Mittwoch, 12. August 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Max Borowski
17:58 Uhr

Dax lässt sich von der Wall Street mitreißen

Optimistische Anleger an der Wall Street reißen auch den deutschen Aktienmarkt mit, wo der Dax die 13.000er Marke deutlich überspringt. Der Leitindex beendet den Handel schließlich mit einem Plus von knapp 0,9 Prozent bei 13.058 Punkten.

Die Hoffnungen auf den Durchbruch in den Diskussionen um ein US-Hilfspaket und die damit verbundene konjunkturelle Zuversicht hätten den deutschen Leitindex zurück über die runde Hürde gehievt, kommentiert Marktexperte Timo Emden von Emden Research.

Auch die gut erholte Industrieproduktion in der Eurozone im Juni sorgte für Konjunkturoptimismus, denn sie sprang um 9,1 Prozent an. Entsprechend gesucht waren konjunkturnahe Branchen wie Auto-, Finanz- und Chemiewerte.

Der US-Leitindex S&P 500 liegt am Nachmittag 1,3 Prozent im Plus, nur wenige Punkte unter seinem Allzeithoch vom Februar.

17:34 Uhr

Ölpreise legen deutlich zu

Rohöl WTI
Rohöl WTI 41,28

Mit Gewinnen zeigen sich die Ölpreise. Wie die Daten des privaten American Petroleum Institute (API) zeigten auch die offiziellen Daten einen deutlichen Rückgang. Die pessimistischen Aussagen der Opec belasten dagegen nicht. Die Coronavirus-Pandemie dürfte noch schlimmere Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und ihren Ölbedarf haben als bisher erwartet, heißt es im Monatsbericht. Für das Jahr 2020 wird mit einem Nachfragerückgang um 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr gerechnet. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI steigt um 1,9 Prozent auf 42,40 Dollar, Brent legt um 1,7 Prozent auf 45,26 Dollar zu.

16:48 Uhr

Kamala Harris löst Rally bei Cannabis-Aktien aus

Die Nominierung von Kamala Harris als Vize des demokratischen US-Präsidentschaftsbewerbers Joe Biden beflügelt Cannabis-Anbieter. Die in den USA notierten Aktien der kanadischen Firmen Aphria, Canopy und Cronos steigen um bis zu 4,3 Prozent.

Von allen Kandidaten sei Harris die größte Cannabis-Befürworterin, sagte Analyst Graeme Kreindler von der Investmentbank VIII Capital. Die Senatorin hatte ein Gesetz zur Legalisierung von Marihuana unterstützt.

16:40 Uhr

Dollar schwächelt wieder

Der Kurs des Euro ist am Mittwoch nach anfänglichen Verlusten wieder gestiegen.

Am Nachmittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1793 US-Dollar gehandelt. Am Morgen war der Euro noch bis auf 1,1711 Dollar gefallen und damit auf den niedrigsten Stand seit etwa einer Woche. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1771 (Dienstag: 1,1783) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8496 (0,8487) Euro.

Die Anleger am Devisenmarkt schauen weiterhin auf die USA. Nach wie vor gibt es keine Einigung der politischen Parteien im Kongress auf ein neues Corona-Hilfspaket. Die Gespräche stecken in einer Sackgasse, was zuletzt für etwas nervöse Stimmung am Devisenmarkt sorgte. Zuletzt hatten Vertreter der US-Notenbank Druck in Richtung einer Einigung auf neue Corona-Hilfen gemacht. "Wenn nicht bald Bewegung in die Verhandlungen kommt, dürften die Sorgen der Fed früher oder später auf den Dollar durchschlagen", sagte Devisenexpertin Esther Reichelt von der Commerzbank.

Das britische Pfund verzeichnete zum Euro deutliche Kursverluste. Die britische Wirtschaft war wegen der Corona-Krise im zweiten Quartal zwar drastisch um 20,4 Prozent eingebrochen. Zeitgleich wurde am Morgen aber auch gemeldet, dass sich die zweitgrößte Volkswirtschaft Europas im Juni weiter deutlich vom Corona-Einbruch erholt hatte. Der US-Dollar legte leicht zum Pfund zu.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,90475 (0,89843) britische Pfund, 125,92 (124,97) japanische Yen und 1,0755 (1,0743) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold (31,1 Gramm) wurde am Nachmittag in London mit 1937 Dollar gehandelt. Das waren etwa 25 Dollar mehr als am Vortag.

16:14 Uhr

Hunderte Millionen Corona-Impfdosen: Anleger setzen auf Moderna

Die Titel von Moderna gewinnen 5,3 Prozent.

Das Pharmaunternehmen hatte einen Deal mit der US-Regierung verkündet. Die Gesellschaft wird 100 Millionen Impfdosen ihres noch in der Entwicklung befindlichen Impfstoffes gegen Covod-19 veräußern und dafür über 1,5 Milliarden Dollar erhalten. Zudem wurde die Option zur Lieferung weiterer Dosen im Umfang von 400 Millionen vereinbart. Zuletzt hatten Studien mit dem Wirkstoffkandidaten Erfolge gezeigt.

16:05 Uhr

Dax knackt die 13.000er Marke

16:02 Uhr

Hoffnung auf neues Konjunkturpaket stützt Wall Street

In Erwartung einer raschen Einigung im Streit um ein neues US-Konjunkturpaket kehren Anleger an die Wall Street zurück. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 stiegen zur Eröffnung um jeweils etwa ein Prozent. Die Aufwärtsdynamik scheine stark genug, um den S&P 500 auf ein Rekordhoch zu hieven, sagte Randy Frederick, Manager beim Brokerhaus Charles Schwab. Am Dienstag war der breit gefasste Index knapp daran gescheitert.

Zu den Favoriten am US-Aktienmarkt zählten erneut die Banken, die von frischem Wind für die Wirtschaft profitieren würden. Die Aktien von Bank of America, Citigroup, JPMorgan & Co. legten bis zu 2,1 Prozent zu.

15:13 Uhr

Keine Ad-hoc-Pflicht - BVB durfte Sancho-Verlängerung geheimhalten

Der BVB hat mit Jadon Sancho bis 2023 verlängert, bereits im vergangenen Jahr und im Geheimen. Eine Ad-hoc-Meldung des börsennotierten Klubs hatte es dazu nie gegeben, weshalb die Ausweitung des Arbeitspapiers auch erst jetzt und eher beiläufig durch Sportdirektor Michael Zorc zu Tage kam.

BVB
BVB 6,05

Gegen die Börsenpflichten hat Borussia Dortmund aber nicht verstoßen. "Eine Ad-hoc-Pflicht war im Fall der Vertragsverlängerung von Jadon Sancho nicht gegeben", sagte BVB-Mediendirektor Sascha Fligge zu "Sport1".

Laut der zuständigen Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht sei alles rechtens gewesen. "Wir sehen nach den uns derzeit vorliegenden Informationen darin eher keine Ad-hoc-Pflicht. Denn dem BVB fließen hierdurch weder Transfererlöse zu noch ergeben sich Auswirkungen auf die unmittelbar sportliche Qualität des Kaders", so die BaFin gegenüber dem TV-Sender.

Mehr alle aktuellen Nachrichten rund um die Personale Jadon Sancho finden sie hier bei den Kollegen von sport.de.

14:49 Uhr

Kabinengewerkschaft wirbt für Lufthansa-Sparpaket

Die Lufthansa ist bei den Verhandlungen zu Corona-Sparbeiträgen der Belegschaft einen wichtigen Schritt vorangekommen. Die Kabinengewerkschaft Ufo hat die Urabstimmung über eine Übereinkunft für die rund 22.000 Flugbegleiter der Kernmarke Lufthansa begonnen, mit der die Streichung von rund 2600 Stellen verhindert werden soll. Der Ufo-Vorstand empfiehlt den Mitgliedern die Zustimmung, nachdem er zuvor die weiterhin ungeklärten Rahmenbedingungen etwa für zusätzliche Teilzeit und Vorruhestand kritisiert hatte.

Die Urabstimmung läuft bis Freitag, 24.00 Uhr. Bei Zustimmung der Mitglieder wäre Ufo die erste von drei Gewerkschaften, die mit Lufthansa einen Krisen-Tarifvertrag abschließt. Die Verhandlungen mit Verdi für das Bodenpersonal und der Vereinigung Cockpit für die Piloten haben bislang noch zu keinen Ergebnissen geführt.

Der teilverstaatlichte Lufthansa-Konzern hatte nach dem Corona-Einbruch seinen weltweiten Personalüberhang auf 22.000 Vollzeitstellen beziffert, von denen rund 11.000 auf Deutschland entfallen. Der Konzern rechnet mittelfristig mit einer um 100 Jets verkleinerten Flotte.

14:40 Uhr

Geschäft von VW-Finanzsparte bricht ein

Belastet von rückläufigen Autoverkäufen hat die Volkswagen-Finanzsparte im ersten Halbjahr deutlich weniger Neuverträge an Land gezogen. Auch das operative Ergebnis des VW-Absatzfinanzierers sank spürbar in den sechs Monaten. Im Gesamtjahr rechnet die Volkswagen Financial Services AG mit einem operativen Ergebnis deutlich unter Vorjahresniveau.

"Aufgrund der Covid-19-Pandemie mussten wir im ersten Halbjahr erhebliche Einbußen bei den Vertragszugängen hinnehmen", so Finanzvorstand Frank Fiedler. Zudem belasteten höhere Risikokosten für Kredit- und Restwertrisiken, welche das gesamte Portfolio betrafen.

Der Vertragsbestand kletterte per Ende Juni leicht um knapp 2 Prozent auf mehr als 21,3 Millionen Stück. Die Anzahl der Neuverträge brach dagegen um gut 17 Prozent auf 3,4 Millionen Stück ein. Das operative Ergebnis sackte den weiteren Angaben zufolge um knapp 10 Prozent auf 1,16 Milliarden Euro ab.

Um das Geschäft trotz der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie abzusichern, werde die VW Finanzdienstleistungen unter anderem neben dem Absatzprogramm des Wolfsburger Konzerns das laufende Kostensenkungs- und Effizienzprogramm "weiter intensiv" vorantreiben.

14:24 Uhr

Wall Street erwartet Gewinne

Mit Aufschlägen dürfte die Wall Street zur Wochenmitte in den Handel starten. Weiterhin hängt das Sentiment an einer Einigung für ein neues US-Konjunkturprogramm. Zwar ringen Republikaner und Demokraten weiter um eine Lösung, doch die Verhandlungen gestalten sich schwierig. Am Dienstag hatten die Aktienkurse mit einem Ausbleiben von weiteren Fortschritten ins Minus gedreht - eine Entwicklung die sich durchaus wiederholen könnte.

S&P 500 Index, Ind.
S&P 500 Index, Ind. 3.356,47

"Sollte es keine Einigung geben, dann ist mit einer raschen Korrektur der Märkte zu rechnen", sagt Analyst Nicholas Brooks von Intermediate Capital Group.

Der Future auf den S&P-500 zeigt sich aktuell mit einem Plus von 0,9 Prozent. Im Blick stehen auch die US-Verbraucherpreise für Juli, die eine Stunde vor Handelsbeginn veröffentlicht werden.

Bei den Einzelwerten geht es für die Tesla-Aktie vorbörslich um 5,7 Prozent nach oben. Der US-Elektroautobauer will seine Aktie handelbarer und für Kleinanleger besser zugänglich machen. Der Konzern kündigte einen Aktiensplit im Verhältnis 5 zu 1 an. Die Maßnahme soll am 31. August wirksam werden.

14:11 Uhr

Tui bekommt mehr als eine Milliarde Euro zusätzliche Hilfe vom Staat

Der weltgrößte Reisekonzern Tui soll zur Überbrückung der Geschäftseinbrüche in der Corona-Krise weitere staatliche Hilfen erhalten. Ein schon bestehender Kredit der Förderbank KfW soll um 1,05 Milliarden Euro aufgestockt werden, wie das Unternehmen am Mittwoch in Hannover mitteilte. Tui hatte bereits ein erstes Hilfsdarlehen über 1,8 Milliarden Euro zugesprochen bekommen.

13:13 Uhr

Onlinespiele lassen bei Tencent die Kasse klingeln

Auch dem chinesischen Internetkonzern Tencent droht mit seiner populären Wechat-APP gewaltiger Ärger durch US-Präsident Trump. Bislang laufen die Geschäfte allerdings bestens. Die hohe Nachfrage nach Videospielen während des Corona-Lockdowns hat das Geschäft des Technologieriesen angekurbelt. Vor allem bei Smartphone-Spielen wie etwa "Peacekeeper Elite" und "Honour of Kings" lief es gut, was den Rückgang bei PC-Spielen wettmachte.

Der Gewinn im zweiten Quartal stieg um 37 Prozent auf 33,1 Milliarden Yuan (4,04 Milliarden Euro), wie das Unternehmen mitteilte. Der Quartalsumsatz wuchs um 29 Prozent auf 14,5 Milliarden Euro an. Analysten waren sowohl beim Gewinn als auch beim Umsatz von weniger ausgegangen. Der Konzern verschob zudem die Veröffentlichung des Spiels "Dungeon and Fighter Mobile", da dieses noch einige Upgrades benötige.

12:43 Uhr

300 Millionen Euro: Eon kalkuliert Corona-Schaden

Die Aktie von Eon gibt 1,2 Prozent nach, nachdem der Energieversorger seine Ziele für 2020 gesenkt hat.

Nach Einschätzung von Marktteilnehmern wird dies die Aktie jedoch nur vorübergehend belasten, da die Prognosesenkung von einer Reihe von Beobachtern so erwartet worden sei. Eon hat im ersten Halbjahr wegen sinkender Netzerlöse moderat Gewinn eingebüßt und seine Ergebnisprognose für 2020 vorsorglich gesenkt. Der überwiegende Teil der Covid-19-Effekte sollte damit bilanziell verarbeitet sein. Nach aktuellem Stand beziffert Eon die Belastungen mit 300 Millionen Euro. Entsprechend wird das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) für 2020 nun zwischen 3,6 und 3,8 Milliarden Euro erwartet statt wie bisher zwischen 3,9 und 4,1 Milliarden Euro. Die Prognose für den bereinigten Konzernüberschuss reduzierte Eon auf 1,5 bis 1,7 von zuvor 1,7 bis 1,9 Milliarden Euro. Da die Hälfte der Belastung im regulierten Netzgeschäft entsteht und nach Einschätzung von Eon bis 2024 aufgeholt werden kann, bleiben die Mittelfristziele bestehen.

12:25 Uhr

Dax schwunglos - Banken gefragt

Schwunglos präsentiert sich der Dax zur Wochenmitte. Mit ein Grund für die Lethargie ist laut Börsianern die noch immer fehlende Einigung in der US-Politik auf ein weiteres Konjunkturprogramm in der Corona-Krise.

EuroStoxx50
EuroStoxx50 3.309,02

Gegen Mittag gibt der deutsche Leitindex um 0,06 Prozent auf 12.939 Punkte nach. Einen etwas deutlicheren Abschlag von 0,38 Prozent auf 27 503 Punkte verbucht der MDax der mittelgroßen Werte. Der EuroStoxx 50 rückt moderat vor. In Deutschland veröffentlichten zur Wochenm itte nochmals zahlreiche Unternehmen Quartalsberichte, darunter Eon aus dem Dax.

Deutlich gewinnen die Titel der Deutschen Pfandbriefbank (PBB), und zwar knapp drei Prozent. Drohende Kreditausfälle infolge der Corona-Krise hatten der PBB im zweiten Quartal einen weiteren Gewinneinbruch eingebrockt. Ungeachtet dessen erwartet das Institut für 2020 ein solides Ergebnis. Noch besser steht die niederländische Großbank ABN Amro da. Mit einem Plus von bis zu sieben Prozent stehen die Aktien an der Spitze des Amsterdamer Leitindex. Das Geldhaus verdiente im zweiten Quartal operativ mehr als erwartet und kündigte an, dass seine Investmentbank aus dem Handels- und Rohstoffgeschäft aussteigt.

Diese guten Nachrichten führen dazu, dass Aktien aus dem europäischen Bankensektor abermals gefragt sind. Im Dax verteuern sich Papiere der Deutschen Bank als bester Wert um 1,8 Prozent.

12:13 Uhr

Europas Industrie auf Erholungskurs, aber...

Die Industrieunternehmen in der Eurozone haben sich im Juni weiter von dem Einbruch in der Corona-Krise erholt. Die Industrieproduktion stieg um 9,1 Prozent gegenüber dem Vormonat, wie das Statistikamt Eurostat mitteilte. Im Mai war die Produktion um revidierte 12,3 Prozent (zunächst gemeldet: 12,4 Prozent) gestiegen. Im März und April war die Produktion wegen der Pandemie drastisch zurückgegangen.

Wie schwer die Krise immer noch wiegt, zeigt aber der Jahresvergleich: Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat fiel die Produktion trotz der jüngsten Erholung im Juni um 12,3 Prozent. Im Mai war sie noch um revidierte 20,4 Prozent (zunächst 20,9 Prozent) gefallen.

Die stärksten Rückgänge im Jahresvergleich wurden in Portugal (-14,8 Prozent), Deutschland und Spanien (je -14,1 Prozent) und Italien (-13,7 Prozent) registriert.

Ein Anstieg von 4,5 Prozent wurde in Irland beobachtet.

11:32 Uhr

Anleger machen Kasse - Goldpreis fällt

Am Goldmarkt geht es nach dem Rekordhoch zeitweise steil bergab. Am frühen Morgen fiel der Preis für eine Feinunze (rund 31,1 Gramm) des Edelmetalls an der Börse in London zwischenzeitlich unter 1900 US-Dollar. Nach einem Tief bei 1863 Dollar am Vormittag erholte er sich ein Stück weit auf zuletzt 1927 Dollar. Seit dem Rekordhoch bei 2075 Dollar in der Nacht zum vergangenen Freitag ist der Goldpreis demnach in der Spitze um etwa zehn Prozent gefallen. Ein solcher Rücksetzer nach steilen Anstiegen ist nicht ungewöhnlich, da manch ein Anleger lieber erst einmal Kasse macht, also Kursgewinne sichert.

Marktbeobachter erklärten den aktuellen Preisrückgang unter anderem mit einem gestiegenen Risikoappetit der Investoren, der auf dem als sicherer Hafen geltenden Gold lastet. So nährten Spekulationen über ein neues Hilfspaket für die US-Wirtschaft oder die erste Zulassung eines Corona-Impfstoffs in Russland den Konjunkturoptimismus. Zuletzt legten zudem die Renditen für die als sicher geltenden US-Staatsanleihen zu, was zinslose Goldanlagen unattraktiver macht. Auf lange Sicht bleiben Rohstoffanalysten angesichts der Corona-Krise aber weiter positiv für die Entwicklung des Goldpreises gestimmt. Das Edelmetall wird von vielen als Inflationsschutz geschätzt.

10:54 Uhr

Öl erholt sich von gestrigem Preisrutsch

Die Ölpreise legen wieder etwas zu. Im frühen Handel konnten sie aber nur einen kleinen Teil der deutlichen Verluste vom Vortag wieder wettmachen.

Am Morgen kostete ein Barrel Brent 44,69 US-Dollar. Das waren 19 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Ölsorte WTI legte um 13 Cent auf 41,74 Dollar zu. Am Vortag hatte die Entwicklung der Corona-Krise den Handel am Ölmarkt belastet. In der Spitze waren die Ölpreise am Dienstag im Tagesverlauf zeitweise jeweils etwa drei Prozent abgerutscht. Zuvor war bekannt geworden, dass die Zahl der Neuinfektionen weltweit weiter steigt und die Marke von 20 Millionen infizierten Menschen überschritten hatte.

Etwas Auftrieb erhielten die Ölpreise hingegen durch die Entwicklung der Ölreserven in den USA. Am Vorabend war bekannt geworden, dass der Interessenverband American Petroleum Institute (API) in der vergangenen Wochen einen Rückgang der Lagerbestände an amerikanischem Rohöl um 4,01 Millionen Barrel verzeichnet hat. Sinkende Ölreserven stützen in der Regel die Ölpreise.

Im weiteren Tagesverlauf bleiben die US-Ölreserven im Fokus der Investoren am Ölmarkt. Am Nachmittag werden die offiziellen Lagerdaten der US-Regierung erwartet. Sie könnten für neue Impulse bei den Ölpreisen sorgen.

10:44 Uhr

Hannoverscher Versicherer muss auch für Schäden in Beirut zahlen

Als "enttäuschend" stuft ein Marktteilnehmer die Zahlen von Talanx ein.

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Zum Zeitpunkt der Explosion befanden sich auch von Talanx versicherte Container im Hafen von Beirut.

(Foto: AP)

Im zweiten Quartal verdiente der Versicherungskonzern unter dem Strich 103 Millionen Euro, das waren 58 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Konsens der Analysten liege mit 165 Millionen Euro deutlich darüber. Zudem brach das Kapitalanlageergebnis im zweiten Quartal um 12 Prozent auf 882 Millionen Euro ein. Die Schadensaufwendungen stiegen deutlich. Für die Aktie geht es in der Folge um 1,3 Prozent nach unten.

Im aktuellen Quartal wird auch die gigantische Explosion in Beirut Talanx belasten. Es sei von einem kleinen bis mittleren zweistelligen Millionenbetrag auszugehen, sagte Finanzvorstand Immo Querner in einer Telefonkonferenz zu den Zahlen des zweiten Quartals. Beirut wäre sowohl allein in der Rückversicherung als auch in der Industrieversicherung ein Großschaden für den Konzern geworden, so der CFO. Denn Talanx habe in der Industrieversicherung auch Container versichert, die sich zur Zeit der Explosion im Hafen der libanesischen Hauptstadt befunden hätten.

10:39 Uhr

Euro schwächelt weiter

Der Euro hat seine Kursverluste seit Beginn der Woche am morgen zunächst fortgesetzt. Am Morgen fiel die Gemeinschaftswährung auf 1,1711 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit etwa einer Woche. Inzwischen wird der Euro noch bei 1,1750 Dollar und damit etwa auf dem Stand von gestern Abend.

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,19

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Dienstagnachmittag auf 1,1783 Dollar festgelegt. Damit konnten besser als erwartet ausgefallene Konjunkturdaten aus Deutschland dem Euro nur zeitweise Auftrieb verleihen. Am Dienstag war die Gemeinschaftswährung zeitweise über 1,18 Dollar gestiegen, nachdem die Konjunkturerwartungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) unerwartet gestiegen waren. Der Euro wird seit Beginn der Woche von einer Kurserholung des US-Dollar belastet.

Kursverluste gab es am Morgen auch beim neuseeländischen Dollar, nachdem die Notenbank des Landes die Geldpolitik im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise weiter gelockert hatte. Die neuseeländischen Währungshüter hatten beschlossen, das Volumen der Anleihekäufe um 40 auf 100 Milliarden Neuseeland-Dollar (56 Mrd Euro) zu erhöhen. Den Leitzins hatte die Notenbank auf dem Rekordtief von 0,25 Prozent belassen.

10:32 Uhr

Rekordrezession lässt Kurse in London steigen

FTSE 100
FTSE 100 6.013,24

Schock? Enttäuschung? Sorgen? Welche Reaktion löst der Rekordeinbruch der britischen Wirtschaft bei den Anlegern aus? Die Antwort ist offenbar Hoffnung, Hoffnung auf ein größeres Corona-Hilfspaket. Diese Erwartung treibt den Londoner Leitindex nach Veröffentlichung der BIP-Zahlen hoch. Das Börsenbarometer notiert 0,4 Prozent fester bei 6177 Punkten.

Die britische Wirtschaft ist im Frühjahr um rund ein Fünftel eingebrochen, so stark wie in kaum einem anderen Land. Im Juni zeichnete sich eine Erholung ab. Am Mittwoch hatte Notenbank-Vizechef Dave Ramsden erklärt, die Zentralbank würde zu Hilfe kommen, wenn die Konjunktur wieder schwächle.

10:14 Uhr

Anlagenbauer GEA trotzt der Krise

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau steckt insgesamt tief in der Krise. Das gilt allerdings nicht für die ganze Branche. Der für die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie produzierende Anlagenbauer GEA zum Beispiel hat dank Kostensenkungen der Corona-Krise getrotzt und im zweiten Quartal sogar mehr verdient.

Trotz eines Umsatzrückgangs um zwei Prozent auf 2,25 Milliarden Euro stieg das operative Ergebnis (Ebitda) vor Restrukturierungsaufwand um 32 Prozent auf 245,4 Millionen Euro. Netto stieg der Gewinn um 35 Prozent auf 75,1 Millionen Euro. Der Auftragseingang kletterte um 3,3 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro.

09:59 Uhr

Autozulieferer liefert Horrorzahlen - Aktie springt nach oben

Der schon zuvor angeschlagene Autozulieferer Leoni ist im zweiten Quartal noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Der Betriebsverlust (Ebit vor Sondereffekten und Restrukturierungskosten) versiebenfachte sich beinahe auf 96 Millionen Euro. Hintergrund war ein Umsatzeinbruch in der Corona-Krise um 46 Prozent auf 673 Millionen Euro. Es flossen Mittel (Free Cashflow) in Höhe von 244 Millionen Euro ab, fast dreieinhalb mal so viel wie vor Jahresfrist.

Doch die Unternehmensführung sieht sich inzwischen auf dem Weg der Besserung. Die seit April einsetzende Markterholung entspreche jedoch den Annahmen des Sanierungskonzepts. Die zum Verkauf stehende Kabelsparte soll nun nicht mehr als Ganzes, sondern in Teilen veräußert werden. Das macht auch den Anlegern Hoffnung, dass das Schlimmste überstanden ist.

Leoni legen um gut 9 Prozent zu.

09:32 Uhr

Übernahmeangebot lässt deutsche Mobilfunkaktie abheben

Um 17 Prozent aufwärts ging es für die Aktien des Mobilfunkanbieters Freenet. Der US-Kabelnetzbetreiber Liberty bietet 6,3 Milliarden Euro für die Nummer zwei auf dem Schweizer Telekommarkt, Sunrise, an dem Freenet als Großaktionär beteiligt ist. Je Aktie entspricht die Offerte einem Aufschlag von 32 Prozent gegenüber dem Durchschnittskurs der vergangenen 60 Börsentage. Freenet hat bereits zugesagt, sein Sunrise-Paket von etwa 24 Prozent zu verkaufen.

09:14 Uhr

Dax gibt zum Start leicht nach

Wie erwartet geht es am deutschen Aktienmarkt zunächst ein wenig nach unten. Der Dax liegt 0,4 Prozent im Minus bei 12.895 Punkten. Experten verweisen auf Gewinnmitnahmen, nachdem der Dax gestern zeitweise über die Marke bei 13.000 Punkten gestiegen war.

Dax
Dax 13.194,45

Im Minus mit 0,37 Prozent auf 27 507,90 Punkten notierte im frühen Handel auch der MDax der mittelgroßen Werte. Der EuroStoxx 50 gab leicht nach.

Anleger hofften zwar auf einen Durchbruch bei den Gesprächen in den USA über ein weiteres Coronavirus-Hilfspaket, sagte Timo Emden vom gleichnamigen Analysehaus. "Diese Zuversicht könnte bei einem Scheitern der Verhandlungen aber auch schnell in Enttäuschung umschlagen."

08:58 Uhr

Britische Wirtschaft stürzt in Rekordtempo ab

Die britische Wirtschaft ist im zweiten Quartal wegen der Corona-Krise massiv abgestürzt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ging von April bis Juni um 20,4 Prozent zum Vorjahresquartal zurück, wie die nationale Statistikbehörde mitteilte. Das ist bislang der heftigste Einbruch in einem Industrieland in der Corona-Krise. Im ersten Quartal war die britische Wirtschaftsleistung noch um 2,2 Prozent zurückgegangen.

Die Statistikbehörde sprach von der "größten Rezession" seit Beginn der Erhebungen. Besonders heftig war der Einbruch demnach während der massiven Einschränkungen des öffentlichen Lebens im April. Im Mai wuchs das BIP den Angaben zufolge wieder um 2,4 Prozent, im Juni dann um 8,7 Prozent.

08:13 Uhr

Salzgitter leidet unter Einbruch der Autoindustrie

Salzgitter
Salzgitter 14,22

Der Stahlhersteller Salzgitter hat im ersten Halbjahr wegen der Corona-Krise einen Millionenverlust verbucht. Nach den ersten sechs Monaten steht ein Minus von 144,7 Millionen Euro nach Steuern, nachdem das Unternehmen im Vergleichszeitraum 2019 noch 96,4 Millionen Euro verdient hatte.

Während die Baubranche sich trotz der Krise stabil zeigte, belastete vor allem der Nachfrageeinbruch aus der Automobilindustrie das Ergebnis, wie der Konzern mitteilte. Bereits Ende Juli hatte Salzgitter mit vorläufigen Zahlen über einen Fehlbetrag von 127,8 Millionen Euro informiert. Die Folgen der Pandemie hätten den Konzern im zweiten Quartal 2020 deutlich stärker beeinträchtigt als in den ersten drei Monaten des Jahres, hieß es. Derzeit liege der Fokus auf dem Management der wirtschaftlichen Auswirkungen. "Oberste Priorität besitzt die Sicherung der Liquidität des Konzerns", sagte Vorstandschef Heinz Jörg Fuhrmann.

07:16 Uhr

Dax hat Firmenbilanzen im Blick

Dax
Dax 13.194,45

In Erwartung einer neuen Welle von Firmenbilanzen wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge niedriger starten. Am Dienstag hatte er dank Spekulationen auf eine kraftvolle Erholung der Wirtschaft von den Coronavirus-Folgen zwei Prozent auf 12.946,89 Punkte zugelegt.

Besonders aufmerksam verfolgen Investoren weiter die Verhandlungen in den USA über ein zusätzliches Konjunkturpaket, dessen Volumen sie auf bis zu zwei Billionen Dollar taxieren. Von diesen Hilfen versprechen sie sich zusätzlichen Rückenwind für die Weltwirtschaft. Daneben hält die Bilanzsaison Anleger auf Trab. Neben dem deutschen Versorger E.ON öffnet unter anderem der US-Netzwerkausrüster Cisco seine Bücher. Parallel dazu werden Zahlen zur europäischen Industrieproduktion veröffentlicht. Experten erwarten im Monatsvergleich ein Plus von zehn Prozent.

06:52 Uhr

Für Nutzung von 4G-Patenten: Apple soll halbe Milliarde Dollar zahlen

Apple
Apple 93,82

Ein Gericht in Texas hat Apple zur Zahlung von gut einer halben Milliarde Dollar für die Nutzung von 4G-Patenten im iPhone und anderen Geräten verurteilt. Die Geschworenen in der Stadt Marshall sahen es als erwiesen an, dass Apple fünf Patente der Firma Optis Wireless Technology verletzt habe. Der iPhone-Konzern kündigte umgehend an, in Berufung gehen zu wollen. Der auf 506,2 Millionen Dollar festgelegte Betrag kann auch noch höher ausfallen: Die Geschworenen befanden, dass Apple die Patente bewusst verletzt habe. Damit kann der Richter die Summe verdreifachen.

"Solche Klagen von Unternehmen, die Patente anhäufen, um die Branche zu drangsalieren, dienen nur dazu, Innovationen zu ersticken und Verbrauchern zu schaden", kritisierte Apple. 4G, in Deutschland auch als LTE bekannt, ist die aktuell am meisten verbreitete Technologie für schnelle Datenübertragung im Mobilfunk. In Texas war der Konzern von Geschworenen bereits auch schon zur Zahlung von 503 Millionen Dollar an die Firma VirnetX für die Nutzung deren Patente verurteilt worden. Ein Berufungsgericht fand aber Fehler bei der Berechnung des Betrags und ordnete einen neuen Prozess an, der im Herbst beginnen soll.

06:31 Uhr

Anleger in Asien zurückhaltend

Nikkei
Nikkei 23.360,30

Die stockenden Verhandlungen in den USA über ein neues Corona-Hilfspaket haben die Märkte in Asien am belastet. Lediglich die Börse in Tokio tendierte fester. Investoren griffen bei Exportwerten zu, da der Yen etwas schwächer notierte. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index kletterte im Verlauf um 0,17 Prozent auf 22.789 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um fast 0,8 Prozent auf 1598 Zähler. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans gab dagegen knapp 0,8 Prozent nach.

Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar 0,2 Prozent auf 106,69 Yen und legte 0,1 Prozent auf 6,9509 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notierte er 0,2 Prozent höher bei 0,9186 Franken. Parallel dazu fiel der Euro um 0,2 Prozent auf 1,1719 Dollar und zog um 0,1 Prozent auf 1,0773 Franken an. Das Pfund Sterling verlor 0,2 Prozent auf 1,3028 Dollar.

06:15 Uhr

Schlagzeilen aus der Nacht