Der Börsen-TagExperten fiebern dem Fed-Protokoll entgegen

Die Zinsaussichten in den USA bestimmen an den Märkten über multimilliardenschwere Positionen: Mit nervösen Erwartungen blicken Anlagestrategen in Banken und Vermögensverwalter daher auf die am Abend anstehende Veröffentlichung des Fed-Protokolls zur zurückliegenden Sitzung der US-Währungshüter.
Bei der Juli-Sitzung des für den Leitzins zuständigen Offenmarktausschusses FOMC hatte die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) die Leitzinssätze unverändert belassen.
Das Protokoll der FOMC-Beratungen, die sogenannten Fed Minutes, werden am Mittwochabend (20 Uhr MESZ) veröffentlicht. Experten gehen davon aus, dass das Papier Hinweise zur Inflation und zum Tempo künftiger Zinsanhebungen enthält.
Der einflussreiche US-Notenbanker John Williams deutete im Vorfeld bereits an, dass mit weiteren Anhebungen gerechnet werden muss.
Die Kurzfristzinsen sind nach Aussage Williams, der als Präsident der Federal Reserve Bank von San Francisco vorsteht, derzeit halb so hoch wie normal.
"Wahrscheinlich haben wir bei der Anhebung der Kurzfristzinsen die Hälfte des Weges geschafft", sagte Williams in einem CNN-Interview.
Die Fed hatte ihren Leitzins im Juni um 25 Basispunkte auf 1,00 bis 1,25 Prozent angehoben und zugleich für dieses Jahr eine weitere Zinserhöhung prognostiziert.
"Meiner Meinung nach beträgt der normale Kurzfristzins rund 2,5 Prozent, und derzeit liegen die Zinsen etwas unterhalb der Hälfte dieses Betrags", sagte Williams.
Er glaube deshalb, dass die Zinsen in den nächsten Jahren etwas angehoben werden müssten, um dieses Niveau zu erreichen.
"Aber das wird wahrscheinlich in einem langsamen Tempo geschehen, das Wirtschaftswachstum zulässt", fügte er hinzu.