Montag, 30. November 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Jan Gänger und Juliane Kipper
18:03 Uhr

Dax geht im späten Handel die Puste aus

Der deutsche Aktienmarkt ist mit leichten Verlusten in die neue Handelswoche gestartet. Gegen Handelsende drückte eine schwache Wall Street auf die Kurse. Nach den starken Zugewinnen im November hätten Ultimokäufe zunächst gestützt. Auch habe es den Anschein gehabt, als ob die Anleger ein großes Lockerungspaket der EZB in der kommenden Woche vorwegnehmen wollten, hieß es im Handel. Das fundamentale Umfeld bleibt indessen günstig. Bereits am 7. Dezember könnte in Großbritannien mit ersten Impfungen begonnen werden. Der Dax verlor 0,3 Prozent auf 13.291 Punkte.

Dax
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Für die Aktien von Wacker Chemie ging es um 2,5 Prozent aufwärts. Siltronic, an der Wacker mit mehr als 30 Prozent beteiligt ist, steht kurz davor, von der taiwanischen Globalwafers gekauft zu werden. Wie beim Anteilsverkauf 2017 dürfte der Buchgewinn auch diesmal weitgehend steuerfrei bleiben, so die Einschätzung der Commerzbank. Wacker Chemie hält das Gebot von Globalwafers von 125 Euro je Siltronic-Aktie für angemessen. Die Titel schossen um 7,6 Prozent auf 122,20 Euro nach oben.

Positiv beurteilte ein Marktteilnehmer die Perspektiven von Gerresheimer. Das Unternehmen hat in der Börsen-Zeitung gute Quartalszahlen in Aussicht gestellt und zudem davon gesprochen, dass die Trends der Medizintechnik die Kennzahlen mittelfristig auf ein anderes Niveau treiben könnten. "Gerresheimer ist einer der Gewinner der Pandemie", so ein Marktteilnehmer. Zunächst einmal profitiere das Unternehmen über seine Glasbehälter-Produktion von den kommenden Impfstoffen. Die Titel gewannen 2,4 Prozent.

Der Gabelstaplerhersteller Kion hat den Bezugspreis für neue Aktien im Rahmen seiner Kapitalerhöhung auf 62,00 Euro pro Aktie festgelegt. Dies entspricht einem Nachlass auf den volumengewichteten Durchschnittspreis der Aktie im Xetra-Handel im Zeitraum vom Beginn der Bezugsfrist am 20. November 2020 bis zum Handelsschluss am 27. November 2020 von 10,7 Prozent. Für die Kion-Aktien ging es 8,1 Prozent auf 64,44 Euro nach unten.

17:34 Uhr

Aktie fällt um mehr als 20 Prozent: GM gibt Tesla-Rivalen einen Korb

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Nikola 16,32

Der größte US-Autobauer General Motors (GM) macht bei seiner strategischen Partnerschaft mit dem Tesla-Rivalen Nikola einen Rückzieher. Eine zunächst geplante Aktienbeteiligung an dem Elektroauto-Startup soll es nun vorerst doch nicht geben, wie Nikola einräumte. Auch Pläne für einen gemeinsamen Elektro-Pickup namens Badger wurden demnach verworfen.

Nikola war im Herbst nach Betrugsvorwürfen wegen angeblicher Irreführung von Investoren heftig unter Druck geraten, Chef und Gründer Tevor Milton nahm seinen Hut. Seitdem war unklar, wie GM auf die Anschuldigungen reagieren und ob der US-Branchenriese weiter zu dem Partner stehen würde. Jetzt wurde eine weitreichende Allianz vom September zurückgedreht - es bleibt lediglich eine unverbindliche Absichtserklärung, laut der GM sein Brennstoffzellensystem Hydrotec für Nikolas geplante Lkw-Produktion bereitstellen soll. An der Börse sorgte dies für große Ernüchterung - Nikolas Aktien fielen im frühen New Yorker Handel um über 20 Prozent. Eigentlich hatte GM sich mit elf Prozent an Nikola beteiligen wollen.

17:06 Uhr

Wer profitiert vom Weihnachts-Shopping in Corona-Zeiten?

Im Jahr 2020 war definitiv vieles anders als sonst. Trifft das auch auf das Konsumverhalten in der Adventszeit zu? Viele sehen im Onlinehandel den größten Profiteur der Pandemie. Stimmt das? Sind die Aktien von Amazon, Zalando und Co. weiter für Anleger interessant? Friedhelm Tilgen spricht darüber mit Volker Meinel von der BNP Paribas.

16:40 Uhr

Puma setzt die zweite Welle zu

Puma
Puma 87,92

Die zweite Corona-Welle trifft den weltweit drittgrößten Sportartikelhersteller Puma. Vorstandschef Björn Gulden zeigte sich im Interview mit dem "Handelsblatt" skeptisch, ob Puma 2021 die Ziele erreichen könne, die man sich ursprünglich für 2020 vorgenommen hatte. "Das Umfeld empfinde ich als super-unsicher, es ist schwierig zu planen", sagte er.

Derzeit sei etwa die Hälfte der eigenen Läden in Europa wieder geschlossen, vor allem in Frankreich, Großbritannien und Polen. Die mithilfe der Staatsbank KfW aufgenommene, bisher nicht angetastete Kreditlinie über 900 Millionen Euro will Gulden ablösen, "wenn ein Ende der Coronakrise absehbar ist".

16:12 Uhr

Abu Dhabi erwägt Einstieg bei Telecom Italia

Telecom Italia
Telecom Italia ,37

Der größte Staatsfonds von Abu Dhabi verhandelt Insidern zufolge mit dem US-Finanzinvestor KRR über eine Beteiligung am sogenannten "Letzte-Meile"-Netz des italienischen Telekom-Konzerns. Es gehe um einen Anteil von bis zu elf Prozent, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Telecom Italia hatte im August zugestimmt, KKR eine Beteiligung in Höhe von 37,5 Prozent an der neuen Firma FiberCop zu verkaufen, in die das Netz, das die Straßenverteilerkästen mit den Haushalten verbindet, eingebracht wird. KKR wiederum hält nun nach Ko-Investoren Ausschau. Niemand der Beteiligten wollte Stellung nehmen.

15:43 Uhr

Inflation in Deutschland verharrt im Keller

Die gesenkte Mehrwertsteuer und fallende Energiekosten drücken die deutsche Inflationsrate auf den tiefsten Stand seit Anfang 2015. Die Verbraucherpreise sanken im November um 0,3 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Ökonomen hatten mit einem Wert von minus 0,1 Prozent gerechnet, nach einer Jahresteuerung von minus 0,2 Prozent im September und Oktober. Für die Europäische Zentralbank (EZB) sind sinkende Preise in der größten Volkswirtschaft der Währungsunion ein Problem, strebt sie doch eine Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent im Euroraum an.

Die Bundesregierung senkt die Mehrwertsteuer von Juli bis Ende 2020 vorübergehend von 19 auf 16 Prozent, um Konsum und Wirtschaft in der Corona-Krise anzukurbeln. "Die Inflationsrate ist unter anderem durch die seit 1. Juli 2020 geltende Mehrwertsteuersenkung beeinflusst", hieß es dazu. Waren verbilligten sich im November um durchschnittlich 1,8 Prozent. Dabei fielen die Energiepreise mit minus 7,7 Prozent besonders kräftig. Nahrungsmittel verteuerten sich um 1,4 Prozent und damit genauso stark wie zuletzt. Dienstleistungen kosteten 1,1 Prozent mehr als vor Jahresfrist, wobei die Nettokaltmieten um 1,3 Prozent zulegten. Die gesamten Verbraucherpreise sanken von Oktober auf November um 0,8 Prozent.

15:30 Uhr

Moderna springen mit Impfstoff-Antrag nach oben

Nach neuen Rekordständen in der Vorwoche zeigt sich die Wall Street mit Abschlägen zum Start. Der Handel bewegt sich weiterhin zwischen den Hoffnungen auf die baldige Verfügbarkeit von Corona-Impfstoffen und der aktuell grassierenden Corona-Infektionswelle. Der Dow-Jones-Index verliert 0,8 Prozent auf 29.662 Punkte, der S&P-500 gibt 0,3 Prozent nach. Für den Nasdaq-Composite geht es um 0,2 Prozent nach oben. "Wir haben viele sehr gute Impfstoffnachrichten", so Daniel Morris, leitender Marktstratege bei BNP Paribas Asset Management. Bis Jahresende sollte es vor allem nach oben gehen, mit wahrscheinlichen Rückschlägen hier und da.

Moderna Inc.
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Die Stimmung wird dadurch etwas getrübt, dass die scheidende US-Regierung unter Präsident Donald Trump den Handelskonflikt mit China noch einmal anheizt. Medienberichten zufolge will Trump Chinas größten Chiphersteller SMIC und den Ölgiganten CNOOC auf die schwarze Exportliste setzen. Die beiden Unternehmen befänden sich im Besitz oder unter der Kontrolle des chinesischen Militärs, so die Begründung. Konjunkturseitig hat der Chicago-Einkaufsmanagerindex für November einen stärkeren Rückgang als erwartet verzeichnet auf 58,2 von 61,1 im Vormonat. Ökonomen hatten nur mit einem Rückgang auf 59,1 gerechnet.

Unter den Einzelwerten notieren S&P Global 2,0 Prozent fester. Das Unternehmen kauft die IHS Markit Ltd und wird so zu einem der größten Finanzdatenanbieter in den USA. Der reine Aktiendeal bewertet IHS Markit mit rund 44 Milliarden US-Dollar, wie S&P Global mitteilte. Zuvor hatte das Wall Street Journal aus Kreisen über den bevorstehenden Zusammenschluss berichtet. Es ist die weltweit größte Fusion des Jahres. IHS Markit legen um 7,1 Prozent zu. Moderna machen einen Satz um 17,2 Prozent nach vorne. Der Impfstoffhersteller will noch an diesem Montag in den USA und Europa Anträge auf Zulassung eines Impfstoffs gegen Covid-19 einreichen. Nach dem Abschluss der Studie habe der Impfstoff eine Erfolgsquote von 94,1 Prozent gezeigt, teilte das US-Unternehmen mit, das bereits vorab über eine solche Wirksamkeit berichtet hatte.

15:14 Uhr

Hoher Forschungsaufwand: Curevac verdoppelt seine Verluste

Der Corona-Impfstoffentwickler Curevac ist angesichts gestiegener Forschungskosten im dritten Quartal tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Der Nettoverlust betrug 36,8 Millionen Euro nach einem Minus von 18,4 Millionen Euro ein Jahr zuvor, wie das Tübinger Biotechunternehmen mitteilte. Der Umsatz sprang indes auf 5,2 Millionen von 1,1 Millionen Euro, was Curevac vor allem einer Zahlung seines Pharma-Partners GlaxoSmithKline zu verdanken hatte. Mit der Entwicklung seines Covid-19-Impfstoffs sieht sich Curevac auf Kurs und will in Kürze die zulassungsrelevante Studie starten.

14:44 Uhr

Hedgefonds attackiert Bank-Management

Der Großinvestor Petrus Advisers erhöht den Druck auf das Management des Immobilienfinanzierers Aareal Bank. In einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Brief an die Aufsichtsratschefin Marija Korsch verlangt der Hedgefonds unter anderem eine Verkleinerung des Vorstands auf drei bis vier von derzeit sechs Mitglieder. Zudem solle die Bank auf Bonuszahlungen für 2020 verzichten und die Gehälter für die Vorstände verringern. Diese seien im Vergleich zu Wettbewerbern zu hoch. Die Aareal Bank wollte sich zu dem Schreiben nicht äußern.

Petrus griff auch Korsch direkt an. Unter ihrer Führung sei bei der Aareal Bank kein Fortschritt möglich, konstruktive Vorschläge würden abgeblockt, schrieb Petrus-Chef Klaus Umek. "Wir erwarten eine klare Aussage seitens Aareal zum Thema 2020 Boni bis spätestens 26. November und behalten uns weitere Schritte vor. Wenn Sie dies nicht können, dann machen Sie sofort den Weg frei für unverbrauchte Kräfte mit einem dynamischen und nachhaltigen Ansatz der ethisch vertretbaren Führung von Finanzinstituten."

14:17 Uhr

Moderna macht Impfstoff-Hoffnung

Der kurz bevorstehende Antrag einer Notfallgenehmigung für seinen Corona-Impfstoff versetzt Moderna einen weiteren Schub. Die Aktien des US-Biotechkonzerns springen vor US-Börsenstart um zwölf Prozent nach oben. Nach der abschließenden Analyse der zulassungsrelevanten Studie will der Konzern noch heute einen Antrag auf Notfallzulassung in den USA und Europa beantragen. Der Impfstoff zeigte danach eine Wirksamkeit von 94,1 Prozent gegen Covid-19. Der Kurs der Moderna-Aktie hat sich in diesem Jahr bereits mehr als versechsfacht.

Moderna Inc.
Moderna Inc. 109,42

13:43 Uhr

S&P kauft für 44 Milliarden Dollar ein

Bei den Finanzdaten-Anbietern kommt es zur nächsten Mega-Übernahme. Der US-Konzern S&P Global, Eigentümer der Ratingagentur S&P, schnappt sich für 44 Milliarden Dollar inklusive Schulden den Finanzdaten-Anbieter IHS Markit, wie die beiden Unternehmen mitteilten.

Der Deal wird vollständig in Aktien abgewickelt. Die IHS-Markit-Aktionäre erhalten 0,2838 S&P-Aktien je Anteilsschein und werden 32,25 Prozent an dem fusionierten Unternehmen besitzen. Die S&P-Eigner werden 67,75 Prozent halten. Die Übernahme soll nach Vorliegen der entsprechenden Genehmigungen im zweiten Halbjahr 2021 abgeschlossen werden.

In der Datenbranche grassiert das Fusionsfieber. Im vergangenen Jahr kündigte die Londoner Börse LSE für 27 Milliarden Dollar die Übernahme des Datenanbieters Refinitiv an. Die LSE wartet aber immer noch auf grünes Licht der europäischen Wettbewerbshüter. Refinitiv ist eine Gemeinschaftsfirma des US-Finanzinvestors Blackstone und des Datenanbieters Thomson Reuters, zu dem die Nachrichtenagentur Reuters gehört.

13:15 Uhr

MDax steigt auf höchsten Stand seit Bestehen

Nach dem SDax markiert nun auch der MDax ein neues Allzeithoch und steigt zwischenzeitlich auf 29.675 Punkte. TecDax und Dax liegen dagegen noch zurück. Das liegt daran, dass sie in diesem Jahr unter dem Wirecard-Desaster und dem SAP-Rückschlag gelitten haben, wie ein Marktteilnehmer sagt. Er meint aber auch, nach SDax und MDax sollen mittelfristig auch Dax und TecDax neue Allzeithochs erreichen.

Der MDax fiel im Verlauf etwas zurück und liegt nun 0,8 Prozent im Plus bei 29.602 Zählern. Angeführt wird er von Siltronic, Wacker Chemie, Sartorius, Gerresheimer und Zalando.

MDax
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12:44 Uhr

Dax winkt größtes November-Plus seiner Geschichte

Erfolge bei der Einführung eines Coronavirus-Impfstoffs und die Erleichterung über den Sieg von Joe Biden bei der US-Präsidentschaftswahl bescheren dem Dax eine Kursrally. Mit einem Plus von insgesamt fast 16 Prozent steht der deutsche Leitindex vor seinem größten Monatsgewinn seit fast zwölf Jahren. In einem November lief es für ihn noch nie so gut in seiner mehr als 30-jährigen Geschichte.

12:26 Uhr

ABN Amro legt die Job-Axt an

Die niederländische Bank ABN Amro setzt zum Personalkahlschlag an. Bis 2024 würden fast 3000 Stellen gestrichen, kündigte das Management an. Dies entspricht etwa 15 Prozent der aktuellen Belegschaft. ABN Amro hat sich zum Ziel gesetzt, die Kosten um 700 Millionen auf 4,7 Milliarden Euro jährlich zu drücken. Im Sommerquartal war der Gewinn um fast die Hälfte auf 301 Millionen Euro eingebrochen. Für drohende Darlehensausfälle musste das Institut 270 Millionen Euro zur Seite legen, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum.

ABN Amro setzen wie der Konkurrenz die niedrigen Zinsen, die Belastungen aus der Corona-Krise und der harte Wettbewerb zu. Seit Beginn der Pandemie haben die Aktien fast die Hälfte ihres Werts verloren.

ABN Amro war einst ein Bankenriese mit mehr als 100.000 Mitarbeitern weltweit, bevor sich der Konzern überhob und in der Finanzkrise 2008 verstaatlicht werden musste.

11:55 Uhr

Siltronic heben ab 

Die Aussicht auf einen Verkauf des Münchner Chip-Zulieferers Siltronic an GlobalWafers aus Taiwan lässt Anleger zugreifen. Die Anteilsscheine des MDax-Unternehmens schießen zeitweise um mehr als 12 Prozent nach oben.

Die Papiere von Großaktionär Wacker Chemie legen um knapp 5 Prozent zu. Das Unternehmen will sein verbliebenes Aktienpaket an Siltronic zu dem gebotenen Preis dem Konkurrenten GlobalWafers andienen. Der Konzern aus Taiwan bietet insgesamt 3,75 Milliarden Euro für Siltronic. Das Gebot von 125 Euro je Aktie liegt elf Prozent über dem Freitags-Schlusskurs.

Nun sei vor allem interessant, was die Bundesregierung zu den Übernahmeplänen sage, sagte ein Händler. Eine Abwanderung im technischen Bereich sei eigentlich nicht gewünscht. Falls die Übernahme dennoch durchgewunken werde, stelle sich zudem die Frage, was Großaktionär Wacker mit dem Verkaufserlös plane.

Zusammen mit Siltronic würde GlobalWafers auf dem Wafer-Weltmarkt auf Platz zwei hinter den Branchenprimus Shin-Etsu aus Japan vorrücken.

11:22 Uhr

Gazprom erleidet Milliardenverlust

Der russische Gaskonzern Gazprom hat im dritten Quartal einen Milliardenverlust eingefahren. Unter dem Strich stehe ein Fehlbetrag von rund 251 Milliarden Rubel (umgerechnet 2,75 Milliarden Euro), teilte das Unternehmen, einer der wichtigsten Gaslieferanten Deutschlands, mit.

Im Vorjahreszeitraum hatte der vom russischen Staat kontrollierte Konzern noch einen Gewinn von 212 Milliarden Rubel erzielt. Als wesentlichen Grund für den Einbruch verwies Gazprom auf den schwachen Rubel, der im Zuge der Corona-Krise unter Druck geraten ist. Gleiches gelte für die Exportpreise und den auf ausländische Währungen laufenden Schuldendienst.

Gazprom
Gazprom 4,78

10:46 Uhr

Xiaomi überholt Apple

Der chinesische Xiaomi-Konzern hat im dritten Quartal den Marktbeobachtern von Gartner zufolge mehr Smartphones als Apple verkauft und den iPhone-Hersteller damit vom Podest der drei größten Smartphone-Anbieter verstoßen. Während Xiaomi - vor allem bekannt für seine Mi-Reihe - 44,4 Millionen Geräte verkaufte, kam Apple auf knapp 40,6 Millionen iPhones im Zeitraum Juli bis September, wie Gartner bekanntgab.

Samsung Electronics bleibt unangefochten an der Spitze mit rund 80,8 Millionen verkauften Alleskönner-Handys. An zweiter Stelle steht weiterhin Huawei.

10:13 Uhr

Corestate brechen ein 

Nach dem weitgehenden Ausstieg mehrerer Großaktionäre und einer Neuordnung des Aufsichtsrats gehen die Aktien von Corestate auf Talfahrt. Die Papiere der Immobilienfirma fallen um rund 7 Prozent. Damit liegen sie aber immer noch knapp 40 Prozent über dem Niveau von Ende Oktober.

Am Wochenende waren überraschend alle fünf Aufsichtsräte zurückgetreten, nachdem drei Großaktionäre einen Großteil ihrer Aktien verkauft hatten und ein neuer Hauptinvestor - Vestigo Immobilien Investments - an Bord kam. Corestate kündigte eine "strategische Weiterentwicklung" an. Neuer Chef des Kontrollgremiums wird der ehemalige Dexia-Vorstandschef Friedrich Munsberg.

Corestate
Corestate 14,55

10:00 Uhr

Türkische Wirtschaft erholt sich von Corona-Schock

Die türkische Wirtschaft hat sich im Sommer deutlich von dem Corona-Schock im Frühjahr erholt. Wie das nationale Statistikamt mitteilte, lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal 6,7 Prozent höher als im gleichen Quartal des Vorjahres. Im Frühjahr war die türkische Wirtschaft während der ersten Corona-Welle um 9,9 Prozent geschrumpft.

Die Aussichten für das vierte Quartal sind jedoch ungünstig, da die Türkei derzeit von einer neuen Corona-Welle heimgesucht wird. Das Land hat deswegen neue Beschränkungen des öffentlichen Lebens ergriffen. Hinzu kommt, dass die Notenbank des Landes auf einen restriktiveren Kurs mit Zinsanhebungen umgeschwenkt ist, um den Verfall des Landeswährung Lira zu stoppen. Zinsanhebungen bremsen in der Regel die wirtschaftliche Entwicklung.

09:29 Uhr

BVB-Niederlage wird für Aktionäre schmerzhaft 

Nach der 1:2-Niederlage gegen den 1. FC Köln rutschen die Aktien von Borussia Dortmund (BVB) in den Tabellenkeller des SDax. Die Titel des Fußball-Bundesligisten verlieren mehr als 4 Prozent. "Ein unerwarteter Rückschlag", sagt ein Händler. Oder wie es mein Kollege Torben Siemer ausdrückt: Der BVB ist eben nicht der FC Bayern.

09:14 Uhr

Dax gibt leicht nach 

Der deutsche Aktienindex startet schwächer in die Woche. Der Leitindex Dax verliert rund ein Viertelprozent auf 13.299 Punkte. Der MDax der 60 mittelgroßen Werte sinkt um 0,14 Prozent auf 29 334 Zähler.

Für den EuroStoxx 50 geht es um knapp ein halbes Prozent abwärts. Auch an der Wall Street werden Kursverluste erwartet nach dem wichtigen Shopping-Tag Black Friday.

Für viele Marktteilnehmer sei ein Ende der Pandemie und eine baldige Rückkehr zur Normalität bereits ausgemachte Sache, sagte Analyst Christian Henke vom Brokerhaus IG. "Ein solcher Optimismus kann den einen oder anderen Rücksetzer auslösen." Rückenwind kommt aus China, wo die Industrieproduktion im November mit dem schnellsten Tempo seit mehr als drei Jahren zulegte.

08:53 Uhr

Bitcoin-Kurs geht durch die Decke

Nach mehreren Tagen mit Gewinnmitnahmen steigen Anleger wieder bei Bitcoin ein. Die älteste und wichtigste Cyber-Devise steigt um zehn Prozent auf knapp 18.700 Dollar und notiert damit nur noch sieben Prozent unter ihrem bisherigen Rekordhoch bei knapp 20.000 Dollar. "Frisches Geld von Anlegern, die die Bitcoin-Rally bislang verpasst haben, fließt nun in den Markt", sagt ein Analyst.

08:16 Uhr

Ölpreise geben deutlich nach

Rohöl (WTI)
Rohöl (WTI) 53,17

Die Ölpreise haben empfindlich auf Medienberichte über Uneinigkeit im Ölverbund Opec+ reagiert. Am Morgen kostete ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent 47,11 US-Dollar. Das waren 1,14 Dollar weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 1,02 Dollar auf 44,51 Dollar.

Dem Ölverbund Opec+ war es am Wochenende Berichten zufolge nicht gelungen, sich während eines informellen Treffens auf eine kurzfristige Förderpolitik zu einigen. An diesem Montag und Dienstag sollen die Beratungen in offizieller Runde fortgesetzt werden. Es geht um die Frage, ob die Ölstaaten ihre Förderung Anfang kommenden Jahres erhöhen oder bestehende Fördergrenzen zunächst fortbestehen sollen.

07:39 Uhr

Dax-Analysten rechnen mit fallenden Kursen

Mit fallenden Kursen an den europäischen Aktienmärkten rechnen Händler zum Wochenauftakt. "Nach der jüngsten Rally setzen Gewinnmitnahmen ein, die sich von den asiatischen Börsen und den US-Index-Futures auf Europa ausdehnen", sagt ein Marktteilnehmer. Der DAX dürfte somit den jüngsten Aufbruch auf der Oberseite erst einmal abbrechen und unter die Ausbruchszone um 13.320 Punkte zurückfallen.

In Asien kommt es am Morgen auf breiter Front zu Verkäufen mit Ausnahme von Schanghai. Dort profitieren die Kurse von einem starken Einkaufsmanager-Index. Trotzdem geben nun auch die Ölpreise nach dem jüngsten Rally-Schub nach.

07:00 Uhr

Euro auf Wachstumskurs

Der Euro hat weiter zugelegt. In der Spitze stieg die Gemeinschaftswährung am Morgen auf 1,1977 US-Dollar und damit auf den höchsten Stand seit Ende August. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitagnachmittag auf 1,1922 Dollar festgesetzt.

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,22

Der Euro hat sich in den vergangenen Wochen Zug um Zug in Richtung 1,20 Dollar vorgearbeitet. Er hat dabei von einem schwächelnden US-Dollar profitiert. Allerdings war die Kursbewegung nicht einheitlich. Beispielsweise hatte der Dollar zeitweise von soliden Konjunkturdaten profitiert.

Zum Wochenstart stehen einige Wirtschaftsdaten an. In Europa werden vor allem Inflationszahlen erwartet. In den USA werden ein Stimmungsindikator aus der Industrie und Zahlen vom Immobilienmarkt veröffentlicht.

06:30 Uhr

Asien-Börsen drehen ins Minus

An den asiatischen Aktienmärkten drehen die Börsen im späten Handel nach unten ab. Die Mehrzahl der Handelsplätze liegt nun klar im Minus. Am letzten Handelstag des Novembers mit seinen klaren Monatsaufschhlägen sei die Bereitschaft, Gewinne einzustreichen, weiterhin ausgeprägt, heißt es im Handel. Zudem fehle Anlegern die Orientierung, da es aktuell kaum Impulse gebe. Der Markt bewege sich zwischen kurzfristigen Sorgen wegen der sich verschärfenden Coronavirus-Krise und mittelfristigen Hoffnungen auf Impfstoffe und eine wirtschaftliche Erholung.

  • Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,8 Prozent tiefer bei 26.444 Punkten.
  • Der breiter gefasste Topix-Index sank um 1,5 Prozent und lag bei 1759 Punkten.
  • Die chinesische Börse in Schanghai lag 0,4 Prozent im Plus.
  • Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 0,6 Prozent. Hier gaben überraschend starke Zahlen von der chinesischen Industrie den Kursen Auftrieb.
  • Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um 0,2 Prozent und legte im Monatsverlauf um elf Prozent zu.