Marktberichte

Gute Signale aus Nordkorea Asiens Märkte im Plus

Von Gerhard Heinrich, Emfis

Die asiatischen Börsen entwickelten sich am Mittwoch weiter nach oben. Förderlich waren dabei die guten Vorgaben aus den USA sowie Entspannungstendenzen im Konflikt um das Rüstungsprogramm in Nordkorea. Das kommunistische Land soll jetzt der Internationalen Atomenergiebehörde wieder Zugang zu seinen Nuklearforschungsanlagen zugesichert haben. Südkorea hat daraufhin umgehend Energiehilfen für das verarmte Nachbarland in Aussicht gestellt. Diese Entwicklung kam vor allem dem koreanischen Aktienmarkt zugute, der neue Rekordhöhen markieren konnte.

Koreas Kospi schloss heute 1,82 Prozent im Plus bei 1838 Zählern, was zugleich einem neuen Allzeit-Hoch entsprach. Die Investoren kauften sich dabei weiter massiv in den Schiffsbau-Sektor ein, der zuletzt durch hohe Neuauftrags-Volumina bestach. Samsung Heavy Industries stiegen um 6,93 Prozent; Hyundai Heavy zogen um 5,47 Prozent an und verdrängten damit die Kookmin Bank vom Platz Drei nach Marktkapitalisierung. Auch im Elektroniksektor wurde wieder zugelangt. Hoffnungen auf eine baldige Erholung der Preise für DRAM-Speicherchips brachten Hynix Semiconductor um 4,33 Prozent und Samsung Electronics um 1,23 Prozent nach oben. Die Titel von Hyundai Motor legten 2,81 Prozent zu. Dagegen sorgten Gewinnmitnahmen bei Posco für einen Abschlag von 0,86 Prozent. SK Telecom verbilligten sich um 0,72 Prozent.

In Japan kam der Nikkei 225 nur noch um 0,1 Prozent auf 18.168 Punkte voran; der breitere Topix stieg um 0,03 Prozent auf 1782 Stellen. Die Umsätze blieben wegen der bevorstehenden Oberhauswahlen äußerst gering. Die Anleger befürchteten, dass die regierende Liberaldemokratische Partei eine Niederlage erleiden könnte, was vermutlich die Kauflust der Investoren aus Übersee beeinträchtigen würde. Gefragt waren insbesondere Technologiewerte, die schon an der Wallstreet einen Aufwärtsschub erhalten hatten. Nikon legten 1,7 Prozent zu, nachdem der Konzern die Prognose für das Umsatzwachstum im Bereich Stepper für die Halbleiter-Industrie deutlich angehoben hatte. Sony stiegen um 1,9 Prozent; Nintendo verbesserten sich angesichts robuster "Wii"-Umsätze um 2,8 Prozent. Die Aktie von Softbank zog um 3,6 Prozent an. Hier hofften die Anleger auf gute Neukundendaten aus der Mobilfunksparte.

In Taiwan stieg der TAIEX um 0,81 Prozent auf 9068 Zähler und schloss damit erstmals seit sieben Jahren oberhalb der 9000-Punkte-Linie. Auf den jüngsten Anstieg des Taiwan-Dollar hin waren vor allem die Aktien von Unternehmen mit hohen Vermögenswerten in Büchern gefragt. Dies brachte etwa Tatung um 6,21 Prozent nach oben; Shinkong Synthetic Fibres zogen um 4,35 Prozent an. Auch im Technologie- und Elektroniksektor wurde nachgekauft. Hier legten Taiwan Semiconductor 0,98 Prozent und Hon Hai Precision 1,21 Prozent zu; Acer verbesserten sich um 1,79 Prozent. Dagegen verloren Compal Electronics 0,83 Prozent. Pressemeldungen zufolge will der Konzern 500 Mio. US-Dollar in den Bau einer PC-Fabrik in Vietnam stecken.

Hongkongs Hang Seng Index gewann weitere 0,3 Prozent auf 22.218 Stellen hinzu und erreichte dabei den zweiten Tag in Folge ein neues Schluss-Rekordhoch. Besonders spektakulär entwickelte sich der Börsengang des Windkraftwerks-Produzenten China High Speed. Die Aktie, die bei 7,08 HK$ in den Handel ging, konnte sich schlussendlich mehr als verdoppeln und schloss bei 14,44 HK$. Die Aktie des Börsenbetreibers Hong Kong Exchanges schob sich um 5,7 Prozent nach oben. Daneben sprangen Chinese Estate Holdings um 19 Prozent nach oben. Der Immobilienkonzern soll zum Verkauf stehen. Im Energiesektor legten Sinopec um 1,3 Prozent und PetroChina um weitere 0,8 Prozent zu.

Ungeachtet dessen entwickelte sich der Aktienmarkt in China weiter nach unten. Der Shanghai Composite Index verlor 2,14 Prozent auf 3816 Stellen und kam damit auf dem niedrigsten Niveau seit zwei Monaten zum Stehen.

Quelle: n-tv.de

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