Marktberichte

Kursgewinne an der Wall Street Bester Monat seit 33 Jahren erwartet

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Nicht einfach, einen Job zu finden, wenn gerade 30 Millionen Menschen arbeitslos geworden sind.

(Foto: picture alliance / dpa)

Erneut verlieren in der Corona-Krise 3,8 Millionen Menschen in den USA ihren Job. Das drückt die Kurse an der Wall Street ins Minus. Dennoch winkt der beste Börsenmonat seit gut 33 Jahren.

Die anhaltende Entlassungswelle in den USA drückt die Kurse an den US-Börsen. Der US-Standardwerteindex Dow Jones schloss am Abend 1,2 Prozent tiefer bei 24.345 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 büßte 0,9 Prozent ein. Der Technologie-Index Nasdaq verlor 0,3 Prozent. Dank der billionenschweren Hilfspakete der Regierung und der Notenbank Fed steuerten die Indizes nach dem gewaltigen Einbruch im März nun im April aber auf ihren größten Monatsgewinn seit gut 33 Jahren zu.

In der vergangenen Woche lag die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe bei 3,8 Millionen. Damit haben seit Ausbruch der Virus-Krise rund 30 Millionen Amerikaner Stütze beantragt. Parallel dazu brachen die US-Konsumausgaben im März um überraschend kräftige 7,5 Prozent ein.

S&P 500
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Die Kauflaune der Verbraucher gilt als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft. Diese Zahlen seien Ausdruck der Beschränkungen, die im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie verhängt wurden, sagte Portfoliomanager Matt Stucky vom Vermögensverwalter Northwestern Mutual. Er setze aber darauf, dass viele derjenigen, die nun arbeitslos würden, wieder einen Job finden. Der Zeitpunkt hänge davon ab, wie schnell sich die Wirtschaft von dieser Krise erhole.

Erneuter Preissprung bei Rohöl

Rohöl (WTI)
Rohöl (WTI) 33,75

Am Rohölmarkt nährte der überraschende Rückgang der US-Benzinbestände Hoffnungen, dass die Nachfrage wieder anzieht. Dies verhalf der US-Sorte WTI zu einem Preisanstieg von 8 Prozent auf 16,76 Dollar je Barrel (159 Liter).

Diese Rally sei aber nur ein Strohfeuer, warnte Bjornar Tonhaugen, Chef des Ölgeschäfts beim vom Brokerhaus Rystad. Die fast erschöpften Lagerkapazitäten füllten sich schließlich weiter, nur etwas langsamer.

Um die Lage zu entspannen, will die US-Regierung Tanks ihrer strategischen Ölreserven privaten Anbietern zur Verfügung stellen. Finanzminister Steven Mnuchin stellte zusätzliche Lagerkapazitäten im Volumen von mehrere hundert Millionen Barrel in Aussicht. Wo diese herkommen sollen, ließ er aber offen. Die Tanks der strategischen US-Ölreserven sind bereits zu 90 Prozent gefüllt. Die Rest-Kapazität liegt bei weniger als 100 Millionen Barrel.

Tesla erst hui, dann pfui

Tesla
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Gegen den Trend legten die Aktien von Facebook 5,2 Prozent zu. Das Quartalsergebnis sei besser ausgefallen als erwartet, schrieb Analyst John Blackledge vom Vermögensverwalter Cowen. Außerdem teilte das weltgrößte Online-Netzwerk mit, dass die Werbeeinnahmen in den ersten drei April-Wochen wieder angezogen hätten.

Gefragt waren vorübergehend auch die Papiere von Tesla, die sich anfangs um bis zu 2,2 Prozent verteuerten. Der Elektroautobauer habe mit dem dritten Quartalsüberschuss in Folge ein beeindruckendes Ergebnis vorgelegt, lobte Analyst Craig Irwin von der Investmentbank Roth. Die Gewinnmargen hätten die Erwartungen übertroffen. Bis Handelsschluss bauten die Papiere des Autobauers aber wieder ab. Sie schlossen letztendlich 2,3 Prozent im Minus.

American Airlines im Sinkflug

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Die Titel von Twitter rutschten ebenfalls um 7,8 Prozent ab, obwohl der Kurznachrichtendienst ein kräftiges Plus der Nutzerzahlen bekanntgegeben hatte. Börsianern zufolge befürchteten Anleger, dass sich der 27-prozentige Rückgang der Werbeeinnahmen aus der zweiten Märzhälfte im April fortsetzen wird.

Abwärts ging es auch für die Aktien von American Airlines. Sie gaben 4,9 Prozent nach. Wegen der Reise-Beschränkungen machte die Fluggesellschaft im ersten Quartal einen Verlust von 2,2 Milliarden Dollar.

Quelle: ntv.de, chr/rts