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WM und Olympia Brasilien im Blick

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(Foto: dpa)

Die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas ist ein Markt von 192 Millionen Menschen. Das schafft Spielraum. In den Stadien der Fifa Fußball WM 2014 und den Olympischen Spielen 2016. Aber auch in der Realwirtschaft und der Finanzpolitik.

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Brasiliens Volkswirtschaft hat laut OECD 2010 Waren und Dienstleistungen im Wert von 2,0 Billionen US-Dollar erwirtschaftet, 60 Prozent durch Binnenkonsum. Damit ist das Land die siebtgrößte Volkswirtschaft der Welt, mit einem Anteil am weltweiten Bruttoinlandsprodukt von 2,9 Prozent.

Nach einem Wirtschaftswachstum 2010 von +7,50 Prozent wird die brasilianische Wirtschaft in diesem Jahr rund +3,60 Prozent wachsen. Wegen dieser trüberen Aussichten hat der brasilianische Real gegenüber dem US-Dollar fast 20 Prozent abgewertet. Aufgrund der erst 1999 aufgehobenen festen Bindung des Reals an den US-Dollar und der großen Bedeutung der US-Währung für die Erträge des volkswirtschaftlich bedeutenden brasilianischen Rohstoffsektors ist diese Entwicklung für die Banco Central do Brasil Grund für eine zinspolitische Intervention.

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Zweimal in den vergangenen beiden Monaten hat sie den die Selic Rate um je 50 Basispunkte gesenkt. Der Leitzinssatz liegt mit 11,50 Prozent immer noch weit über dem der EZB mit 1,25 Prozent und der Fed mit 0,25 Prozent.

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Nach negativen Erfahrungen Brasiliens mit einer Hyperinflation von bis zu 6.821,3 Prozent im April 1990 wird mit der Landeswährung Real schonend verfahren. 2011 wird das Inflationsziel der Zentralbank von 4,5 Prozent mit real 7,2 Prozent überschritten. Die vom IWF für 2011 erwartete Staatsverschuldung Brasiliens liegt bei rund 63,0 Prozent des BIP. Die Devisenreserven haben ein Volumen von mehr als 300 Milliarden US-Dollar. Nach Aussage von Finanzminister Guido Mantega zieht Brasilien nicht in Betracht, sich am EFSF zu beteiligen. Dieses „Nein“ aus Brasilia ist Ausdruck eines gewachsenen Selbstbewusstseins der Schwellenmärkte.

Statt in den Euro investiert Brasilien in die eigene Zukunft. Hierfür wurde Anfang 2010 das Wachstumsprogramm PAC 2 mit über 600 Milliarden Euro aufgelegt. Die Entdeckung neuer Ölvorkommen gibt dem Land zusätzliche Impulse.

Das schlägt sich auf den Aktienmarkt nieder. Der MSCI Brazil hat per 31. Oktober 2011 über drei Jahre auf Eurobasis +79,11 Prozent an Wert gewonnen. In Relation zum MSCI All Country World sind das 47,35 Prozentpunkte mehr. Über ein Jahr hat der MSCI Brazil -14,00 Prozent an Wert verloren. Dadurch sind brasilianische Aktien inzwischen nicht mehr so teuer, wie es 2010 der Fall war.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt mit Werten zwischen 9,0x und 10,0x auf dem Niveau der übrigen Schwellenländer. SJB Fazit. Brasilien ist eine dynamische Realwirtschaft mit wirtschaftspolitischer Macht. Ein starker Rohstoffsockel, solide Staatsfinanzen und innovative Industrieunternehmen zeichnen den Markt aus.

 

 

 

Quelle: n-tv.de

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