Präsident Donald Trump hatte zuvor die Volksrepublik vor einem Spiel auf Zeit gewarnt. Bei seiner Wiederwahl im November nächsten Jahres müsste sich die Führung in Peking ansonsten darauf gefasst machen, dass ein Abkommen noch härter ausfallen würde, drohte Trump. Die chinesische Seite zeigte sich davon jedoch unbeeindruckt.
"Ich glaube, es ergibt keinen Sinn, dass die USA ihre Kampagne des maximalen Drucks zu diesem Zeitpunkt durchführen", sagte eine Sprecherin des Außenministeriums in Peking. "Es ist sinnlos, anderen zu sagen, dass sie Medikamente einnehmen sollen, wenn man derjenige ist, der krank ist."
Die Ölpreise steigen weiter - warum?
Die Ölpreise legen weiter zu, mittlerweile notieren sie auf Zweiwochenhoch. Die Gründe hier: Der US-Branchenverband API hatte am späten Dienstag einen überraschend starken Rückgang der US-Ölvorräte gemeldet. Außerdem stützen die jüngsten Entwicklungen der Irankrise.
Berichte über bevorstehende Militärübungen Russlands und Irans an der Straße von Hormus sorgen für wachsende Nervosität: Der Iran will weiter Uran anreichern und zeigte sich auch im Tankerstreit uneinsichtig.
WTI notiert zuletzt 0,2 Prozent höher bei 58,34 Dollar, für Brent geht es um 0,8 Prozent auf 65,19 Dollar nach oben.
Britisches Pfund testet Schmerzgrenze
Wer hat Angst vor den Verwerfungen des Pfunds? Boris Johnson offensichtlich nicht.
Der Markt preist beim britischen Pfund zunehmend das Risiko eines ungeordneten Brexits ein. Laut Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen könnte sich die Abwertungsbewegung bis Oktober weiter verstärken. So könnte auch die Schmerzgrenze für die britische Regierung ausgetestet werden.
Dass das Pfund aufgrund der steigenden Angst vor einem ungeordneten Brexit am 31. Oktober so unter Druck gerät, sei nicht verwunderlich, sagt die Analystin. Verwunderlich sei aber das Timing. Offenbar sei sich der Markt auf einmal viel sicherer, dass Boris Johnson es ernst mit dem EU-Austritt meint- mit oder ohne Abkommen. Und das nur, weil Johnson die Vorbereitungen für einen ungeordneten Brexit intensivieren lässt. Die Analystin bezweifelt, dass dies ein verlässlicher Indikator ist.
Seit Beginn der Woche hat das Pfund schon wieder zwei Prozent an Wert verloren.
Alles Asche: Tesla Model S brennt komplett aus
Auf dem Bild ist von diesem weißen Tesla Model S nur noch ein Haufen Elektro-Schrott übrig. Nach übereinstimmenden Medienberichten stand das in Ratingen geparkte E-Auto in der Nacht zu Dienstag plötzlich in Flammen.
Durch die enorme Hitze wurde auch ein daneben geparkter BMW beschädigt. Geschätzter Sachschaden: 50.000 Euro.
Warum das Elektroauto brannte, ist bislang noch nicht ermittelt. Aufgrund der schwierigen Spurenlage vor Ort kann die Polizei derzeit weder einen technischen Defekt noch eine vorsätzliche oder fahrlässige Brandstiftung ausschließen.
Apropos technischer Defekt: Tesla liefert in seinem seit vergangenem Jahr eingeführten "Sicherheitsbericht" eine Jahresübersicht zum Thema Brände. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Elektroauto von Tesla Feuer fängt, ist demnach fast neun Mal so gering wie im Durchschnitt aller anderen Autos.
Laut Juli-Bericht ist es in den Jahren von 2012 bis 2018 nur alle 170 Millionen Meilen zu einem Brand bei einem Tesla gekommen. Dabei wurden auch die etwa 15 Prozent der Fälle berücksichtigt, bei denen das Fahrzeug selbst mit dem Feuer nichts zu tun hatte - etwa bei brennenden Garagen oder Brandstiftung.
Angst vor No-Deal-Brexit: Britische Autoproduktion fällt 20 Prozent
Apropos Tod auf Raten:
Die Autoproduktion in Großbritannien ist vor dem anstehenden EU-Austritt weiter eingebrochen. Im Juni schrumpfte die Herstellung den dreizehnten Monat in Folge und fiel gegenüber dem Vorjahresmonat um 15,2 Prozent, wie der britische Branchenverband SMMT (Society of Motor Manufacturers and Traders) mitteilte.
Nach sechs Monaten verzeichnen die Fertigungswerke in Großbritannien mit 666.521 produzierten Autos damit einen Rückgang von gut einem Fünftel.
Rund 80 Prozent der britischen Autoproduktion gehen in den Export, die mit Abstand meisten Autos landen in der EU. Die Branche fordert seit langem ein festes Regelwerk für den Fall eines Brexits. So drohte zuletzt PSA-Chef Carlos Tavares im Falle eines harten Brexit damit, das Astra-Nachfolgemodell für die Konzernmarken Opel und Vauxhall nicht mehr in der Fabrik Ellesmere Port zu bauen.
Aston Martin im freien Fall - Sturz auf ein Viertel des IPO-Wertes
Die Aktien brechen um weitere 15 Prozent ein auf 456 Pence, nachdem das Unternehmen im Rahmen der Halbjahreszahlen einen Verlust gemeldet hat. Damit haben sich die Aktien binnen einer Woche erneut halbiert.
Aston MartinSeit dem Börsengang im Herbst vorigen Jahres sind sie sogar auf ein Viertel ihres IPO-Wertes gefallen.
Einige Händler hatten dieses Szenario bereits beim IPO befürchtet: Aston Martin habe versucht, die Aktienbewertungen von Ferrari zu erzielen, obwohl deren Exklusivität und vor allem vollständige Unabhängigkeit von der Konjunkturentwicklung nicht vorhanden sei.
Daher werde die Aktie nun auf normale Bewertungsniveaus für den Autosektor zurückgepreist. Auf einem Preislevel um 400 Pence seien die Titel dann aber fair bewertet.
Der britische Automarkt - ein Tod auf Raten?
China-Knick bei Panasonic: Gewinn bricht über 40 Prozent ein
Dem japanischen Elektronikkonzern macht eine schwächere Nachfrage in China wegen des Handelskonflikts mit den USA zu schaffen.
Der operative Gewinn brach deshalb im ersten Quartal um knapp 44 Prozent ein. Mit 56,4 Milliarden Yen (466 Millionen Euro) lag das Ergebnis unter den Erwartungen von Analysten. Im Gesamtjahr 2019/2020 rechnet Panasonic weiterhin mit einem Rückgang des operativen Gewinns von mehr als 27 Prozent auf umgerechnet rund 2,4 Milliarden Euro (300 Milliarden Yen).
Das Traditionsunternehmen hatte seinen Fokus von Haushaltsgeräten auf Autobatterien verschoben und ist der einzige Lieferant von Batteriezellen für den E-Auto-Pionier Tesla.
Puma macht einen Satz nach vorn
Positiv nehmen die Anleger den leicht erhöhten Jahresausblick von Puma auf. Dass das Unternehmen nach einem Umsatz- und Gewinnplus im abgelaufenen Quartal optimistischer auf das Gesamtjahr blickt, honoriert der Markt mit einem Plus von knapp fünf Prozent.
Gut komme bei den Quartalszahlen vor allem die etwas höhere Bruttomarge von 49,3 Prozent an, die zu etwas höheren Gewinnkennzahlen geführt hat, sagen Händler auf dem Parkett.
Einigen Marktteilnehmern sei die Prognoseerhöhung möglicherweise aber dennoch zu gering ausgefallen, heißt es. Deshalb sei im Tagesverlauf auch mit Gewinnmitnahmen zu rechnen.
Guten Morgen! Thematisch ist heute die Fed-Entscheidung das unangefochtene Highlight. Die US-Notenbank steuert erstmals seit rund einem Jahrzehnt wieder auf eine Zinssenkung zu. Die Währungshüter werden voraussichtlich heute Abend ihre Zügel lockern. Mal schauen, wie sich der Finanzmarkt dafür in Position bringt. Ansonsten gibt es neue Wasserstandsmeldungen vom britischen Automarkt, der immer noch unter dem ungebremsten Brexit-Kurs leidet. Mein Name ist Diana Dittmer und ich begleite Sie durch einen weiteren spannenden Börsen-Tag.
Gemach, gemach: Dax macht es spannend
Händler hatten einen leicht steigenden Dax vor dem Fed-Entscheid gerechnet. Bei Börseneröffnung verharrt er jedoch entgegen den Erwartungen knapp unter der Nulllinie.
Zuletzt notiert er noch 0,2 Prozent leichter bei 12.147 Punkten.
An der Börse gilt als sicher, dass die Fed den Schlüsselsatz um einen viertel Prozentpunkt herabsetzt - das wäre der erste Schritt nach unten seit einem Jahrzehnt. Mit Spannung warten Investoren zudem auf die Beschäftigungszahlen der privaten US-Arbeitsagentur ADP, die einen Vorgeschmack auf die offiziellen Daten am Freitag liefern.
Von ihnen erhoffen sie sich Rückschlüsse auf die weitere US-Geldpolitik. Hinweise auf die mögliche Zinssenkungen und Wertpapierkäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) versprechen sich Börsianer von den europäischen Inflationsdaten. Darüber hinaus öffnen erneut zahlreiche Firmen aus dem In- und Ausland ihre Bücher, darunter der Siemens-Rivale General Electric (GE).
Hier Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Fed-Entscheid am Abend:
Schwindende Reserven treiben Ölpreis an
Die Ölpreise knüpfen an die Kursgewinne seit Beginn der Woche an. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 65,18 US-Dollar. Das waren 46 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) legte um 37 Cent auf 58,42 Dollar zu.
Am Markt werden die Sorge vor einer Eskalation der Lage in der ölreichen Region am Persischen Golf und die Entwicklung der Ölreserven in den USA als Gründe für den Anstieg genannt. Am Vorabend war bekannt geworden, dass der Interessenverband American Petroleum Institute (API) in der vergangenen Woche einen Rückgang der Lagerbestände an Rohöl verzeichnet hat. Die offiziellen Daten der US-Regierung zu den Ölreserven werden am Nachmittag erwartet. Sollten sich die API-Kennzahlen bestätigen, wäre es der siebte wöchentliche Rückgang der Lagerbestände in Folge. Fallende Ölreserven können ein Hinweis auf eine hohe Nachfrage oder ein geringes Angebot sein und stützen in der Regel die Ölpreise.
US-Geldpolitik bestimmt Dax-Geschehen
Wenige Stunden vor der allgemein erwarteten US-Zinssenkung wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher starten. Am Dienstag hatte er unter anderem wegen enttäuschender Firmenbilanzen 2,2 Prozent im Minus bei 12.147,24 Punkten geschlossen. An der Börse gilt als sicher, dass die Fed den Schlüsselsatz um einen Viertel Prozentpunkt herabsetzt. Obwohl die US-Konjunktur recht gut laufe, rechne er bis zum Jahresende mit zwei weiteren Schritten, sagte John Vail, Chef-Anlagestratege des Vermögensverwalters Nikko. "Die Geldpolitik stützt sich derzeit weniger auf Daten, sondern lässt sich vielmehr durch den Wettbewerb im Wirtschaftsgeschehen und auf den Währungsmärkten beeinflussen."
Mit Spannung warten Investoren zudem auf die Beschäftigungszahlen der privaten US-Arbeitsagentur ADP, die einen Vorgeschmack auf die offiziellen Daten am Freitag liefern. Von ihnen erhoffen sie sich Rückschlüsse auf die weitere US-Geldpolitik. Hinweise auf die mögliche Zinssenkungen und Wertpapierkäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) versprechen sich Börsianer von den europäischen Inflationsdaten. Darüber hinaus öffnen erneut zahlreiche Firmen aus dem In- und Ausland ihre Bücher, darunter der Siemens-Rivale General Electric (GE).
Anleger erwarten Fed-Entscheid - Eurokurs stagniert
Der Euro hat sich vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed kaum bewegt. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1155 US-Dollar gehandelt und damit nahezu zum gleichen Kurs wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Dienstagnachmittag auf 1,1154 Dollar festgesetzt.
Am Devisenmarkt warten die Anleger auf die Veröffentlichung der geldpolitischen Beschlüsse der Fed am Abend. Nach deutlichen Signalen von führenden amerikanischen Notenbankern wird vor dem Hintergrund wachsender konjunktureller Risiken fest mit der ersten Zinssenkung in den USA seit mehr als zehn Jahren gerechnet. Die meisten Analysten gehen davon aus, dass die Fed den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 2,0 Prozent bis 2,25 Prozent reduzieren wird. Eine noch stärkere Senkung gilt zwar als denkbar, wird aber als deutlich weniger wahrscheinlicher eingeschätzt.
A320neo beschert Airbus Gewinnsprung
g Der große Absatz seiner Mittelstreckenjets vom Typ A320neo hat dem Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus im zweiten Quartal kräftige Sprünge bei Umsatz und Gewinn beschert. Der Umsatz zog um 23 Prozent auf 18,3 Milliarden Euro an, wie das europäische Unternehmen in Toulouse mitteilte. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn (bereinigtes Ebit) legte um 72 Prozent auf 1,98 Milliarden Euro zu und übertraf damit die Erwartungen von Analysten.s
Unter dem Strich verdiente der Boeing-Rivale knapp 1,2 Milliarden Euro und damit mehr als fünfmal so viel wie ein Jahr zuvor. In der ersten Jahreshälfte 2018 hatten hohe Steuern und Bewertungseffekte das Ergebnis belastet.
Trump treibt Nikkei ins Minus
Die japanische Börse hat deutlich nachgegeben. Marktteilnehmer sagten, die Warnung von US-Präsident Donald Trump an China, im Handelsstreit nicht auf Zeit zu spielen, habe sich dabei ausgewirkt, ebenso wie einige schwache Firmenbilanzen. Mit Spannung werde zudem der Zinsentscheid der US-Notenbank Fed im Tageslauf erwartet.
In Tokio lag der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,92 Prozent im Minus bei 21.510 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index büßte 0,71 Prozent ein und lag bei 1564 Zählern. Nintendo-Aktien gaben um 3,4 Prozent nach. Der operative Gewinn des Konzerns ging im abgelaufenen Quartal um zehn Prozent zurück. Rekordzahlen bei Sony sorgten dagegen für ein Plus von mehr als fünf Prozent bei den Papieren des Elektronikkonzerns. Der Euro bewegte sich kaum im fernöstlichen Handel und wurde mit 1,1152 Dollar bewertet. Der Dollar wurde mit 108,54 Yen gehandelt.